Rekord-Wahlbeteiligung
: Parlamentswahl in Serbien: Vučić räumt Niederlage ein

Bei der Parlamentswahl in Serbien hat der Spitzenkandidat der regierenden SNS-Partei, Aleksandar Vučić, seine Niederlage eingestanden.
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red/dpa/AFP
Belgrad
Parlamentswahlen in Serbien: Aleksandar Vucic bei der Stimmabgabe: SERBIA, BELGRADE - OCTOBER 25, 2026: Former Serbian president Aleksandar Vucic talks to journalists outside a polling station during the 2026 Serbian parliamentary election. On 25 October, the Serbs went to the polls to elect members of the country's unicameral parliament, Narodna Skupshtina. Alexander Ryumin/TASS / action press

Der langjährige Präsident Aleksandar Vucic hat nach der Parlamentswahl seine Niederlage eingeräumt.

Alexander Ryumin/TASS/actionpress
  • Vucic räumt Niederlage seiner Serbischen Fortschrittspartei nach Parlamentswahl ein.
  • Er stützt sich auf eine geschichtete Stichprobe und spricht vor Anhängern in Belgrad.
  • Wahlbeteiligung bis 18 Uhr bei 64,89 Prozent – höchster Wert seit mehr als 30 Jahren.
  • Studentenproteste mobilisierten zuvor; Studentska Lista forderte die Partei heraus.
  • Beobachter melden Zwischenfälle, von verspäteten Öffnungen bis zu gewaltsamen Angriffen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nach der Parlamentswahl in Serbien hat der langjährige Präsident Aleksandar Vučić die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingeräumt. „Auf der Grundlage einer geschichteten Stichprobe ist klar, dass wir diese Wahlen verloren haben“, sagte Vučić am Sonntagabend vor seinen Anhängern in der Parteizentrale in Belgrad. Bei der Wahl hatte die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista Vučić Serbische Fortschrittspartei (SNS) herausgefordert.

Die Wahlbeteiligung hatte bereits vor Schließung der Wahllokale einen Rekordwert erreicht. Bis 18 Uhr hatten nach Angaben der Wahlkommission 64,89 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Dies sei die höchste Beteiligung seit mehr als 30 Jahren, teilte die Kommission mit. Die Wahllokale schlossen um 20 Uhr. Die hohe Beteiligung galt als Zeichen einer starken Mobilisierung gegen Vucic.

Vučić gesteht Niederlage ein, Wahlbeteiligung auf Rekord-Hoch

Der 56-Jährige, der die serbische Politik seit vielen Jahren beherrscht, war im September als Staatspräsident zurückgetreten. Mit den vorgezogenen Parlamentswahlen wollte er sich den Weg zurück an die Regierungsspitze ebnen. Das Amt des Ministerpräsidenten hatte er bereits vor seiner Präsidentschaft inne.

Insgesamt standen 18 Wahllisten zur Auswahl. Als wichtigste Konkurrenten galten Vučić' SNS und die von der Studentenbewegung unterstützte Studentska Lista. Umfragen hatten vor der Abstimmung ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt.

Die Protestbewegung war nach dem tödlichen Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der zweitgrößten serbischen Stadt Novi Sad vor zwei Jahren entstanden. Aus den anfänglichen Protesten entwickelte sich eine breite Bewegung gegen die Regierung und die weitverbreitete Korruption im Land. Hunderttausende Menschen beteiligten sich an Demonstrationen in Belgrad und forderten vorgezogene Neuwahlen.

Protestbewegung gegen die Regierung

Die Kundgebungen zählten zu den größten Protesten in Serbien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Slobodan Milosevic im Jahr 2000. Kritiker werfen Vučić vor, die Demokratie in Serbien ausgehöhlt und Andersdenkende sowie unabhängige Medien unterdrückt zu haben. Zudem machen sie ihn für die weitverbreitete Korruption verantwortlich

Wahlbeobachter meldeten Zwischenfälle

Die Stimmung am Wahltag war angespannt. Seit den Morgenstunden vermeldeten lokale Wahlbeobachter zahlreiche Zwischenfälle – von Wahllokalen, die verspätet öffneten, über mutmaßlichen Stimmenkauf bis zu gewaltsamen Vorfällen. Bei der südserbischen Stadt Nis sollen an die 30 Unbekannte ein Wahllokal gestürmt und Anwesende attackiert haben; in einem Belgrader Vorort soll eine Gruppe Maskierter vor einem Wahllokal auf junge Männer eingeprügelt haben. In Nordserbien seien zwei Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit mit Steinen beworfen worden, berichten örtliche Medien.