Warnmeldung zum Warntag 2026: Probealarm auf dem Handy ausschalten

So lässt sich der Probealarm vermeiden.
Bernd Weißbrod/dpaAm heutigen Donnerstag, 10. September 2026, findet der bundesweite Warntag statt. Um 11 Uhr wird eine Probewarnung über zahlreiche Warnkanäle verschickt – darunter auch Cell Broadcast auf Millionen Smartphones. Wer den lauten Probealarm auf seinem Handy nicht erhalten möchte, steht allerdings vor einem Problem: Die Warnmeldung des Warntags lässt sich nicht einfach in den Einstellungen ausschalten.
Der Grund dafür ist die Warnstufe. Die Cell-Broadcast-Meldung zum Warntag 2026 wird mit der höchsten Warnstufe 1 verschickt. Solche Warnmeldungen können nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nicht individuell auf dem Smartphone deaktiviert werden.
Kann man den Probealarm am Warntag ausschalten?
Über die normalen Cell-Broadcast-Einstellungen des Smartphones lässt sich die Warnung um 11 Uhr nicht zuverlässig abschalten. Das BBK unterscheidet bei Cell Broadcast mehrere Warnstufen. Warnungen der Stufen 2 und 3 können je nach Gerät und Betriebssystem unterdrückt werden. Für die höchste Warnstufe 1 gilt das ausdrücklich nicht.
Das bedeutet auch: Wer auf seinem iPhone oder Android-Handy einen Schalter für „Testwarnungen“ findet und diesen deaktiviert, verhindert damit nicht automatisch den Probealarm des bundesweiten Warntags. Die bundesweite Warnung wird als Warnung der höchsten Stufe ausgesendet.
Wer den Alarm tatsächlich vermeiden möchte, hat deshalb im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: das Smartphone ausschalten oder rechtzeitig den Flugmodus aktivieren.
Warntag 2026: Hilft der Flugmodus?
Ja. Cell Broadcast funktioniert über das Mobilfunknetz. Für den Empfang muss das Smartphone eingeschaltet und mit dem Mobilfunknetz verbunden sein. Vodafone weist für den Warntag 2026 ausdrücklich darauf hin, dass die Warnmeldung nicht empfangen wird, wenn sich das Gerät im Flugmodus befindet.
Wer um 11 Uhr keinen Cell-Broadcast-Alarm erhalten möchte, kann daher vor 11 Uhr den Flugmodus einschalten.
Wichtig ist allerdings: Im Flugmodus lässt sich auf vielen Smartphones WLAN anschließend wieder separat aktivieren. Dann ist zwar Cell Broadcast weiterhin blockiert, Warn-Apps wie NINA können über die Internetverbindung aber weiterhin Meldungen empfangen. Das BBK verschickt die Probewarnung neben Cell Broadcast auch an Warn-Apps und andere angeschlossene Warnkanäle.
Wer wirklich verhindern möchte, dass das Smartphone während des Warntags eine Warnmeldung ausgibt, ist deshalb mit einem vollständig ausgeschalteten Handy auf der sicheren Seite.
Reicht es, das Handy auf lautlos zu stellen?
Nein. Gerade darauf sollte man sich beim Warntag nicht verlassen.
Die Warnmeldung wird 2026 als Warnung der höchsten Stufe ausgesendet und von einem auffälligen Alarmton begleitet. Nach Angaben von Vodafone ertönt dieser auch dann, wenn das Smartphone auf lautlos gestellt ist.
Auch der normale „Nicht stören“- beziehungsweise Fokus-Modus ist deshalb keine verlässliche Methode, um die Cell-Broadcast-Warnung zu verhindern.
Wer beispielsweise um 11 Uhr in einer Besprechung sitzt, ein kleines Kind schlafen lassen möchte oder aus anderen Gründen keinesfalls durch den Probealarm gestört werden will, sollte sich nicht allein auf die Lautlos-Funktion verlassen.
Cell Broadcast auf dem iPhone ausschalten
Auf dem iPhone befinden sich die Einstellungen für behördliche Warnungen unter Einstellungen > Mitteilungen. Dort muss bis an das Ende der Seite gescrollt werden. Je nach Mobilfunkanbieter und Konfiguration werden dort Einstellungen für offizielle Warnmeldungen beziehungsweise Cell Broadcast angezeigt.
