Wissenschaftler Georg Nagel
: Nobelpreisträger kommt aus Baden-Württemberg

Ein Wissenschaftler aus dem Kreis Ravensburg erhält den Medizin-Nobelpreis 2026. Zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern hat er die Reaktion von Algen auf Licht erforscht.
Von
Michael Maier
Stockholm
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SWEDEN-GERMANY-NOBEL-AWARD-MEDICINE-PHYSIOLOGY: This undated handout photo released on October 5, 2026 by the University of Wuerzburg shows German scientist Georg Nagel. The Nobel medicine prize was awarded on October 5, 2026 to US psychiatrist and neurologist Karl Deisseroth and German scientists Peter Hegemann and Georg Nagel for their pioneering work in the field of optogenetics. Optogenetics involves controlling nerve signals with light, and helps researchers understand how specific cell types contribute to behaviours like learning, fear, addiction and movement. The trio were honoured "for their discovery of a molecular switch for nerve cells", the Nobel Assembly said. (Photo by Rudi MERKL / Julius-Maximilians-Universität Würzburg / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /  Julius-Maximilians-Universität Würzburg / Rudi MERKL" - HANDOUT - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Nobelpreisträger Georg Nagel auf einem Bild der Uni Würzburg.

RUDI MERKL/afp
  • Georg Nagel erhält den Medizin-Nobelpreis 2026, bekanntgegeben in Stockholm.
  • Er teilt sich die Auszeichnung mit Peter Hegemann und Karl Deisseroth.
  • Gewürdigt werden Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik.
  • Ausgangspunkt war Kanalrhodopsin in Algen, womit Nervenzellen per Licht aktiviert werden.
  • Nagel stammt aus Weingarten, studierte in Konstanz und ist Professor in Würzburg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Große Ehrung für einen gebürtigen Oberschwaben: Der 73-jährige Georg Nagel erhält den Medizin-Nobelpreis 2026 – gemeinsam mit Peter Hegemann, der aus NRW stammt, und Karl Deisseroth aus den USA. Bekanntgegeben wurde die Entscheidung am Montagmorgen in Stockholm. Gewürdigt werden ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik.

Nagel wurde 1953 in Weingarten im Kreis Ravensburg geboren. Er studierte Biologie und Biophysik an der Universität Konstanz. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über Frankfurt und Forschungsaufenthalte in den USA nach Würzburg, wo er 2004 eine Professur übernahm.

Von Weingarten zum Medizin-Nobelpreis

Den entscheidenden Ausgangspunkt fanden Nagel und Hegemann in einer einzelligen Alge: Sie entdeckten Kanalrhodopsin, ein Protein, das unter blauem Licht einen Ionenkanal öffnet. Deisseroth nutzte diese Eigenschaft, um Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt zu aktivieren. So entstand ein wichtiges Werkzeug der Optogenetik.

Die Methode ermöglicht Forschenden, die Arbeit bestimmter Nervenzellen und neuronaler Netzwerke genauer zu untersuchen. Damit lässt sich besser verstehen, wie Erinnerungen, Gefühle und Verhalten entstehen – und welche Schaltkreise bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle spielen.

Die drei Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von zwölf Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet gut einer Million Euro. Für Nagel ist der Nobelpreis die höchste Anerkennung einer Forschungslaufbahn, deren Wurzeln in Baden-Württemberg liegen.