Anzeige: Hier lebe ich gerne: Lörrach-Hauingen

Saskia Hartl und Anja Dierstein aus Hauingen mit ihren Kindern Emely, Ella und Zoé
Holger SchlichtHauingen, das Dorf an der Sonne, ist seit 1975 ein Stadtteil von Lörrach, hat aber eine eigene Ortschaftsverwaltung mit Günter Schlecht als Ortsvorsteher. Es zählt rund 3000 Einwohner und erstreckt sich geografisch vom Flussbett der Wiese bis zu den Höhen des Röttler Waldes.
Überhaupt ist die 740 Hektar große Gemarkung zu 60 Prozent mit Wald bedeckt, durch den Ortskern fließt der Soormattbach, der in die Wiese mündet. Die evangelische Kirche St. Nikolaus bestimmt den Ortskern, ihr 27 Meter hoher spätgotischer Kirchturm stammt aus dem Jahr 1469, das älteste Gebäude im Dorf ist das Pfarrhaus aus dem Jahr 1560.
Was Hauinger Bürger sagen
Unsere Zeitung war in Hauingen unterwegs, um einige Bürger Hauingens zu befragen, warum sie gerne in Hauingen leben.
Anja Dierstein ist in Hauingen im Leh aufgewachsen, hat dann im Alter von fünf bis achtzehn Jahren in Haagen gewohnt und ist dann wieder nach Hauingen zurückgezogen, wo sie nun seither mit ihrer Tochter Zoé lebt. Sie fühlt sich zwar wohl in Hauingen, möchte aber gerne nach Steinen ziehen, weil dort die Infrastruktur besser sei. Sie vermisst kostenlose Spiel- oder Bastelangebote für Kinder, zudem sei die Skateranlage beim Schöpflin-Areal wieder abgebaut worden, die bei vielen Kindern und Jugendlichen sehr beliebt gewesen sei. Auch mit der Schulbetreuung ist sie nicht zufrieden, die Abläufe seien teils chaotisch, es seien auch eher zu wenig Kinder in der Betreuung, weil viele Eltern ihre Kinder nicht so gerne hinbringen würden. Zudem gäbe es zwar einen Dorfladen, der aber nur unregelmäßig geöffnet habe. Schön sei allerdings die Umgebung zum Laufen oder Fahrradfahren und zum Glück gebe es den Edeka in Brombach zum Einkaufen.

Klaus Minke, Willi Becherer und Karl-Friedrich Ludin (von links) vom Männergesangsverein Hauingen
Holger SchlichtSaskia Hartl ist von Brombach nach Hauingen gezogen und fühlt sich hier sehr wohl. Die Leute seien alle sehr freundlich, es gebe eine tolle Dorfgemeinschaft, einen sehr engagierten Turnverein und natürlich die Buurefasnacht, bei der die Familie selbst gerne mitmacht. Alles sei sehr familiär, ihre Tochter gehe gerne zur freiwilligen Feuerwehr. Ein Minuspunkt sei die Wohnsituation und Mietpreise, aber das sei ja mittlerweile wohl überall so. Allerdings sollten die Spielplätze wieder einmal aufgehübscht werden, vieles sei in die Jahre gekommen und nicht mehr sehr einladend.
Im Ludin-Schopf hinter der Ortsverwaltung bereiten gerade Karl-Friedrich Ludin, ein Hauinger Urgestein, sowie Willi Becherer und Klaus Minke das Fest des Männergesangvereins Lörrach vor, das am Wochenende stattfinden wird. Ludin würde nirgends anders als in Hauingen wohnen wollen, er sei hier aufgewachsen und mit dem Dorf verwurzelt.
Mit dem Ort verwurzelt
Willi Becherer macht sich allerdings Sorgen um die Zukunft des Fests, wenn die Ära Ludin einmal zu Ende gehen würde. Ludin macht sich da keine Sorgen, „Dann findet des Fescht halt neume anderscht statt.“ Was alle drei schade finden, ist, dass es nur noch zwei Kneipen im Dorf gibt, zum einen die Pizzeria il Trullo und zum anderen das Schützenhaus, welches aber allerdings etwas außerhalb liegt. Früher habe es einmal sieben Wirtschaften in Hauingen gegeben.
Das findet auch Jürgen Brenneisen, der in Hauingen aufgewachsen ist und bis heute dort lebt. Auch er bedauert das Fehlen der Wirtshäuser und nun solle auch noch das Gemeindehaus verkauft werden, weil immer weniger Leute in die Kirche gehen würden und der Nachwuchs fehle. Er fühle sich sehr wohl in Hauingen.
Auch Kim Brombacher ist in Hauingen aufgewachsen und wohnt gerne hier. Allerdings sei das Angebot für Kinder und Teenies sehr beschränkt. Sie fände es schön, wenn es mehr Möglichkeiten geben würde, wo die Jugendlichen sich kennenlernen und zusammen etwas auf die Beine stellen könnten. Zum Einkaufen geht sie nach Steinen, der Dorfladen sei einfach zu unregelmäßig geöffnet, sagt sie.