Zunftabend in Fahrnau
: Im Schopfheimer Freibad gibt’s nur noch naturtrübes Bier

Rund 85 große und kleine Narren der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau haben in rund vier Wochen ein buntes Programm für die beiden Zunftabende in der Festhalle auf die Beine gestellt.
Von
Gudrun Gehr
Schopfheim
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Alle Badegäste freuen sich auf Bademeisterin Pam

Gudrun Gehr

Die Farifa-Fasnächtler hatten sich für das Glanzlicht der närrischen Tage wieder mächtig ins Zeug gelegt, was die nahezu voll belegte Festhalle mit rund 260 Plätzen für jeden der beiden Zunftabende bewies.

Und vom ersten Moment an nahm die Reise von Moderator und Farifa-Zeremonienmeister Martin Gerner in strahlend weißem Outfit alias Käpt’n Bodo Backbord vom Kreuzfahrtdampfer MS Farifa volle Fahrt auf. Es tönte das Nebelhorn zur Jungfernfahrt und dann ging der Törn in Richtung des Fahrnauer Hafens. Natürlich wurde betont, dass der Seeweg aus Richtung Schopfheim aufgrund der vielen Baustellen und der Verlangsamung schwierig zu steuern sei.

Aktive wie gewohnt in Hochform

Die Aktiven zeigten sich wie gewohnt in Hochform und stürzten sich närrisch auf die Begebenheiten der „Vorstadt“ Schopfheim. Aber zunächst gab es ein zeremonielles Defilée der Fahrnauer Zunfträte mit Bättelsäck, Schiebechnächt, Wuhrchnächt, Pagen, Düfzelgeistern, Bürgerwehr. Die musikalische Umrahmung hatte der Fanfarenzug übernommen. Nico Turturro als altgedienter Düfzel stand erstmals in seiner Eigenschaft als Farifa-Chef auf der Bühne. Er begrüßte die Gäste der Narrenzünfte von Schopfheim samt Statthalter „Max vom Viehmärkt“ und Zell im Wiesental mit Hürus „Axel vo edlem Bluet“. Nach der Übergabe von Orden und ergiebigen gegenseitigen Frotzeleien – keiner blieb dem anderen was schuldig – stellte der neue Präsi Turturro schmunzelnd fest: „Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt, mit Euch auf der Bühne zu stehen“. Dessen erstmaliger Auftritt in offizieller Funktion erwies sich als souverän, inspiriert und schlagfertig, was auch der begeisterte Applaus der Gäste zeigte.

Die großen und kleinen Aktiven hatten insgesamt 15 bunte Programmpunkte vorbereitet. Zum Start traten die kleinen und allerkleinsten Farifa-Kids in ihrer Choreographie als „König der Löwen-Tanz“ auf. Büttenreden von Nachwuchs-Düfzel Moritz Gerner, von „Sylvia mit Y“ oder von Bättelsack-Mitglied Patricia Springmann mit ihrer Enduro-Rennmaschine begeisterten das Publikum. Die vier Farifa-Mädels als Vaiana-Tänzerinnen verbreiteten Südsee-Flair in der fasnächtlich geschmückten Halle. Die erste Hälfte des Programmes beendete der Fanfarenzug Fahrnau.

Dominik Hoyer als „Laferi vom Heehnerberg“ kalauerte locker und entwarf ein geistiges Bild vom reichen Fahrnau mit üppigem Weinberg Heehnerberg. Die Farifa-Görls im Schwarzlicht-Tanz präsentierten eine bezaubernde Tanzchoreografie. Sie tanzten sich mit ihrem coolen Abba-Medley in die Herzen der Gäste. Diese jubelten und forderten eine Wiederholung, zumal durch die „Görls“ auch überdimensionale Geldnoten unters Volk geworfen wurden. Die Wiederholung zeigte sich zwar schweißtreibend, aber ein „abba-mäßiger“ Applaus war der Lohn der Mühe. Raffi Hofer alias „der Hobby-Schwob“ unterhielt mit herzhaften und originellen Beiträgen.

Sticheleien gegen die „Vorstadt“ Schopfheim

Die „Vorstadt“ Schopfheim wurde von den Akteuren der Düfzel-Geister mit ihren zahlreichen 30er-Zonen als „Blitzkrieg“ gegen das Volk aufs Korn genommen. Natürlich stand auch die Schwimmbad-Thematik im Vordergrund. Hier stellten sie im Schwimmbad vor dem Kiosk von „Tessy“ (der künftig nur noch naturtrübes Bier verkauft) fest, dass hier bald niemandem mehr „das Wasser bis zum Hals stehen wird“.

Als Nachfolgerin von Bademeister Wüst erschien die vollbusige „Pamela“. Das Publikum war vom Sketch hingerissen. Es amüsierte sich deutlich über die Pannen der Mikrophontechnik und verpasste Text-Einsätze. Hier erfolgten schlagfertige und witzige Improvisationen der sieben Darsteller, die sich selbst über ihre Rettungsversuche reichlich amüsieren.

Einer der Höhepunkte des Abends war der Tanz der acht „Düfzel Dancers“. Der Cliquen-Ausflug erfolgte dieses Mal nach Nürnberg – der diesjährige Tanz des Männerballets erfolgte unter dem jubelnden Publikum im Bratwurst-Kostüm mit Mayo und Ketchup. Das Publikum war begeistert und forderte eine Wiederholung, die – allerdings schweißtreibend und atemlos – gerne gegeben wurde.