Todesstrafe: USA planen öffentliche Hinrichtung

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will die Exekution eines Attentäters im Livestream zeigen.
Jeremias Gonzalez/AP/dpa- US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant, eine Hinrichtung live im Internet zu zeigen.
- Es geht um Nidal Hasan, 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt.
- Termin und Ort der Exekution: 3. Dezember auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas.
- Wäre die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren – Debatte ist heftig.
- Unklar ist, wer Zugang zum Livestream erhält und wie Kinder geschützt werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nicht nur in den USA ist eine heftige Debatte über die Todesstrafe entbrannt. Zwei Giftspritzen hat die zum Tode verurteilte Christa Pike überlebt. Die Hinrichtung der 50-jährigen verurteilten Mörderin ist gescheitert und wirft viele Fragen auf. Fragen, die den konkreten Einzelfall ebenso betreffen wie die Grundsätze der Todesstrafe. Mitten in diese Debatte meldet sich Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich gerne als Kriegsminister bezeichnet, zu Wort. Er wolle die Hinrichtung eines Menschen live im Internet zeigen.
Hasan ist 2013 verurteilt worden
Es geht um Nidal Hasan. Im November 2009 hatte Hasan als Psychiater des US-Heeres auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet und zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten getötet und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde. Hasan gab laut „New York Times“ an, den Angriff im Namen des Dschihads, des sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Er wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt.
Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung von Nidal Hasan öffentlich beobachten könnten, sagte Hegseth nun dem rechtskonservativen US-Sender „Real America’s Voice“. Die Menschen müssten verstehen, dass solche Taten „schwerwiegende Konsequenzen haben“. Sollte es tatsächlich zu der Exekution kommen, wäre es laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Sie ist für den 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas geplant. US-Präsident Donald Trump hatte die Hinrichtung wenige Tage nach dem Drama um Christa Pike genehmigt.
Sollten die Vereinigten Staaten diese spezielle Form der öffentlichen Hinrichtung tatsächlich durchführen, würden sie sich auf eine Stufe mit Staaten stellen, die sie sonst gerne kritisieren. Laut Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International fanden im vergangenen Jahr mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen statt: sechs in Afghanistan und elf im Iran. Auch aus Saudi-Arabien, Somalia und Nordkorea werden immer wieder öffentliche Hinrichtungen vermeldet.

Nidal Hasan ist von einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden.
HANDOUT/afpLetzte öffentliche Hinrichtung war vor 90 Jahren
Das US-Militär hat mehreren US-Medien zufolge zuletzt im Jahr 1961 einen Armeeangehörigen hingerichtet. Der Mann war für die Vergewaltigung und den versuchten Mord an einer Elfjährigen während seines Einsatzes in Österreich zum Tode verurteilt worden. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt.
Noch völlig offen, aber bereits heiß diskutiert, ist die Frage, ob es für den geplanten Livestream der Hinrichtung bestimmte Zugangsvoraussetzungen geben soll. Noch ist zum Beispiel nicht geklärt, wie verhindert werden soll, dass auch Kinder dabei zusehen können.

