Klima
: Studie zu Rekordsommer: Mehr als 50.000 Hitzetote in ganz Europa

Wegen extrem hoher Temperaturen sind in diesem Sommer laut einer Studie mehr als 50.000 Menschen ums Leben gekommen. Der Sommer 2026 war der schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen.
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red/epd
Berlin, London
RKI registriert so viele Hitzetote wie seit Jahren nicht

Wegen extrem hoher Temperaturen in vielen europäischen Ländern kamen in diesem Sommer laut einer Studie mehr als 50.000 Menschen ums Leben (Symbolfoto).

Patrick Pleul/dpa
  • Studie meldet über 50.000 Hitzetote in Europa – Sommer 2026 war der schlimmste seit Beginn.
  • Forschende: Rund zwei Drittel der Todesfälle stehen im Zusammenhang mit Treibhausgas-Erwärmung.
  • Besonders betroffen waren Süd- und Westeuropa, auch kühlere Länder verzeichneten Tausende Tote.
  • In Deutschland starben laut RKI etwa 16.000 Menschen, in Großbritannien rund 4.500.
  • Heißphase 17. Juni bis 1. Juli war besonders tödlich; +2,9 Grad in Westeuropa zum Mittel 1991–2020.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wegen extrem hoher Temperaturen in vielen europäischen Ländern sind in diesem Sommer laut einer Studie mehr als 50.000 Menschen ums Leben gekommen. „Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass der Sommer 2026 der schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen war, was die hitzebedingte Sterblichkeit in weiten Teilen Europas angeht“, erklärte die Klimaforscherin Clair Barnes am Imperial College in London anlässlich einer am Freitag veröffentlichten Analyse. Ein Großteil der Todesfälle sei auf den Klimawandel zurückzuführen, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Health“ veröffentlicht wurde.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom britischen Imperial Grantham Institute und der London School of Hygiene and Tropical Medicine modellierten für die Studie die hitzebedingte Übersterblichkeit basierend auf Daten aus 854 urbanen Gebiete in 27 EU-Staaten sowie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. In den untersuchten Regionen lebten rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung aller 30 Länder.

Der Klimawandel verschärft das Risiko weiterer Hitzesommer

Den Berechnungen zufolge handelte es sich 2026 um den tödlichsten Hitzesommer Europas seit Beginn der Modellierung im Jahr 2000. Zum Vergleich: In den bisher heißesten Jahren 2022 starben demnach rund 29.000, 2003 rund 28.000 Menschen durch Hitze. Besonders betroffen waren Süd- und Westeuropa. Doch auch in traditionell kühleren Ländern wurden Tausende Todesfälle geschätzt. Für Großbritannien errechneten die Forscher rund 4.500 Hitzetote. In Deutschland starben nach Angaben des Robert Koch-Instituts schätzungsweise rund 16.000 Menschen allein in diesem Sommer durch Hitze.

Besonders heiß war den Daten zufolge die Zeit vom 17. Juni bis zum 1. Juli. Auf diesen Zeitraum entfiel der Berechnung zufolge fast ein Drittel der Todesfälle. In Westeuropa lagen die Sommertemperaturen im Schnitt 2,9 Grad Celsius über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Die Forschenden schätzen, dass etwa zwei Drittel der hitzebedingten Todesfälle auf die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung zurückzuführen sind.

Die Klimaforschung bewertet die Rekordhitzewelle als Folge der menschengemachten Erderwärmung: Eine Studie der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) ergab, dass sowohl die Tageshöchstwerte als auch die Nachttemperaturen der Hitzetage Ende Juni noch vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen wären.