Ja zum Alter: Wenn sich das Berufsende nähert

Der Übergang vom Ende des Erwerbslebens in die Rente ist gar nicht so einfach.
Heike Lyding/epdMehr als 40 bis 45 Jahre dauert in der Regel ein Berufsleben. Ob in einer Arbeit am Tag oder in einem Schichtbetrieb, das Arbeitsleben diktiert den täglichen Ablauf der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Doch dann – für manche urplötzlich und fast unerwartet – kommt der letzte Arbeitstag, und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Es ändert sich viel. Wie die Weichen für den neuen Lebensabschnitt richtig gestellt werden können, zeigt eine Veranstaltung der Kreisvolkshochschule und des Kreisseniorenrats am Samstag, 14. November, im Kreishaus, Landhausstraße 4 in Freudenstadt.
Experten referieren
In drei Abschnitten soll bei dieser Veranstaltung ab 9 Uhr auf die Veränderung eingegangen werden. Dr. Klaus Rademacher vom Klinikum Freudenstadt hat die medizinischen Aspekte unter das Motto „Aktiv bleiben – gelassener werden“ gestellt. Es werden natürliche Alterungsprozesse und nachlassende Körperfunktionen besprochen. Auch widmet sich der Facharzt den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Sterbehilfe.
Im zweiten Teil stellt der Psychologe Dr. Gero Kerig fünf Faktoren vor, die das Heidelberger Institut für Altersforschung für einen gelungenen Übergang in die Rente entwickelt hat. Nach Wegfall der beruflichen Strukturen, die unserem Leben den stärksten Stempel aufdrücken, fällt von heute auf morgen dieses Zeitkorsett weg. Einen Übergang in den Ruhestand können die wenigsten fließend gestalten. Dennoch ist dies DER Augenblick, um das Leben nun endlich ganz nach den eigenen Vorstellungen zu leben.
Der Beruf bietet uns ein permanentes Trainingsfeld. Körperliche, geistige und soziale Aktivitäten werden von uns täglich gefordert. Viele Fähigkeiten und Fertigkeiten werden damit ständig geübt und bleiben damit erhalten. Im Ruhestand ist nun jeder selbst für die Erhaltung dieser Fähigkeiten verantwortlich. Sonst droht vorzeitiges Altern. Einsamkeit macht alt und krank. Soaps und andere Fernsehshows sind kein Ersatz für Beziehungen zu realen Menschen. Ein soziales Netzwerk – am besten schon vor Eintritt in das Rentenalter – ist die beste Versicherung gegen Einsamkeit.
Rollen werden neu definiert
Partnerschaftskrisen nehmen nach Berufsende zu. Entfremdung wird jetzt – wenn man plötzlich den ganzen Tag „aufeinander hockt“ – deutlich. Scheidung statt Silberhochzeit ist durchaus gängig. Zudem müssen die innerfamiliären Rollen neu verteilt werden. Anforderungen und Erwartungen können da schon mal hart aufeinanderprallen. Auch das Aufgehobensein innerhalb einer gesunden Familienstruktur schützt vor einem allzu abrupten Absturz nach dem Berufsende und vor drohender Einsamkeit.
Im dritten Teil zeigt Martin Zerrinius, Mitglied im Kreisseniorenrat, praktische Vorschläge für das aktive Leben im Ruhestand.
Zur Veranstaltung ist eine Anmeldung nötig bei der Kreisvolkshochschule unter der Anmeldenummer: 16400FD.




