Gelber Sack wird vielerorts abgeschafft: Was ändert sich mit der Gelben Tonne?

Der Gelber Sack wird in vielen Orten ab 2027 abgeschafft.
Marjian Murat/dpaDer Gelbe Sack hat in immer mehr deutschen Kommunen ausgedient. Zum 1. Januar 2027 führen mehrere Städte und Landkreise die Gelbe Tonne ein. Verpackungsabfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien werden dort künftig nicht mehr in dünnen Plastiksäcken gesammelt, sondern in festen Müllbehältern.
Die Umstellung soll die Abfallentsorgung sauberer und einfacher machen. Denn Gelbe Säcke können aufreißen, vom Wind verweht oder von Tieren beschädigt werden. Mit der Gelben Tonne sollen solche Probleme reduziert werden.
Eine bundesweite Abschaffung des Gelben Sacks ist allerdings nicht vorgesehen. Ob Verpackungsabfälle im Sack oder in der Tonne gesammelt werden, wird weiterhin regional geregelt.
Wo wird der Gelbe Sack ab 2027 abgeschafft?
Die Umstellung betrifft unterschiedliche Regionen Deutschlands. Teilweise wechseln ganze Landkreise zum neuen Sammelsystem, andernorts nur einzelne Städte und Gemeinden.
Unter anderem ist die Einführung der Gelben Tonne zum 1. Januar 2027 in folgenden Regionen vorgesehen:
Bayern: Stadt Neu-Ulm sowie mehrere Gemeinden im Landkreis Neu-Ulm, darunter Buch, Holzheim, Kellmünz, Osterberg, Pfaffenhofen an der Roth, Roggenburg und Unterroth.
Brandenburg: Brandenburg an der Havel und der Landkreis Prignitz mit Städten wie Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge.
Niedersachsen: Weite Teile des Landkreises Helmstedt, darunter Lehre, Schöningen und Königslutter am Elm.
Mecklenburg-Vorpommern: Landkreis Vorpommern-Greifswald mit Städten wie Greifswald, Anklam, Pasewalk und Wolgast.
Schleswig-Holstein: Kreis Steinburg mit Städten wie Itzehoe, Glückstadt und Kellinghusen.
Rheinland-Pfalz: Donnersbergkreis mit Städten wie Kirchheimbolanden, Eisenberg und Rockenhausen.
Nordrhein-Westfalen: Unter anderem Halle (Westfalen) und Werther (Westfalen).
Saarland: St. Ingbert.
Sachsen: Eilenburg.
Die Übersicht ist nicht vollständig. Weitere Kommunen können ebenfalls betroffen sein. Mehrere Landkreise und Städte haben die Umstellung bereits offiziell angekündigt und mit der Verteilung der neuen Behälter begonnen.
Auch in München wird zum Jahreswechsel 2026/2027 die Gelbe Tonne flächendeckend eingeführt. Dort ersetzt sie allerdings hauptsächlich die bisherigen Sammelcontainer für Leichtverpackungen an Wertstoffinseln. Im Landkreis Regensburg entfällt für viele Haushalte künftig der Weg zum Wertstoffhof, um Verpackungsmüll abzugeben.
In Mainz ist eine vergleichbare Umstellung dagegen noch unsicher. Das Verwaltungsgericht Mainz stoppte im Juli 2026 vorläufig die sofortige Umsetzung der geplanten Einführung zum Januar 2027.
Was ändert sich mit der Gelben Tonne für Haushalte?
Für Verbraucher ändert sich in erster Linie die Art der Sammlung. Statt Gelbe Säcke zu befüllen und am Abholtag an den Straßenrand zu stellen, werden Verpackungen künftig in einer Gelben Tonne gesammelt.
Die festen Behälter bieten mehrere Vorteile: Sie sind stabiler, schützen den Inhalt besser vor Wind und Tieren und lassen sich wiederholt verwenden. Außerdem müssen Haushalte keine neuen Gelben Säcke mehr besorgen.
Allerdings benötigt die zusätzliche Mülltonne einen festen Stellplatz. Gerade bei Mehrfamilienhäusern oder auf Grundstücken mit wenig Platz kann das eine Herausforderung darstellen.
Auch die Abholtermine können sich ändern. So werden die Gelben Tonnen im Kreis Steinburg künftig alle vier Wochen geleert. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist dagegen eine Leerung alle zwei Wochen vorgesehen. Die genauen Termine legen die jeweils zuständigen Entsorger fest.
Was darf in die Gelbe Tonne?
An der Mülltrennung selbst ändert sich durch die Einführung der Gelben Tonne grundsätzlich nichts. Erlaubt sind weiterhin gebrauchte, restentleerte Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien.
Dazu gehören beispielsweise Joghurtbecher, Kunststofffolien, Verpackungen von Wurst und Käse, Konservendosen, Getränkekartons, Zahnpastatuben und leere Shampoo- oder Reinigungsmittelflaschen.
Nicht in die Gelbe Tonne gehören dagegen Papier, Pappe, Glas, Essensreste, Windeln, Batterien oder Elektrogeräte. Auch Gegenstände aus Kunststoff wie kaputte Zahnbürsten oder Plastikspielzeug dürfen normalerweise nicht hinein. Hier gelten teilweise andere Regeln, wenn eine Kommune eine Wertstofftonne statt einer reinen Gelben Tonne nutzt.
Wichtig ist außerdem, dass Verpackungen nicht ausgespült werden müssen. Es reicht, wenn sie vollständig entleert sind. Unterschiedliche Verpackungsbestandteile sollten möglichst voneinander getrennt und lose in die Tonne gegeben werden. Das erleichtert die anschließende Sortierung und Verwertung.
Was passiert mit übrig gebliebenen Gelben Säcken?
Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Während in einigen Kommunen die Sammlung über Gelbe Säcke unmittelbar zum Jahreswechsel endet, gelten andernorts Übergangsregelungen.
In Neu-Ulm werden beispielsweise im Januar 2027 ausnahmsweise noch Gelbe Säcke zusätzlich zu den neuen Tonnen mitgenommen. Ab Februar soll dort ausschließlich die Gelbe Tonne geleert werden.
Im Donnersbergkreis dürfen vorhandene Gelbe Säcke dagegen auch nach der Umstellung noch für zusätzliche Verpackungsabfälle verwendet und am Abholtag neben die Tonne gestellt werden.
Verbraucher sollten deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass alte Gelbe Säcke weiterhin abgeholt werden. Entscheidend sind die örtlichen Vorgaben.
