Zwischenwahlen in den USA: Tödliche ICE-Einsätze: US-Wähler setzen Zeichen in Minnesota

Im Minneapolis haben Wähler am Tag der Midterms Aufkleber mit der Aufschrift «I voted» («ich habe gewählt») an den Gedenkstätten für Renee Good und Alex Pretti angebracht.
Abbie Parr/AP/dpa- Midterms in Minnesota: Wähler kleben „I voted“-Sticker an Gedenkorte für Renee Good und Alex Pretti.
- Beide wurden im Januar in Minneapolis bei ICE-Einsätzen erschossen, Videos widersprechen Notwehr.
- Besucher betonen, die Getöteten hätten nicht wählen dürfen – die Sticker sollen Stimmen sichtbar machen.
- Gouverneur Tim Walz besucht die Orte und schreibt: „Wir haben nicht vergessen“, Verantwortliche würden zur Rechenschaft gezogen.
- Vor den Fällen entsandte das Heimatschutzministerium tausende teils bewaffnete Kräfte – landesweiter Aufschrei folgte.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Zahlreiche Menschen im US-Bundesstaat Minnesota haben Berichten zufolge am Tag der Kongresswahlen Aufkleber mit der Aufschrift „I voted“ («ich habe gewählt») an den Gedenkstätten für Renee Good und Alex Pretti angebracht. US-Medien veröffentlichten Fotos der bunt beklebten Erinnerungsorte für die beiden US-Bürger, die im Januar in Minneapolis bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden waren.
Zahlreiche Menschen gedenken der von ICE Getöteten
„Wir können nicht ändern, was geschehen ist, aber wir werden weiterkämpfen“, sagte eine Frau an der Gedenkstätte von Pretti dem Lokalsender Kare 11. Sie habe den Sticker hinterlassen, „weil Alex nicht wählen durfte“, sagte die Frau unter Tränen, „und weil es wirklich wichtig ist, dass wir unseren Stimmen Gehör verschaffen können“.
An einem Denkmal für die getötete Good sagte eine Frau dem Sender: „Ich möchte glauben, dass ihr Leben nicht umsonst war, dass sie zumindest zu einem Ankerpunkt geworden ist, der die Menschen mobilisiert und uns dazu bewegt hat, wählen zu gehen.“
Gouverneur Walz: „Wir haben nicht vergessen“
Er habe bei den Gedenkstätten für Good und Pretti Halt gemacht, schrieb auch Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz auf der Plattform X. Er sei beeindruckt gewesen, wie viele Menschen dort ihre Anteilnahme bekundet und einen Sticker hinterlassen hätten. „Wir haben nicht vergessen“, schrieb Walz. Die Verantwortlichen würden bald zur Rechenschaft gezogen.
Zur Umsetzung der rigorosen Abschiebepolitik hatte das Heimatschutzministerium der Trump-Regierung vergangenen Dezember Tausende teils bewaffnete und vermummte Einsatzkräfte in den Bundesstaat Minnesota entsandt. Anfang Januar wurde die 37-jährige Good bei einem ICE-Einsatz erschossen. Die Regierung bezeichnete das Handeln des Beamten als Notwehr - die nach dem Vorfall öffentlich gewordenen Videoaufnahmen erwecken allerdings einen anderen Eindruck.
Fälle lösten landesweiten Aufschrei aus
Am 24. Januar 2026 wurde der 37-jährige Pretti bei einem weiteren Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis getötet. Die US-Regierung stellte die Schüsse als Selbstverteidigung dar, obwohl von ihm nach Videoaufnahmen zu urteilen augenscheinlich keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging. Die Taten sorgten für einen landesweiten Aufschrei und erhebliche Kritik am Vorgehen der US-Regierung und blieben für die Schützen bislang ohne gravierende Konsequenzen.