Lungenkrebs: Wilde Spekulationen – was hat beim Papst Krebs ausgelöst?

Ordensschwestern im Vatikan beten für Papst Leo XIV.
Gregorio Borgia/AP/dpa- Debatte um Papst und Lungenkrebs: Tiktok spekuliert über zu viel Weihrauch.
- Rauchen ist kein Muss für Lungenkrebs, bis zu 20 Prozent der Betroffenen rauchten nie.
- Ursache ist meist unklar, mehrere Faktoren wie Luftverschmutzung können eine Rolle spielen.
- Metastudie 2024: Räucherstäbchen korrelieren mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko in Asien.
- Für Weihrauch in Kirchen fehlen belastbare Daten – Zusammensetzung und Rauchmenge unterscheiden sich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist ein Witz, und der ist makaber. Der Papst habe wohl zu viel Weihrauch eingeatmet, und sei daher an Lungenkrebs erkrankt, heißt es auf Tiktok. Dem Ersteller dieser Zeilen wird im großen Stil Pietätlosigkeit vorgeworfen, in den Kommentaren dominieren die Genesungswünsche für Leo XIV. Die Frage beschäftigt gleichwohl: Wie kann es dazu kommen, dass der Papst an Lungenkrebs erkrankt.
Verlässliche Informationen darüber, dass der 71 Jahre alte Papst einmal geraucht haben könnte, gibt es nicht. Rauchen ist aber auch keine Voraussetzung dafür, an Lungenkrebs zu erkranken. Daraus, dass Rauchen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge das Lungenkrebsrisiko erhöht, lässt sich nicht der Umkehrschluss ableiten, dass Nichtraucher vor der Krankheit gefeit sind.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums haben 15 bis 20 Prozent der Lungenkrebsbetroffenen keine nennenswerte Vorgeschichte mit Tabakrauch. Als Nichtraucher gelten dabei Menschen, die in ihrem Leben nicht mehr als 100 Zigaretten geraucht haben.
Mehrere Faktoren spielen zusammen
Durch welche Ursache genau der Krebs bei einzelnen Betroffenen entstanden ist, lässt sich meistens nicht feststellen. In der Regel spielen mehrere Faktoren zusammen. Luftverschmutzung und Feinstaub können einer dieser Gründe sein. Verschiedene Studien haben daher den möglichen Zusammenhang zwischen dem Verbrennen von asiatischen Räucherstäbchen und dem Lungenkrebsrisiko untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch uneinheitlich.

Der Einsatz von Weihrauch gehört in der katholischen Kirche dazu.
IMAGO/Jan HuebnerEine 2024 in der Fachzeitschrift „Krebsreport“ veröffentlichte Metastudie aus Malaysia kommt dann allerdings zu dem Schluss, dass Räucherstäbchen die Entstehung von Lungenkrebs fördern könnten. Die Forscher werteten neun Fall-Kontroll-Studien aus Asien aus. In der Gesamtauswertung war das Abbrennen von Räucherwerk mit einer statistisch erhöhten Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs verbunden. Die Studie untersuchte das Verbrennen von Räucherwerk allgemein. Sie beweist daher nicht, dass Weihrauch allein Lungenkrebs verursacht.
Inhaltsstoffe, die Art der Verbrennung und die Menge des erzeugten Rauchs können bei Räucherstäbchen und Weihrauch erheblich voneinander abweichen. Räucherstäbchen bestehen oft aus Holz- und Pflanzenpulver, Weihrauch hingegen meist aus Baumharz. Gemeinsam ist den beiden Substanzen, dass sie beim Verbrennen Feinstaub freisetzen. Dafür, dass auch Weihrauch in der Kirche Lungenkrebs verursachen kann, fehlen den Studien belastbare Daten.
