Windkraft bei Schopfheim
: Gersbach will keine weiteren Windräder

Der Ortschaftsrat Gersbach will keine weiteren Windkraftanlage auf Gemarkung Gersbach und Hohe Möhr.
Von
Christoph Schennen
Schopfheim
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Der Ortschaftsrat Gersbach will zusätzlich zu den bereits geplanten keine weiteren Windkraftanlagen auf Gemarkung Gersbach und im Gebiet Hohe Möhr (Symbolbild).

Pixabay

Den Zuschnitt der Windvorrangebiete rund um die Gemarkung Gersbach hat Sebastian Wilske, Direktor des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee, in der Sitzung des Ortschaftsrats Gersbach vorgestellt. Anschließend konnten die Bürger

Fragen zur Fortschreibung des Regionalplans stellen. Derzeit liegt der zweite Anhörungsentwurf zur Fortschreibung des Regionalplans Windenergie des Gebiets Hochrhein-Bodensee zur Stellungnahme aus. „Ziel ist es, die Planung zu einem Satzungsbeschluss zu führen“, so Wilske.

Ortschaftsrätin Julia Schmidt verlas die Stellungnahme des Ortschaftsrats, in der es heißt: „Wir fordern eine Aufhebung sämtlicher Pläne, die weitere Vorrangflächen oder Windkraftanlagen auf Gersbacher und angrenzenden Flächen vorsehen. Die im vergangenen Jahr von der Stadt Schopfheim bereits beschlossenen fünf zusätzlichen Windkraftanlagen zum Bestand sind mehr als genug.“

Sie ging auch auf einige Vorranggebiete (VRG) ein. „Die Flächenerweiterung am Rohrenkopf/Bergkopf im VRG Wind 20 schafft die Basis für noch größere, leistungsstärkere Anlagen.“ Und: „Windräder, die im VRG Wind 23 errichtet würden, rücken noch näher an Gersbach heran, werden höher als bestehende Anlagen und zerstören die freie Sicht des Ortes noch weiter.“ Die Ortschaftsräte fordern zudem, dass das Vorranggebiet an der Hohen Möhr von Windkraftanlagen frei zu halten sei. Eine Bebauung des Hohe Möhr-Turms würde dem Denkmalschutz sowie dem Landschafts- und Heimatbild klar widersprechen.

An der Sitzung in der Bergkopfhalle nahmen auch Ortschaftsräte aus Raitbach und Gemeinderäte aus Schopfheim teil. Die Vorranggebiete in Gersbach haben eine Gesamtgröße von 290 Hektar, das entspricht 12 Prozent der Gemarkungsfläche.

Eine Frau kritisierte, dass viele Windkraftanlagen häufig still ständen. Man sollte die Effizienz der bestehenden Anlagen hinterfragen, so die Frau. Wilske sagte, dass es Energieeffizienzuntersuchungen gebe und wies unter anderem auf Grenzwerte beim Schattenwurf hin, die dazu führten, dass Anlagen abgeschaltet würden. Anlagen stünden beispielsweise auch still, wenn Vögel und Fledermäuse in der Dämmerung aktiv seien. Aber, so Wilske, Stromproduktion durch Windenergieanlagen sei ein rentables Geschäft, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Zwei Bürger fragten, was passiert, falls man sich weigert, 1,8 Prozent des Planungsgebiets Hochrhein-Bodensee für Windenergieanlagen auszuweisen. „Dann kommen wir in einen ungesteuerten Zustand“, so Wilske. Er warb dafür, diesen Zustand nicht anzustreben und versicherte: „Wir wollen Ihnen Planungssicherheit geben.“ Im Hinblick auf die massive Ansammlung von Windrädern in und um Gersbach betonte er, dass er „jeden Hektar“ des Hochrhein-Bodensee-Gebiets betrachtet habe.

Ein Mann regte an, Windräder auf dem Belchen oder auf dem Feldberg aufzustellen. Die genannten Berge lägen in Schutzgebieten, wo es ausgeschlossen sei, Windräder zu realisieren, entgegnete Wilske. Der Mann erinnerte zudem an die Funktion des Waldes als Wasserspeicher und warnte vor Bodenverdichtung.

Die Bodenverdichtung beträfe nur relativ kleine Flächenanteile, so Wilske. Und Windräder hätten auf die Quellschüttung einen relativ geringen Einfluss. Im Bebauungsplanverfahren müssten Eingriffe in die Natur bewertet werden, versicherte er. Wilske wies auch darauf hin, dass der Ausbau der Windenergie Sinn mache, weil es viele Anfragen für Batteriespeicherprojekte in der Region gebe.

Gebiet Fetzenberg komplett rausgenommen

Stadtrat Sven Wünsch, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählen, begrüßte es, dass das Gebiet Fetzenberg komplett aus einem Windvorranggebiet rausgenommen wurde. Er unterstütze die Anliegen des Ortschaftsrats, der den drei Beschlussvorschlägen der Ortsverwaltung nach der Diskussion einstimmig zustimmte. Das Gremium stimmte dem zweiten Anhörungsentwurf der Stadt Schopfheim zu. Die Stellungnahme des Ortschaftsrates werde zudem Bestandteil der Windkraft-Beschlussvorlage der Stadt Schopfheim an den Gemeinderat, der am Montag tagt.

Keine weiteren Windkraftanlagen

Der Ortschaftsrat fordert den Gemeinderat auf, eindeutig zu beschließen, dass auf städtischen Flächen der Gemarkung Gersbach einschließlich dem Gebiet Hohe Möhr keine weiteren Windkraftanlagen errichtet werden. Das bedeutet laut Ortsvorsteher Andreas Falk, dass neben dem fünf Windenergieanlagen im Windpark Rohrenkopf, den fünf geplanten Anlagen im Gebiet „Hohenmuttlen und Scheuerkopf“ und den drei Anlagen auf dem Glaserkopf keine weiteren Windräder auf städtischen Flächen der Gemeinde Gersbach errichtet werden sollen.