Trauer um norwegischen König
: Tränen um Harald: So schwer fällt der Abschied bei der Trauerfeier

Nach König Haralds Tod versammelt sich Norwegens Königsfamilie zu einem Gedenkgottesdienst. Besucher kämpfen mit den Tränen. Und der neue König Haakon trauert um seinen „Papa“.
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Von Julia Wäschenbach, dpa
Oslo
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Norwegens neuer König, König Haakon VIII., wird im Palast seine erste Rede als Monarch halten. Der neue König wird eine Gedenkrede für seinen Vater, König Harald, halten.

Heiko Junge/NTB/dpa
  • Nach König Harald V.s Tod trauert Norwegen. Die Königsfamilie besuchte einen Gottesdienst.
  • Viele legten am Schlossplatz Blumen nieder – in Asker weinten Besucher in der Kirche.
  • Haakon VIII. hielt im TV seine erste Ansprache und dankte seinem „Papa“ für dessen Lebenswerk.
  • Beisetzung in Woche 37 geplant, zuvor Abschied am Sarg in der Schlosskapelle in Oslo.
  • Haakon legt am Dienstag den Eid im Parlament ab – eine Segnungszeremonie wird erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Norwegen steht nach dem Tod von König Harald V. alles im Zeichen der Trauer. Während unzählige Menschen erneut zum Schlossplatz strömten, um dort Blumen und Briefe für den Monarchen abzulegen, besuchte die Königsfamilie gemeinsam einen Gedenkgottesdienst in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses Schloss Skaugum in der Kirche in Asker. Für den neuen König Haakon VIII. (53), seine Kinder Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20) sowie seine Mutter, Königin Sonja (89), dürfte es am Sonntag ein schwerer Gang gewesen sein.

Nur die neue Königin Mette-Marit (53) war aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei. Sie hat im Sommer eine neue Lunge bekommen und muss sich noch schonen. Mette-Marit werde aber bei einigen anderen Programmpunkten nach Haralds Tod dabei sein, kündigte der Hof an. 

Tröstende Umarmung für Königin Sonja

Für Haralds Witwe gab es bei der Ankunft an der Kirche eine tröstende Umarmung des Geistlichen. Im Gottesdienst waren Fernsehkameras tabu, doch 400 Gäste durften bei der Gedenkfeier dabei sein.

Vincent Jebsen hatte dafür schon seit acht Uhr morgens vor der Kirche gewartet. „König Harald hat mir viel bedeutet und ich lebe hier in Asker, deshalb ist das auch meine Kirche“, erzählte der 82-Jährige. „Aber vor allem bin ich hier, weil König Harald so ein fantastischer Mensch war, ein Vorreiter auf vielerlei Art und Weise, wenn es um eine offene Gesellschaft geht und darum, alle zu inkludieren.“

König Haakon (r-l), Königin Sonja, Kronprinzessin Mette-Marit und Prinz Sverre Magnus nach der Trauerfeier für König Harald in der Kirche von Asker.

Javad Parsa/NTB/dpa

Nach dem Gottesdienst konnte Besucherin Elisabeth Stolpe die Tränen kaum zurückhalten. „Er war voller Trauer, und schön, und hat mich mit Hoffnung erfüllt. Ich fange fast wieder an zu weinen“, sagte die 86-Jährige. Sie ist so etwas wie eine lokale Ikone, in Asker geboren und aufgewachsen. Das Königshaus bedeutet ihr viel.

Auch Anita Graff Lonnevig und Per Sandbrekke waren nach der Gedenkfeier sichtlich bewegt. „Jeder hat so schön für die Königsfamilie gesungen, die in der ersten Reihe saß“, sagte Anita Graff Lonnevig. Der König werde „zutiefst vermisst“, ergänzte Sandbrekke. „Aber wir werden auch einen guten neuen bekommen.“

Norwegens König Haakon (l-r), Prinzessin Ingrid Alexandra, Königin Sonja und Prinz Sverre Magnus kommen zu einem Trauergottesdienst für König Harald in der Kirche von Asker. (zu dpa: «Tränen um Harald: So schwer fällt der Abschied»)

Javad Parsa/NTB/AP/dpa

Haakon dankte seinem „Papa“ bei erster Ansprache im Fernsehen

Seit dem Tod seines Vaters am Freitagmorgen ist Haakon VIII. neuer König von Norwegen. Am Samstagabend hatte er eine bewegende und sehr persönliche erste Ansprache als Monarch im norwegischen Fernsehen gehalten.

Darin hatte er seinem Vater gedankt, dass er „so ein guter Papa“ war. Harald hatte er als humorvollen Großvater und liebevollen Ehemann beschrieben. Alle seien gerne mit Harald zusammen gewesen. „Ich werde ihn vermissen“, hatte der 53-Jährige über seinen Vater gesagt. „Ich werde sein Lachen vermissen. Seine warmherzige, heitere Art, Menschen und Situationen zu begegnen.» 

Nicht nur in Asker, sondern auch an vielen anderen Orten im Land gedachten Menschen am Sonntag in Gottesdiensten ihrem gestorbenen Monarchen, den viele in diesen Tagen als „Großvater“ von ganz Norwegen bezeichneten. In Woche 37 solle Harald beigesetzt werden, kündigte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre am Sonntag an - ein genaues Datum nannte er nicht. Zuvor sollen die Norweger zu bestimmten Zeiten die Möglichkeit bekommen, in der Osloer Schlosskapelle langsam an seinem Sarg vorbeizugehen.

König Haakon (r-l), Prinzessin Ingrid Alexandra, Königin Sonja und Prinz Sverre Magnus während der Trauerfeier für König Harald in der Kirche von Asker. (zu dpa: «Tränen um Harald: So schwer fällt der Abschied»)

Cornelius Poppe/NTB/dpa

Abschied und Neuanfang für die norwegischen Royals

Gleichzeitig macht Haakon die ersten Schritte als neuer König. Am Dienstag legt er einen Eid auf die Verfassung im norwegischen Parlament ab. Die norwegische Bevölkerung kann dabei live im Fernsehen zusehen.

Eine klassische Krönungszeremonie gibt es in Norwegen nicht mehr. Haralds Vater, König Olav V., hatte 1958 eine neue Segnungszeremonie eingeführt, die Harald und seine Frau, Königin Sonja, 1991 fortführten. Entsprechend wird eine ähnliche Zeremonie auch jetzt erwartet. Auf die Segnung folgt traditionell eine Reise durch Norwegen.