Das raten Behörden
: Stinkwanzen in der Wohnung loswerden

Im Herbst verirren sich Stinkwanzen häufig in Wohnungen und Häuser. Die Tiere suchen geschützte Plätze zum Überwintern. Was hilft gegen die Invasion?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Grüne Stinkwanze.

Grüne Stinkwanze.

imago images/STAR-MEDIA

Gefährlich sind Wanzen für Menschen in der Regel nicht. Unangenehm werden sie vor allem dann, wenn sie sich bedroht fühlen und ihr stark riechendes Abwehrsekret absondern. Wer Stinkwanzen in der Wohnung entdeckt, sollte deshalb möglichst auf mechanische und giftfreie Methoden setzen. Auch das Umweltbundesamt rät davon ab, harmlose Stinkwanzen mit Insektiziden zu bekämpfen.

Stinkwanzen mit Glas und Papier einfangen

Bei einzelnen Tieren ist die einfachste Methode zugleich die vom Umweltbundesamt empfohlene: Ein Glas oder einen anderen Behälter vorsichtig über die Stinkwanze stülpen und anschließend ein Stück festes Papier oder Pappe zwischen Untergrund und Glas schieben.

Das Tier kann dann nach draußen gebracht werden. Mit bloßen Händen sollte man Stinkwanzen möglichst nicht greifen. Auch Zerdrücken ist keine gute Idee. Wenn sie sich bedroht fühlen, können sie ihr stark riechendes Abwehrsekret freisetzen.

Kann man Stinkwanzen mit dem Staubsauger einsaugen?

Bei einer einzelnen Stinkwanze ist die Glas-Methode unkompliziert. Sitzen jedoch zehn, zwanzig oder noch mehr Tiere an Fenstern oder Wänden, ist das wenig praktikabel. Dann liegt der Gedanke nahe, die Stinkwanzen einfach mit dem Staubsauger einzusaugen.

Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings hat die Methode einen entscheidenden Nachteil: Im Staubsauger können sich die Tiere bedroht fühlen und ihr Abwehrsekret absondern. Im ungünstigsten Fall riechen anschließend Staubsauger, Beutel oder Auffangbehälter unangenehm.

Wer dennoch viele Stinkwanzen auf einmal einsaugen möchte, sollte den Staubsaugerbeutel anschließend möglichst zeitnah aus dem Gerät nehmen und entsorgen. Bei einem beutellosen Staubsauger sollte der Auffangbehälter draußen entleert und anschließend gereinigt werden.

Das Umweltbundesamt selbst nennt auf seiner aktuellen Informationsseite über Stinkwanzen den Staubsauger allerdings nicht als bevorzugte Methode. Die ausdrückliche Empfehlung der Behörde lautet, die Tiere mit Glas und Pappe einzufangen und nach draußen zu bringen.

Auf Insektenspray besser verzichten

Chemische Mittel sind gegen Stinkwanzen in der Wohnung normalerweise nicht notwendig. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab, die harmlosen Tiere innerhalb oder außerhalb des Hauses mit Insektiziden zu bekämpfen.

Stinkwanzen sind keine Schädlinge und übertragen nach Angaben der Behörde keine Krankheiten. Auch an Zimmerpflanzen verursachen pflanzensaftsaugende Wanzen normalerweise keine nennenswerten Schäden.

Eine chemische Bekämpfung bringt deshalb in der Wohnung meist keinen Vorteil. Sinnvoller ist es, die Tiere mechanisch zu entfernen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass keine neuen Wanzen ins Haus gelangen.

Was tun bei sehr vielen Stinkwanzen?

In warmen Jahren können Stinkwanzen teilweise in großer Zahl auftreten. Besonders im Spätsommer und Herbst sammeln sie sich mitunter an Hausfassaden, Balkonen und Fenstern.

Sind bereits zahlreiche Tiere in die Wohnung gelangt, sollte man zunächst die sichtbaren Wanzen entfernen. Einzelne Exemplare lassen sich mit Glas und Pappe nach draußen bringen. Bei größeren Ansammlungen kann ein Staubsauger die Arbeit erheblich beschleunigen. Wegen des möglichen Geruchs sollte der Beutel oder Auffangbehälter danach jedoch sofort geleert werden.

Noch wichtiger ist es, anschließend herauszufinden, wo die Tiere ins Haus gelangen. Andernfalls werden nach dem Entfernen möglicherweise schon bald neue Wanzen auftauchen.

So kommen Stinkwanzen gar nicht erst in die Wohnung

Am wirksamsten ist es, den Tieren den Zugang zum Haus zu erschweren. Besonders im Herbst lohnt es sich, Fenster, Türen und mögliche Eintrittsstellen genauer zu kontrollieren.

Fliegengitter können verhindern, dass Stinkwanzen durch geöffnete Fenster in die Wohnung gelangen. Auch kleine Spalten und Ritzen an Fensterrahmen, Türen oder Rollladenkästen können als Zugang dienen und sollten möglichst abgedichtet werden.

Gerade bei Gebäuden, an denen sich regelmäßig größere Mengen Stinkwanzen sammeln, ist diese Vorbeugung langfristig wirkungsvoller, als die Tiere immer wieder aus der Wohnung zu entfernen.

Warum sind plötzlich Stinkwanzen in der Wohnung?

Stinkwanzen kommen nicht ins Haus, weil sie Menschen befallen wollen. Im Herbst benötigen die erwachsenen Tiere geschützte Orte zum Überwintern.

Dabei können auch Gebäude attraktiv sein. Warme Hausfassaden, Fensterrahmen, Rollladenkästen und andere geschützte Bereiche bieten geeignete Verstecke. Durch kleine Öffnungen gelangen die Tiere dann in Wohnräume.

Das bedeutet normalerweise nicht, dass sich die Tiere dauerhaft in der Wohnung vermehren oder dort einen klassischen Schädlingsbefall verursachen.