Windpark Sirnitz/Dreispitz
: Riesige Rotorblätter werden im Sommer durch Müllheim transportiert

Mit der Fundamentierung der fünf Windenergieanlagen beginnt am Montag die zentrale Bauphase des Windparks Sirnitz/Dreispitz des Unternehmens Badenova bei Müllheim.
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(red/pm)
Müllheim
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So weit ist der Windpark Sirnitz/Dreispitz noch nicht – aber der Bau beginnt nun.

Badenova/Jonas Conklin

In den vergangenen Monaten wurden die Voraussetzungen für den Bau geschaffen: Kabeltrassen sind weitgehend verlegt, Wege für den Transport der Großkomponenten vorbereitet, heißt es in einer Mitteilung von Badenova. Nun übernimmt der Anlagenhersteller Enercon aus Aurich die Baustelle. Zunächst entstehen ab Montag, 23. März, die Fundamente, auf denen später die Türme der Windenergieanlagen errichtet werden.

Die dafür notwendigen Vorarbeiten wurden bereits im Jahr 2024 umgesetzt. Dazu zählen die Ertüchtigung von Forstwegen sowie der Bau von Kran- und Lagerflächen durch die Firma Bühler aus Lörrach.

Auf die Fundamentarbeiten folgen über den Sommer hinweg die Anlieferung und Montage der Großkomponenten – darunter Stahlturmsegmente, Maschinenhäuser, Naben und Rotorblätter. Viele dieser Bauteile sind mehrere Dutzend Meter lang und werden mit Spezialtransportern zur Baustelle gebracht.

Parallel werden Umladeflächen in Schweighof und Wembach vorbereitet, von denen aus die Komponenten zu den einzelnen Standorten transportiert werden. Nach Montage, Netzanschluss und Testbetrieb ist der Regelbetrieb des Windparks für Ende 2026 vorgesehen.

Fünf Anlagen entstehen

Die fünf Anlagen des Typs Enercon E-175 erreichen jeweils eine Gesamthöhe von 249,5 Metern und kommen zusammen auf 35 Megawatt Leistung. Erwartet werden rund 71,5 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – mehr als die bisher neun bestehenden Windkraftanlagen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zusammen erzeugen.

Das entspricht dem Strombedarf von zirka 50 000 Menschen und einer Einsparung von rund 30 000 Tonnen CO₂ jährlich, heißt es in der Mitteilung von Badenova.

Der Windpark entsteht entlang des Höhenzugs Dreispitz–Schelling-Sirnitz an der Gemeindegrenze von Müllheim und Sulzburg. Genutzt werden kommunale Flächen der Gemeinden Buggingen, Heitersheim, Müllheim und Sulzburg sowie Flächen von ForstBW.

Bau läuft seit 2025

Die Fläche für den Windpark wurde bereits 2015 als geeignet vorgeschlagen. Nach umfangreichen naturschutzfachlichen Prüfungen wurde das Projekt im Oktober 2024 genehmigt und erhielt zum Jahreswechsel den Zuschlag. Seit 2025 befindet sich der Windpark offiziell im Bau. Eingriffe in die Natur werden dabei laut Badenova überkompensiert. So wurden Waldflächen gezielt aufgelichtet, um Lebensräume für Brutvögel und Nahrungshabitate für Fledermäuse zu schaffen. Zudem wurden mehr als 150 Nistkästen für Fledermäuse, Haselmäuse und verschiedene Vogelarten installiert. Die Maßnahmen sind auf 20 bis 25 Jahre angelegt.

Detailfragen klären

„Mit diesem Baustart erreichen wir einen bedeutenden Fortschritt für die regionale Energiewende – ein Projekt, das uns als Kommune seit vielen Jahren begleitet“, teilt Müllheims Bürgermeister Martin Löffler mit.

Seit fast 15 Jahren arbeiten die Gemeinden mit dem staatlichen Forst am Thema Windenergie auf der Sirnitz und dem Dreispitz, erinnert er. Auf kommunaler Seite seien es vor allem Müllheim und Heitersheim gewesen, die als Haupteigentümer der Flächen den Windpark Sirnitz/Dreispitz vorangebracht hätten, „denn es gab bei den beteiligten Gemeinden anfangs teilweise große Skepsis, die sich erst nach und nach aufgelöst hat“.

Bis zur Fertigstellung werde man es nun erstmal mit praktischen Fragen zu tun haben: „Welche Verträge sind zu schließen? Wie helfen wir, den Transport der riesigen Flügel der Windräder mitten durch Müllheim zu managen? Und viele andere Detailfragen“, schreibt Löffler.

Der Windpark werde nicht nur klimafreundlichen Strom liefern, sondern er stärke auch die regionale Wertschöpfung und erweitere den kommunalen Handlungsspielraum, betont der Bürgermeister.