Trauer in Schopfheim
: Dirigent Max Lehmann ist verstorben

Max Lehmann, ehemaliger Schopfheimer Stadtkapellmeister und Dirigent zahlreicher Musikvereine im Wiesental, ist verstorben. 33 Jahre führte er den Taktstock der Stadtmusik Schopfheim.
Von
Verena Wehrle
Schopfheim
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Max Lehmann bei seinem Abschiedskonzert der Stadtmusik Schopfheim im Dezember 2015. Nun ist der Vollblutmusiker verstorben.

MT-Archiv/Hans-Jürgen Hege

„Die Musik ist mein Lebensinhalt“ hatte Max Lehmann in einem Interview mit unserer Zeitung 2008 gesagt. Vergangene Woche ist der Dirigent im Alter von 77 Jahren verstorben.

Seit der Kindheit Musiker

Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr war Lehmann, der aus einer musikalischen Familie stammt, bei der Schopfheimer Stadtmusik: 1960 begann er Tenorhorn und Trompete zu spielen. Von 1979 bis 1991 leitete er die Jugendkapelle, von 1983 bis 2025 – also ganze 33 Jahre lang, war er der Stadtkapellmeister der Stadtmusik Schopfheim. Er hatte damals den Taktstock von Bernhard Klöppel übernommen und zu seinem Auftakt das erste Konzert in der neuen Stadthalle dirigiert. Lehmann war damals der am längsten amtierende Dirigent des Alemannischen Musikverbands. In dieser Zeit habe er maßgeblich zu Aufschwung und Zuwachs des Orchesters beigetragen, ist im Abschiedsporträt 2015 zu lesen.

Musiker mit Leib und Seele

Der damalige erste Vorsitzende Peter Bühler lobte den „Musiker mit Leib und Seele“ zudem für seine „akribische Probenarbeit“ und seine „kontinuierliche und sehr erfolgreiche Jugendarbeit“. Er wurde bei seinem Abschied zum Ehrendirigenten ernannt. Lehmann erhielt in seiner Dirigentenlaufbahn viele weitere Auszeichnungen für sein langes musikalisches Engagement.

Im Wiesental dirigiert

Doch nicht nur in seiner Heimatstadt Schopfheim schwang Lehmann den Taktstock. Lehmann dirigierte den Musikverein Wiechs (1979 bis 2005), den Musikverein Gresgen (1981 bis 1986) und war zudem Stadtkapellmeister in Rheinfelden von 1987 bis 2014. Die Stadtmusik Todtnau dirigierte er von 2005 bis 2010.

Den Beruf für die Musik an den Nagel gehängt

Das Rüstzeug für sein vielgestaltiges Dirigenten-Engagement hatte er 1981 bis 1985 durch ein Musikstudium am Konservatorium Basel mit Abschluss „Diplom- Blasmusikdirigent“ erworben. Ursprünglich hatte Lehmann Kaufmann gelernt und arbeitete mehrere Jahre im Büro eines Bauunternehmens. Da das Dirigieren aber zu viel Zeit in Anspruch nahm, hängte er für die Musik seinen Beruf an den Nagel, wie er im Interview 2008 erzählt hatte.

Neben seiner Dirigententätigkeit unterrichtete Lehmann mehrere Jahre verschiedene Blechblasinstrumente an den Musikschulen Oberes Wiesental und Rheinfelden.

„Ein Musikherz hat aufgehört zu schlagen“, steht im Nachruf der Familie. Lehmann hinterlässt zwei Kinder und vier Enkel.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 28. April, 15 Uhr, in der Festhalle Hausen statt. Die Urnenbeisetzung ist im engsten Familienkreis.