Apple ermöglicht es grundsätzlich, bestimmte Arten offizieller Warnmeldungen zu aktivieren oder zu deaktivieren. Welche Schalter zur Verfügung stehen, hängt jedoch unter anderem von Land, Mobilfunkanbieter und Warnkategorie ab.
Für den heutigen Warntag bringt das Abschalten optionaler Warnkategorien allerdings nichts, wenn es darum geht, die Warnung der höchsten Stufe zu verhindern. Warnstufe 1 kann nicht deaktiviert werden.
Soll das iPhone um 11 Uhr definitiv keinen Cell Broadcast empfangen, muss es daher entweder ausgeschaltet oder vom Mobilfunknetz getrennt werden, beispielsweise durch den Flugmodus.
Probealarm auf Android ausschalten
Auch Android besitzt Einstellungen für Notfallwarnungen. Bei aktuellen Android-Versionen finden sie sich typischerweise unter Einstellungen > Benachrichtigungen > Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte. Die genaue Bezeichnung und Position kann je nach Hersteller abweichen.
Google weist darauf hin, dass Nutzer dort verschiedene Benachrichtigungstypen sowie teilweise Ton- und Vibrationsoptionen verwalten können.
Doch auch hier gilt für Deutschland: Die höchste Cell-Broadcast-Warnstufe lässt sich nicht individuell unterdrücken. Das Abschalten niedriger Warnstufen verhindert daher nicht die entsprechende Warnmeldung des Warntags.
Auch bei Android ist der Flugmodus oder das komplette Ausschalten des Smartphones die zuverlässigere Lösung.
Wann kann der Flugmodus wieder ausgeschaltet werden?
Die eigentliche Probewarnung wird am 10. September 2026 ab 11 Uhr verschickt. Das BBK gibt anschließend gegen 11.45 Uhr eine Entwarnung über die zuvor verwendeten Warnkanäle und Endgeräte aus.
2026 gibt es dabei eine Neuerung: Erstmals bei einem bundesweiten Warntag wird auch eine Entwarnung über Cell Broadcast verschickt. Die technische Möglichkeit dafür wurde Ende 2025 eingeführt.
Die Entwarnung wird bei Cell Broadcast allerdings automatisch nur mit der niedrigsten Warnstufe 3 versendet, um die Geräuschbelastung zu reduzieren. Diese Warnstufe kann je nach Smartphone-Einstellungen deaktivierbar sein.
Wer während des gesamten Warntags keine Cell-Broadcast-Meldung erhalten möchte, kann den Flugmodus deshalb vorsichtshalber bis nach 11.45 Uhr eingeschaltet lassen.
So lässt sich der Warntag-Alarm am sichersten verhindern
Wer lediglich sein Smartphone lautlos stellt oder die normalen Testwarnungen deaktiviert, kann vom Alarm um 11 Uhr trotzdem überrascht werden. Da die Probewarnung mit Warnstufe 1 verschickt wird, lässt sie sich nicht wie eine gewöhnliche Benachrichtigung abschalten.
Am zuverlässigsten sind daher zwei Varianten: Das Smartphone vor 11 Uhr vollständig ausschalten oder den Flugmodus aktivieren und ihn bis nach der Entwarnung gegen 11.45 Uhr eingeschaltet lassen.
Dabei sollte man bedenken, dass Cell Broadcast für reale Gefahrenlagen gedacht ist. Einstellungen für Warnmeldungen dauerhaft zu deaktivieren, ist deshalb wenig sinnvoll. Wer lediglich den angekündigten Probealarm am Warntag vermeiden möchte, kann die Mobilfunkverbindung stattdessen vorübergehend unterbrechen.
Der bundesweite Warntag beginnt am 10. September 2026 um 11 Uhr. Das BBK verschickt die Probewarnung über das Modulare Warnsystem an unter anderem Radio- und Fernsehsender, Warn-Apps und Cell Broadcast. Parallel können Länder und Kommunen beispielsweise Sirenen und Lautsprecherwagen testen. Gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung.
