Uraufführung in Weil am Rhein
: Wie Eckhard Lenzing aus Hebels Geschichte ein großes Bühnenstück macht

Geschrieben hat Eckhard Lenzing sein Singspiel „Kannitverstan“ schon vor zehn Jahren. Uraufgeführt wird es jetzt in Weil am Rhein. 90 Akteure setzen den Stoff von Johann Peter Hebel auf der Bühne der Altrheinhalle in Szene.
Von
Beatrice Ehrlich
Weil am Rhein
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Eckhard Lenzing mit der Partitur von "Kannitverstan" im Alten Rathaus in Weil am Rhein.

Eckhard Lenzing mit der Partitur von „Kannitverstan" im Alten Rathaus in Weil am Rhein.

Beatrice Ehrlich
  • Uraufführung des Singspiels „Kannitverstan“ in Weil am Rhein: großes Orchester und Chor.
  • Rund 90 Mitwirkende auf der Bühne der Altrheinhalle, zweite Aufführung im Burghof Lörrach.
  • Eckhard Lenzing komponierte das Werk, Proben starteten im vergangenen Herbst.
  • Musikstile reichen von Swing und Tango bis Romantik und Choral – mit vielseitiger Besetzung.
  • Hauptrollen: Ahmil Jilani als Handwerksbursche, Marina Alishauskaite als Hanna und „Seele“.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Vor rund zweihundert Jahren ist der berühmte alemannische Dichter und Schriftsteller Johann Peter Hebel gestorben. Die Liste der Veranstaltungen ihm zuliebe ist aus diesem Anlass lang.

Mit der Uraufführung des Singspiels „Kannitverstan“ von Eckhard Lenzing mit großem Orchester, Chor und Solisten als Kooperationsprojekt setzen die Musikschulen in Weil am Rhein und Lörrach einen ganz besonderen Akzent.

Auf Initiative der Weiler Musikschulleiterin Ariane Mathäus fanden im vergangenen Herbst die ersten Proben für das anspruchsvolle Werk aus Lenzings Feder statt.

Das City Connect Orchester der beiden Musikschulen, das von Mathäus geleitet wird, hat  die vielseitige Partitur des Fagottisten und passionierten Komponisten Eckhard Lenzing mittlerweile perfekt einstudiert.

Die Musikschulleiterin greift damit nicht zuletzt auch eine Tradition von Singspiel-Projekten wieder auf, die 2008 und 2011 mit „Das kalte Herz“ und „Die wilden Schwäne“ - beide ebenfalls von Eckhard Lenzing - ihren Anfang nahm, wenn auch damals in deutlich kleinerem Umfang.

Bei der Aufführung am kommenden Sonntag, 8. November, 17 Uhr, in der Altrheinhalle in Märkt, werden insgesamt rund 90 Akteure auf der Bühne stehen, ein zweites Mal dann am Samstag, 5. Dezember, 19 Uhr, bei der „Nacht der Klänge“ im Burghof Lörrach.

Etwa vier Monate habe ihn die Arbeit an dem Stück gekostet, berichtet Lenzing bei einem Gespräch wenige Tage vor der Aufführung. Während der Corona-Zeit fand der vielbeschäftigte Fagottist und Instrumentallehrer dann genügend Zeit zur Nacharbeit.

Musikalische Vielfalt vom Tango bis zum Choral

Ein ausgeprägter „Neutöner“ sei er nicht, sagt er zu seiner kompositorischen Handschrift. Zu Beginn, wenn die Festgesellschaft zusammenkommt, zeigt sich „Kannitverstan“ ganz modern und tänzerisch im Gewand von Swing und Tango. Später geht es in die Romantik, und auch ein abgewandelter gregorianischer Choral erklingt, als Herr Kannitverstan zu Grabe getragen wird.

Zum Einsatz kommen nicht nur die klassischen Orchesterinstrumente, sondern beispielsweise auch ein Klavier, ein E-Bass oder ein Saxofon, verrät der Komponist.

Die Geschichte des Handwerksburschen, der von Tuttlingen nach Amsterdam reist, und dort mit seinen Fragen auf Kopfschütteln stößt - „Kannitverstan“ heißt es ein ums andere Mal - hat Lenzing eingebettet in eine Rahmenhandlung, eine Abendgesellschaft, bei der auch Johann Peter Hebel selbst in Erscheinung tritt. Er wird vom ehemaligen Direktor des Lörracher Hebelgymnasiums, Peter Kunze, gespielt.

Chorsänger, Trommler und Gesangssolisten

Viel Sorgfalt hat Lenzing auf die Besetzung der einzelnen Rollen verwendet. In der Hauptrolle wird Ahmil Jilani als wandernder Handwerksbursche zu hören sein. Dass der talentierte Tenor, Informatiker im Hauptberuf, selbst nicht Deutsch als Muttersprache hat, findet Lenzing für sein Werk ganz passend. Schließlich gehe es in „Kannitverstan“ auch ums Verstehen und ums Nicht-Verstandenwerden in nicht vertrauter Umgebung - ein zeitloses Thema. Die Sopranistin und Musikpädagogin Marina Alishauskaite übernimmt als Doppelrolle den Part der Hanna - eine tragende Figur der Rahmenhandlung - sowie der „Seele“, die mit dem Handwerksburschen in Form eines Gesangsduetts Zwiesprache hält.

Neben einem agilen Orchester brauchte es einen großen gemischten Chor, berichtet Lenzing, der selbst auch Regie führt. Auf Anregung einer Kollegin hin trommelte er einen Projektchor zusammen, der nun aus Eltern, Kollegen und Freunden der beteiligten Musiker besteht.

„So hat das Projekt fast einen familiären Charakter“, freut er sich. Ein Kinderchor mit acht Mädchen unter der Leitung von Kathy Schann sowie ein inklusives Percussion-Ensemble unter der Leitung von Markus Niethammer ergänzen den Reigen der vielen Stimmen.

Jetzt freut sich Eckhard Lenzing auf die bevorstehende Uraufführung. „Ich bin gespannt wie es wird. Jetzt sollte keiner mehr krank werden“, hofft er.

Der Komponist

Eckhard Lenzing (63 Jahre) stammt aus Waren (Müritz) an der mecklenburgischen Seenplatte. Er studierte Fagott in Berlin und war neun Jahre im Theaterorchester in Rostock. Nach der Wende studierte er Barockfagott an der Schola Cantorum Basiliensis und blieb im Dreiländereck. Seit 1995 wohnt er mit seiner Familie in Efringen-Kirchen. Neben seiner musikalischen Tätigkeit als Instrumentallehrer und Konzertveranstalter ist er als Mitglied der Akademie für Alte Musik Berlin und des Dresdner Festspielorchesters musizierend in ganz Deutschland und auch im Ausland unterwegs.