Ukraine-Krieg
: Lawrow: Keine Entspannung zwischen Russland und USA – scharfe Kritik an Deutschland

Der russische Außenminister sieht keine Annäherung zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus. Und an die Adresse Europas und Deutschlands sendet er harsche Worte.
Von
red/dpa
Atlanta
Jetzt in der App anhören

Der russische Außenminister Sergei Lawrow

Michael Kappeler/dpa
  • Lawrow sieht keine Entspannung mit den USA – Diesel-Deal wecke falsche Erwartungen.
  • Er betont anhaltende und zusätzliche Sanktionen, auch gegen Lukoil und Rosneft.
  • Dreiergespräche Ukraine, USA und Russland sollen Mitte November in Abu Dhabi fortgesetzt werden.
  • Er wirft Europäern Einmischung in Friedensverhandlungen vor und kritisiert Johannes Wadephul.
  • G20 in Atlanta ohne „Familienfoto“; europäische Minister wollten nicht mit Lawrow posieren.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

In den Beziehungen zwischen Russland und den USA gibt es nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow bisher keine Entspannung. „In der Praxis sind bislang keine wirklichen Fortschritte in den Beziehungen zu den USA zu erkennen. Man sollte sich keine Illusionen hinsichtlich des Diesel-Deals machen“, sagte Lawrow am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

„Die grundlegenden Fragen werden nicht gelöst, die Sanktionen dauern an, alle Sanktionen (des ehemaligen US-Präsidenten Joe) Bidens werden von der derzeitigen Regierung fortgeführt, und es werden zusätzliche Sanktionen gegen (die Ölgiganten) Lukoil und Rosneft verhängt“, sagte er. 

Mit Blick auf die bevorstehenden Dreiergespräche der Ukraine, der USA und Russlands in den kommenden Tagen sagte Lawrow, die Positionen seien klar. Nach jüngsten Andeutungen aus dem Kreml wollten sich die Delegationen Mitte November in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, zu einer Fortsetzung ihrer seit Monaten unterbrochenen Unterredungen über eine mögliche Friedenslösung treffen. Lawrow kritisierte dabei die Haltung der Europäer. „Sie versuchen, sich in den Friedensverhandlungsprozess in der Ukraine einzumischen“, sagte er. 

Lawrow spricht von „Familienfoto-Diplomatie“

Gleichzeitig übte Lawrow scharfe Kritik an seinem deutschen Kollegen Johannes Wadephul (CDU), dem er „Familienfoto-Diplomatie“ vorwarf. „Dieser Herr Wadephul, der vor einem Monat um ein Treffen mit mir in New York gebeten hatte, hat gestern oder heute Vormittag eine Art Erklärung abgegeben, dass er Lawrow alles sagen werde, was den aggressiven Krieg betrifft, und sich niemals fotografieren lassen werde“, behauptete der russische Außenminister. „Das nenne ich Familienfoto-Diplomatie. Wenn es für sie vor allem darauf ankommt, wie sie auf einem Familienfoto aussehen und wer neben ihnen steht, dann sagt das schon alles.“

Die Außenminister der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer haben bei ihrem Treffen in den USA ein deutliches Signal an Moskau gesetzt. Das sonst oft übliche „Familienfoto“ der Teilnehmer fiel bei den Beratungen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia aus. Wadephul hatte schon kurz vor Beginn gesagt: „Es wird in jedem Fall kein Familienfoto geben, auf dem unsere europäischen Partner gemeinsam mit Herrn Lawrow sind.“