Flugverkehr in Italien gestört
: Wie ist die aktuelle Lage?

Eine technische Störung bei der italienischen Flugsicherung sorgt am Freitag (16. Oktober) landesweit für erhebliche Probleme im Flugverkehr.
Von
Lukas Böhl
Rom
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Die italienische Fluggesellschaft Ita: ARCHIV - 24.01.2024, Italien, Mailand: Ein Ita-Flugzeug steht auf der Rollbahn, bevor es vom Flughafen Mailand-Linate abhebt.  (zu dpa: «Flugverkehr über Italien gestört») Foto: Luca Bruno/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Italien ist der Flugverkehr seit dem Morgen gestört.

Luca Bruno/AP/dpa

Seit Freitagmorgen kommt es an italienischen Flughäfen zu Flugausfällen und teils erheblichen Verspätungen. Ursache sind technische Probleme im Datenübertragungsnetz der italienischen Flugsicherung ENAV. Die Störung wurde bereits in der Nacht festgestellt. Ab 6 Uhr musste die Flugsicherung die Zahl der Flugbewegungen aus Sicherheitsgründen reduzieren.

Zeitweise sank die Kapazität zur Abwicklung des Flugverkehrs auf rund 50 Prozent. Inzwischen gibt es eine deutliche Verbesserung: Nach Angaben von ENAV konnte die Kapazität durch den Einsatz eines alternativen Satellitennetzes auf 75 Prozent erhöht werden. Die Flugsicherung betont, dass die Sicherheit des Flugverkehrs jederzeit gewährleistet sei. Hinweise auf einen Hackerangriff oder Sabotage gebe es nicht.

Welche Flughäfen sind betroffen?

Die Einschränkungen betreffen Flughäfen im ganzen Land. Besonders deutlich waren die Auswirkungen unter anderem in Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa, Mailand-Linate und Bergamo. Dort wurden zahlreiche Verspätungen gemeldet, teilweise von mehr als zwei Stunden.

Auch an den Flughäfen Turin, Bari, Triest und Lamezia Terme kam es zu Problemen. In Turin wurden nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zehn Flugbewegungen gestrichen. In Lamezia Terme mussten Reisende teilweise drei bis vier Stunden länger warten.

Zusätzlich erschwert ein für Freitag angekündigter ganztägiger Streik des EasyJet-Personals den Flugverkehr.

Wie lange dauern die Einschränkungen noch?

Wann der Flugverkehr wieder vollständig normal läuft, ist bislang offen. ENAV arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit seinen Dienstleistern daran, das ursprüngliche Datennetz wiederherzustellen und die Kapazität auf 100 Prozent zu erhöhen.

Die Verbesserung auf 75 Prozent ist ein positives Signal. Dennoch können sich bereits entstandene Verspätungen auf weitere Flüge am Nachmittag und Abend auswirken. Auch kurzfristige Streichungen sind weiterhin möglich.

Wo können sich Reisende informieren?

Wer am Freitag oder in den kommenden Tagen nach Italien fliegt oder von dort abreist, sollte den Status seines Fluges regelmäßig überprüfen. Die wichtigsten Anlaufstellen sind:

Fluggesellschaft: Auf der Website oder in der App der jeweiligen Airline finden Reisende aktuelle Informationen zu Verspätungen, Streichungen und möglichen Umbuchungen.

Flughafenbetreiber: Die Websites der italienischen Flughäfen informieren über aktuelle Ankünfte und Abflüge.

Italienische Flugsicherung ENAV: Unter www.enav.it veröffentlicht die Flugsicherung offizielle Mitteilungen zur technischen Störung.

Luftfahrtbehörde ENAC: Unter www.enac.gov.it finden Reisende Informationen zu Fluggastrechten und den bei Streiks garantierten Flügen.

Reisende sollten sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Fluggesellschaft informieren. Auch bei einer Flugstreichung bestehen grundsätzlich Ansprüche auf Betreuung sowie die Wahl zwischen Erstattung und anderweitiger Beförderung. Ob zusätzlich eine Entschädigung gezahlt werden muss, hängt von der Ursache des Ausfalls ab.