Sommersound in Schopfheim
: Revolverheld begeistern mit Zeitreise in die Jugend

Bekannte Texte, Charme und Lässigkeit: Revolverheld spielen für rund 2000 Zuschauer beim Sommersound Schopfheim Songs aus 20 Jahren Bandgeschichte.
Von
Verena Wehrle
Schopfheim
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Revolverheld sorgte für Mega-Stimmung beim Sommersound in Schopfheim.

Verena Wehrle

Es sind die Texte, die jeder kennt, die immer wieder im Radio laufen. Mit denen das Publikum aufgewachsen ist. Es sind der Charme und der Humor der sechs Hamburger Jungs sowie die laue Sommernacht, die diesen Abend zu etwas Besonderem machen. Kein dichtes Gedränge, gemütliches Tänzeln ist möglich – so lässig, wie es Frontman Johannes Strate auf der Bühne vormacht.

Die besonderen Fans

Natürlich gibt es auch einige alteingesessene Fans: Die, die bereits seit zehn Jahren die Band begleiten, stehen mit einem Plakat in der ersten Reihe. Oder die, die schon seit mittags vor dem Einlass gewartet haben.

Der aufgeregte Support

Als Support tritt lässig in Jogginghose „Emy“, ebenfalls aus Hamburg, auf die Bühne. Sie sei ganz aufgeregt, hat sie doch erst zwei eigene Liveshows gespielt. Wie sie hier gelandet ist? Vor ein paar Monaten hat sie den Song „Leerer Stuhl“ eingespielt und sich Johannes Strate darin gewünscht. Der hat das Stück dann tatsächlich mit ihr aufgenommen und es auch in Schopfheim mit ihr gesungen. Bei „Halt dich an mir fest“, darf sie dann auch bei Revolverheld mitsingen.

Alte Songs neu aufgemacht

Die Band hält ihre großen Hits nicht lange zurück: Mit „Spinner“ startet das Programm. Eine große 20 steht auf der Bühne, befindet sich die Band doch gerade auf ihrer „20 Jahre Tour“ und hat dazu viele ihrer alten Songs neu arrangiert. Gut zu hören bei „Das kann uns keiner nehmen“ mit neuen Keyboard-Klängen. Das limitierte Jubiläumsalbum erscheint am 22. August.

Das Schopfheimer Publikum zeigt sich textsicher

Die gut gelaunten Hamburger scherzen gerne, erzählen amüsante Geschichten, etwa wie sie am Tag zuvor noch mit Lionel Richie verwechselt wurden. Sie rocken die Bühne inklusive grellem Blitzlichtgewitter der Scheinwerfer. Sie stimmen aber auch gerne nachdenklichere Töne an. Und immer zeigt sich das Schopfheimer Publikum textsicher.

Erinnerungen an die Jugend

Mit ihren Texten nehmen sie mit auf eine Zeitreise in die Jugend der meisten vor der Bühne. Die Jungs schweifen ab in ihre Jugendsprache aus 2002, erzählen aus Studien-Zeiten, als Einstieg zum Hit „Sommer in Schweden“. Erinnerungen kommen hoch.

Auch ungewohnt laute Töne gibt es, etwa bei „Eine letzte Chance“ aus dem Album RH1 aus 2024, das es nur bei Liveshows zu kaufen gibt.

Die Chemie passt

Zu „Lass uns gehen“ steigen riesige Luftballons über die Menge. Doch die Jungs gehen noch lange nicht. Zur Zugabe singt Strate plötzlich vor dem Kindergarten – direkt vor seinen Fans, um dann wieder mitten durch die Menge zurück zur Bühne zu gehen. Alle tanzen, singen und jubeln, die Chemie zwischen Band und Publikum passt. Ausgelassener könnte die Stimmung kaum sein. Bei „Ich lass für dich das Licht an“ verwandelt sich der Marktplatz in ein Handylichter-Meer. Und den besonderen Festival-Moment gibt es bei „Darf ich bitten“, als alle auf den Boden knien und wie wild hochspringen. So muss er sein, ein Festivalabend.

Band macht bald ein „kleines Päuschen“

Aber auch ein wenig Wehmut kommt auf. Strate kündigt für 2026 „ein kleines Päuschen“ an. Wie lange das dauern wird, ist unklar. Wer allerdings das letzte Konzert der Band am 23. Dezember im heimischen Wohnzimmer erleben will, hatte die Chance, dies bei einem Gewinnspiel zu gewinnen.