Tödliche Amokfahrt in Leipzig: Mann (34) steht wegen Mordes vor Gericht

Amokfahrt in Leipzig: Mit bis zu 90 km/h raste der mutmaßliche Täter durch die Einkaufsmeile in der Innenstadt, die vom Augustusplatz mit dem Gewandhaus zum Markt mit dem alten Rathaus führt, tötete zwei Menschen und verletzte Dutzende schwer.
Jan Woitas/dpa- Prozessstart in Leipzig: Ein 34-Jähriger steht wegen zweifachen Mordes vor Gericht.
- Ihm wird 85-facher versuchter Mord vorgeworfen, dazu eine Amokfahrt durch die Innenstadt.
- Zwei Menschen starben, mehrere wurden teils schwer verletzt – viele leiden psychisch.
- Laut Anklage fuhr er bis zu 90 km/h durch die Einkaufsmeile und wollte Menschen töten.
- Ein Gutachten sieht keine Schuldunfähigkeit; es sind mehr als 200 Zeug*innen geplant.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Er raste mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone in der Leipziger Innenstadt – am Ende waren zwei Menschen tot und zahlreiche weitere verletzt. Rund sechs Monate nach der tödlichen Amokfahrt beginnt am Montag (2. November 2026) am Landgericht der sächsischen Stadt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Dem 34-jährigen Angeklagten werden unter anderem zweifacher Mord und versuchter Mord in 85 Fällen vorgeworfen.
Die Tat sorgte in Sachsen und darüber hinaus für Entsetzen. Die betroffene Einkaufsmeile führt vom bei Touristen beliebten Augustusplatz mit dem Gewandhaus zum Markt mit dem alten Rathaus. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Kilometern pro Stunde soll der Beschuldigte laut Anklage durch die City gerast sein mit dem Ziel, Menschen mit seinem Auto zu erfassen und zu töten. Am Ende wurde er widerstandslos in seinem Wagen festgenommen.
Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben während der weniger als eine Minute dauernden Amokfahrt am 4. Mai. Acht weitere Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft teils schwer verletzt. Dutzende Zeugen des Geschehens mussten zudem betreut werden. Neben den körperlichen Verletzungen leiden laut Anklage zahlreiche Betroffene noch immer unter den psychischen Folgen.
Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale der Heimtücke, der niedrigen Beweggründe und des gemeingefährlichen Mittels als erfüllt an. Der Anklage zufolge soll sich der Beschuldigte spätestens am Vorabend endgültig zu der Tat entschlossen haben.
Der in Leipzig wohnende Angeklagte kam danach wegen Verdachts auf eine Psychose in eine Psychiatrie. Er soll sich bereits im Monat vor der Attacke freiwillig in psychiatrischer Behandlung befunden haben und die Klinik wenige Tage vor der Tat auf eigenen Wunsch verlassen haben. Es „lagen keine medizinischen Gründe vor, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten“, hieß es nach der Amokfahrt aus dem sächsischen Sozialministerium.
Mutmaßlicher Amokfahrer von Leipzig soll Tat angekündigt haben
Laut einem Gutachten eines forensisch-psychiatrischen Sachverständigen gibt es aber keine Hinweise auf eine Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit des bislang nicht vorbestraften Mannes. Inzwischen befindet er sich aufgrund eines Haftbefehls in Untersuchungshaft.
Der Beschuldigte soll nach Medienberichten seine Tat zuvor angekündigt haben. In einer Chatnachricht an seine Frau soll er geschrieben haben, es sei „lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren“. Beide lebten Berichten zufolge bereits vor der Tat getrennt. Die Ehefrau soll mehrere Anzeigen gegen den Mann unter anderem wegen Bedrohung, Verleumdung und Beleidigung gestellt haben.
Für den Prozess sind vorerst Termine bis Juli nächsten Jahres angesetzt. Nach Angaben einer Sprecherin des Landgerichts Leipzig werden im Laufe des Verfahrens möglicherweise mehr als 200 Zeugen gehört. Für den ersten Prozesstag ist zunächst nur die Verlesung der Anklage geplant.

