Doppeljubiläum am Belchen
: 100 Jahre Bergwacht Schönau und 25 Jahre Belchen-Seilbahn

AnzeigeBergwacht und Seilbahn feiern am Sonntag gemeinsam mit einem abwechslungsreichen Programm auf dem Belchen.
Von
Alexander Anlicker
Schönau/Aitern
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Die Belchenseilbahn feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Der Belchen ist die „erste Station von der Erde zum Himmel“, wusste schon Johann Peter Hebel.

Die Belchenseilbahn feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Der Belchen ist die „erste Station von der Erde zum Himmel“, wusste schon Johann Peter Hebel.

Patrick Merck

In Sichtweite leben, einen Berg gemeinsam lieben und ihn eigen nennen, zusammen Geburtstag feiern und das bei 75 Jahren Altersunterschied. So lässt sich die Beziehung der Bergwacht Schönau und der Seilbahn zum Belchen beschreiben.

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Bergrettungswache im Haus Bergfried

Die Bahn hat ihre Talstation in Multen, einem Teilort der Gemeinde Aitern. Ganz in der Nähe, fast in Sichtweite, liegt „Haus Bergfried“, der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Bergwacht Schwarzwald, Ortsgruppe Schönau. Der Aufenthaltsraum des Hauses konnte vor drei Jahren kernsaniert werden. Das Haus mit IT-Anbindung ist ein echtes Schmuckstück mit wohliger, lichter Atmosphäre.

Die Einnahmen aus Vermietungen werden im Haus reinvestiert und unterstützen so die wichtige Arbeit der Bergwacht. Die Bergwacht, gemeinhin und richtig mit der Rettung verunglückter Wanderer und Skifahrer in Verbindung gebracht, übernimmt darüber hinaus auch Aufgaben im Naturschutz, bietet Kinderferienprogramme an und organisiert Ausflüge. Schnitzeljagden gehören genauso zur Bergwacht wie eine umfangreiche Ausbildung im Rettungswesen.

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Das Haus Bergfried in Sichtweite zur Talstation der Belchen-Seilbahn ist das Domizil der Bergwacht Schönau. Hier ist auch die Bergrettungswache untergebracht.

Das Haus Bergfried in Sichtweite zur Talstation der Belchen-Seilbahn ist das Domizil der Bergwacht Schönau. Hier ist auch die Bergrettungswache untergebracht.

Wolfgang Grether

Für die Dienstprüfung sind 75 Unterrichtsstunden zu erbringen. Weit über 40 Einsätze pro Jahr beweisen die Notwendigkeit der Organisation.

Eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) ist in ständiger Bereitschaft, unterstützt verletzte Personen und rettet sie aus Gefahrenlagen. Die Einsatzgebiete sind breit. Das ist räumlich durch die Lifte und Skipisten am Belchen und in Hof sowie die Loipen im Dienstgebiet sowie in der Art der Unterstützung gegeben. Während im Winter Skifahrer und Langläufer im Bedarfsfall Hilfe erfahren, können sich im Sommer Wanderinnen und Wanderer auf die Bergwacht verlassen, wenn es mal „nicht so läuft“ wie gedacht. Hand in Hand gehen die Einsätze mit anderen örtlichen Hilfsorganisationen, sobald dies nötig wird. Gemeinsame Ausbildungen bereiten auf diese Fälle vor. „Gut ist die Zusammenarbeit mit allen“, so schätzt Vorstand Daniel Kiefer das gemeinsame Verständnis für die Hilfeleistung ein.

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Schutz von Flora und Fauna stand zu Beginn im Fokus

In diesem Jahr darf gefeiert werden. Seit 100 Jahren gibt es die Bergwacht am Belchen. Die Geschichte der Bergwacht kennt Werner Steiger genau. Er blickt auf eine aktive Tätigkeit für die Organisation zurück, die über ein halbes Jahrhundert hinausreichte. Im Gasthaus auf dem Belchen erinnerte er mit einer Bilderausstellung an das Wirken in den letzten Jahrzehnten in der gemeinnützigen Organisation. Die Bergwacht wird gemeinhin mit Rettung in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich ging es darum schon bei der ersten Gründung im Hofbräuhaus, München, am 14. Juni 1920. Gedacht war dabei aber mehr an Blumen der Bergwiesen als an Menschen. Vor allem das Edelweiß sollte erhalten bleiben und so steht im ersten Paragraphen der Vereinssatzung. Als Wächter der guten Sitten sowie des Pflanzenschutzes sahen sich die Mitglieder. Aus der Bewachung der Pflanzen, die auch in der Nacht geboten war, kam das Hilfeersuchen von Menschen, die am Berg verunglückten.

1926 wurden die ersten drei Bergretter benannt

Die Bergwacht Schwarzwald gibt es seit dem 19. März 1922 auf Initiative der badischen Regierung. Vorangetrieben vor allem von den Mitgliedern des Schwarzwaldvereins Freiburg war sie Teil der Münchener Bergwacht. Mit eigener Kleiderordnung und Zeitschrift wusste man, auf sich aufmerksam zu machen. Am 26. Juli 1926 benannten der Skiclub und der Schwarzwaldverein Schönau drei Mitglieder für die Bergrettung an die Freiburger Bergwacht. Damit war die Ortsgruppe Schönau der Bergwacht Schwarzwald unter der Führung von Hermann Streich entstanden.

