Putin-Freund: „Deutschlands frechster Rentner“ – Hohn über Schröder

Putin ist schon lange ein Duzfreund des Ex-Kanzlers – hier bei einem Deutschland-Besuch vor Jahren.
imago images/ITAR-TASS- Schröder war in Moskau geschäftlich und besuchte Wladimir Putin zum 74. Geburtstag.
- Der Kreml sprach von einer Einladung des „alten Freundes“ ins Haus des Präsidenten.
- Zuvor hielt Schröder eine Rede in einer Moskauer Globus-Filiale – in Deutschland folgte Kritik.
- Strack-Zimmermann nannte ihn „Deutschlands frechsten Rentner“, Göring-Eckardt sprach von Schande.
- Schröder sitzt im Aufsichtsrat von Globus in Russland, seine Putin-Nähe sorgt weiter für Kritik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gerhard Schröder ist an unterschiedlichen Orten ein unterschiedlich gerne gesehener Gast. Als am 28. September das Bundesverfassungsgericht zu seinem 75. Geburtstag geladen hatte, da war auch der Altkanzler zugegen. Anders als zahlreiche aktuelle Amts- und Würdenträger war er vom Protokoll aber offenbar weniger prominent platziert worden. Den Weg über den großen Platz vor der Stadthalle absolvierte er nicht mit Polizeieskorte und Staatskarosse, sondern zu Fuß, begleitet von seiner EhEhefrauo-yeon Schröder-Kim.
„Alter Freund“ Schröder zu Hause bei Putin
Am 7. Oktober nun war Schröder in Moskau, geschäftlich, wie es heißt. Als Wladimir Putin aus den Medien von Schröders Anwesenheit in der russischen Hauptstadt erfahren habe, sei die Reaktion des russischen Präsidenten schnell erfolgt. „Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein“, teilte der Kreml beim Nachrichtendienst Telegram mit. Schröder sei daraufhin bei Putin gewesen, als dieser seinen 74. Geburtstag feierte.
Der Ex-Kanzler steht wegen seiner Verbindungen zur russischen Wirtschaft und zu Machthaber Wladimir Putin seit geraumer Zeit in der Kritik. Seine Kontakte zur russischen Elite bestanden auch nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 und den darauffolgenden westlichen Sanktionen fort. In der vergangenen Woche ist Schröder in den Aufsichtsrat bei Globus in Russland aufgenommen worden.

Die Globus Gruppe ist auch in Russland aktiv.
Thomas Frey/dpaDie Berufung in den Aufsichtsrat der Supermarkt-Kette geschah unmittelbar, nachdem der Kreml den Mitbewerber Metro in Russland unter Zwangsverwaltung gestellt hatte. Bei Globus soll Schröder die strategische Entwicklung des Unternehmens in Russland begleiten. Der Ex-Bundeskanzler werde an der allgemeinen Leitung mitwirken und die Entwicklung von Hyperglobus begleiten, hieß es seitens des Unternehmens. Die Supermarkt-Kette Globus hat ihre Wurzeln im Saarland.
Wie es in einer Pressemitteilung heißt, setzt der frühere Unternehmenschef von Globus-Deutschland, Thomas Bruch, auf die langjährige Erfahrung von Schröder im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands. Damit werde es dem Unternehmen möglich, unter den aktuellen Bedingungen konstruktive Lösungen zu finden.
Schröder-Rede vor Mitarbeitern im Supermarkt
Vor der Geburtstagsfeier bei Putin hatte Schröder eine Filiale der Supermarkt-Kette in Moskau besucht und eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeitern gehalten. Dort gab es freundlichen Beifall, in Deutschland dagegen harsche Kritik. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bezeichneten den Besuch als Schande. Göring-Eckardt schrieb auf der Plattform X: „Eine Schande für Deutschland. Ein Verrat an Europa. Ein Bärendienst für Frieden“. Strack-Zimmermann bezeichnete Schröder an gleicher Stelle als „Deutschlands frechsten Rentner“. Der Besuch sei eine Schande.

Schröder und Putin: Männerfreundschaft im Bierzelt bei einem Deutschland-Besuch vor Jahren.
imago images/ITAR-TASSDer Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, kritisierte ebenfalls, Schröder sei für einen Untersuchungsausschuss zu krank, aber fit genug für Moskau und Putin. Er fügte hinzu: „Wunderheilung à la Rasputin bei Gerhard Schröder.“ 2025 hatte Schröder Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baus der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burn-out-Erkrankung abgesagt.
