Nuss-Nougat-Cremes im Test: Aldi-Aufstrich schlägt Nutella

Ein kleiner Junge isst ein Brot mit Nutella. (Symbolbild)
dpaNutella gehört zu den bekanntesten Nuss-Nougat-Cremes in Deutschland. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest reicht es für den Klassiker allerdings nicht für Platz eins. Besser schneiden unter anderem ein günstiger Aufstrich von Aldi und eine Haselnuss-Creme aus einer Thüringer Manufaktur ab.
Im aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest wurden insgesamt 18 Nuss-Nougat-Cremes untersucht. Das Ergebnis: Zwei Produkte landen vor Nutella. Den Spitzenplatz teilen sich die günstige Aldi-Eigenmarke Nusskati und eine deutlich teurere Creme aus einer Thüringer Manufaktur.
Insgesamt kann sich das Ergebnis der getesteten Produkte sehen lassen. Zwölf der 18 Cremes erhalten die Gesamtnote „gut“, vier werden mit „befriedigend“ bewertet und zwei schneiden „ausreichend“ ab.
Besonders wichtig für die Gesamtbewertung war der Geschmack. Darüber hinaus prüfte die Stiftung Warentest unter anderem die Nährwerte, mögliche Schadstoffe und Keime sowie die Kennzeichnung und Angaben auf den Verpackungen.
Aldi-Creme ist Testsieger und günstiger
Auf dem ersten Platz landet unter anderem die Aldi-Eigenmarke Nusskati. Mit der Gesamtnote 2,0 gehört sie zu den besten Produkten des Tests und ist gleichzeitig eine der günstigsten Cremes im Vergleich. Pro 100 Gramm kostet sie rund 50 Cent, ein Glas ist damit für weniger als zwei Euro erhältlich.
Bei der Verkostung erreichte die Discounter-Creme die sensorische Note 1,5. Damit liegt sie geschmacklich auf einem ähnlich hohen Niveau wie deutlich teurere Produkte.
Den Testsieg teilt sich Nusskati mit einer dunklen Haselnuss-Creme der Manufaktur Kräm. Geschmacklich schneidet diese sogar noch besser ab: Die Tester bewerteten sie sensorisch mit der Bestnote 1,0. Ausschlaggebend waren unter anderem ein kräftiges Haselnussaroma und eine ausgeprägte Röstnote.
Mit einem Haselnussanteil von mehr als 50 Prozent enthält die Manufaktur-Creme deutlich mehr Nüsse als die meisten Konkurrenzprodukte. Gleichzeitig fällt ihr Zuckergehalt vergleichsweise niedrig aus. Der Haken ist der Preis: Mit 5,94 Euro pro 100 Gramm kostet sie ein Vielfaches der Discounter-Creme.
Nutella landet dahinter
Nutella erreicht im Test die Gesamtnote 2,3 und muss sich damit den beiden Siegern geschlagen geben. Am Geschmack liegt das allerdings kaum: Auch der Marktführer erreicht in der sensorischen Prüfung die Note 1,5.
Schlechter fällt dagegen die Bewertung der Nährwerte aus. Mit einem Zuckeranteil von 57 Prozent weist Nutella laut Stiftung Warentest den höchsten Zuckergehalt aller 18 untersuchten Produkte auf. Der Anteil an Haselnüssen beträgt 13 Prozent – genauso viel wie bei der günstigeren Aldi-Creme.
Eine typische Portion von etwa 20 Gramm Nutella enthält damit umgerechnet fast vier Stück Würfelzucker.
Zuckerreduzierte Creme enttäuscht
Dass weniger Zucker nicht automatisch zu einer besseren Bewertung führt, zeigt das Schlusslicht des Tests. Die zuckerreduzierte Creme von Ahead konnte die Prüfer weder geschmacklich noch bei der Schadstoffbewertung überzeugen.
Bei der Verkostung kritisierten die Tester eine auffällig starke und wenig ausgewogene Süße.
Laut Stiftung Warentest enthält das Produkt außerdem 42 Prozent des Zuckeralkohols Maltit, der bei größeren Mengen abführend wirken kann. Ahead weist darauf hin, dass dies einer Angabe pro 100 Gramm entspricht und die empfohlene Portion deutlich kleiner sei: Ein großer Esslöffel der Creme enthalte nach Angaben des Unternehmens etwa 6,5 Gramm Maltit.
Auch die Schadstoffbewertung wird von Ahead infrage gestellt. Stiftung Warentest beanstandete einen Befund aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Nach Angaben von Ahead wurde ein zunächst mitgeteilter Messwert von 2,1 mg/kg später auf 0,8 mg/kg korrigiert. Dieser Wert liege unter dem für diese Produktkategorie herangezogenen Orientierungswert von 1,0 mg/kg. Das Unternehmen betont zudem, dass sich aus den veröffentlichten Analysedaten nicht ableiten lasse, dass konkret krebserregende MOAH nachgewiesen worden seien. Ahead hält deshalb insbesondere die schlechte Schadstoffbewertung des Produkts für nicht nachvollziehbar.
Auch gute Schokocremes bleiben Süßigkeiten
Trotz vieler guter Testergebnisse weist die Stiftung Warentest darauf hin, dass Nuss-Nougat-Cremes nur in Maßen gegessen werden sollten. Klassische Produkte bestehen häufig ungefähr zur Hälfte aus Zucker und zu rund einem Drittel aus Fett.
Damit sollte der süße Brotaufstrich eher als Genussmittel denn als Bestandteil eines ausgewogenen Frühstücks betrachtet werden.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit lohnt sich ein genauer Blick. Haselnüsse und Kakao gehören zu den Grundzutaten sämtlicher getesteter Produkte, rund jede zweite Creme enthält außerdem Palmöl. Alle drei Rohstoffe können mit ökologischen oder sozialen Problemen verbunden sein.
Orientierung können beispielsweise Fairtrade- und andere Nachhaltigkeitssiegel geben. Eine weitere Möglichkeit sind Bio-Produkte: Damit eine Nuss-Nougat-Creme das Bio-Siegel tragen darf, müssen mindestens 95 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Zutaten aus ökologischer Erzeugung stammen.
Der Test zeigt damit vor allem eines: Wer eine gute Nuss-Nougat-Creme sucht, muss weder automatisch zum bekanntesten Produkt noch zum teuersten Glas greifen. Gerade die günstige Aldi-Eigenmarke kann im Vergleich mit Nutella mithalten – und landet am Ende sogar davor.