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Schönster Aussichtsberg im Schwarzwald

Die Bergwacht Schönau hilft, wenn es nötig wird. Die Seilbahn zum Belchen bringt Besucherinnen und Besucher bequem auf den schönsten Aussichtsberg im Schwarzwald. So beschreibt die Bahngesellschaft ihre Aufgaben, so empfinden Ausflüglerinnen und Ausflügler die Fahrt von der Talstation auf den Berg. Auf rund 1100 Metern Höhe wird gestartet, der Ausstieg liegt auf 1363 Metern. Gute vier Minuten dauert der Aussichtsgenuss in der Gondel. Wer danach auf den Gipfel des Berges mit 1414 Metern steigen will, braucht noch etwas länger. Steil ist der Weg, aber gut begehbar und auch der Zeitbedarf für den Steig auf „den Panoramaberg“ ist überschaubar.

Webcam informiert über das Wetter am Belchen

Über die Webcam können sich Interessierte im Vorfeld informieren. Die Anfahrt ist unter www.belchen-seilbahn.de beschrieben. Autofrei mit dem Bus oder mit Auto, da gibt es keine Einschränkung. Parkmöglichkeiten bei der Talstation sind vorhanden, eine Fahrt mit dem Auto auf den Berggipfel ist nicht möglich.

Flora und Fauna auf dem Belchen sind geschützt

Flora und Fauna am Berg erfahren so einen besonderen Schutz. Für den bequemen Aufstieg sorgt die Belchenbahn seit 25 Jahren. Mehr als 85.000 Besucherinnen und Besucher transportiert die Bahn zum Belchenhaus, das die Endstation ist und mit seinem Charme und der Sonnenterrasse zum Rasten einlädt.

Der Belchen ist seit einem Vierteljahrhundert autofrei

Der Skilift am Belchen aus dem letzten Jahrhundert ist verschwunden und die Parkmöglichkeit auf dem Gipfel des Belchens auch. Dafür entstand die Belchenbahn. Rühriger Geschäftsführer damals wie heute: Klaus-Peter Rudiger, der im Team mit zehn Angestellten die Bahn am Laufen hält. Mit ihm zusammen gründeten Ulrich Steinebrunner, Peter Weiß und der mittlerweile verstorbene Gustav Kaiser die Bahngesellschaft. Die Gondeln konnten von der Weltausstellung Expo in Hannover übernommen werden. Das Motto der Ausstellung „Menschen, Natur und Technik“ passt auch zur Verwendung. Mittlerweile wurden einige der bequemen Transportbehälter ausgetauscht.

Geschäftsführer Klaus-Peter Rudiger vor dem Belchenhaus auf 1363 Metern Höhe, auf dessen Terrasse die Besucher einen wunderbaren Rundblick auf den Schwarzwald haben.

Geschäftsführer Klaus-Peter Rudiger vor dem Belchenhaus auf 1363 Metern Höhe, auf dessen Terrasse die Besucher einen wunderbaren Rundblick auf den Schwarzwald haben.

Wolfgang Grether

Geblieben ist das Expo-Feeling mit dem wunderbaren Rundblick auf den Schwarzwald. Aus der Skiliftgesellschaft machten die findigen Gesellschafter, die Belchenhaus GmbH, die das Belchenhaus aus dem Landeseigentum übernahm und erfolgreich führt. Möglich war das alles nur dank der Unterstützung des ehemaligen Bürgermeisters von Schönau, Bernhard Seger, und von Landrat Alois Rübsamen, so der Bahngeschäftsführer Klaus-Peter Rudiger. Touristische Vermarktung und Umweltschutz laufen nicht überall zusammen. Ein großes Lob gibt es vom Geschäftsführer der Bahngesellschaft für die untere Umweltschutzbehörde beim Landkreis Lörrach und die Obere Umweltschutzbehörde des Regierungspräsidiums Freiburg. „Wir sind nicht immer einer Meinung, finden aber immer gemeinsam eine gute und tragfähige Lösung“, so sein Kommentar zum Umgang.

100 Jahre Bergwacht Schönau und 25 Jahre Belch-Seilbahn

Doppeljubiläum:  Bergretter und Bergbahn feiern am Sonntag, 13. September, ihr 100-jähriges beziehungsweise 25-jähriges Bestehen.

Programm: Um 10 Uhr ist Treffpunkt zum Gottesdienst auf dem Gipfel. Ab 11 Uhr startet die Festlaune bei der Talstation der Bergbahn zum Belchen. Gratulieren werden auch verschiedene Hilfsorganisationen, deren Fahrzeuge für Besucher offen sind. Gespannt dürfen die Kinder auf die Bergwacht-Rallye sein, die extra für sie erdacht und bestimmt etwas Besonderes bietet. Aber auch die Freunde von Bier, herzhaftem Essen und Blasmusik kommen nicht zu kurz. Der Aufenthalt im Festzelt lädt zum Verweilen ein: Die Bergmannskapelle aus Wieden und die Blechmeisen, eine Kombination vieler begeisterter   Musiker aus dem Raum Hotzenwald/Wiesental, spielen auf.

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