Rattenbekämpfung in Weil am Rhein: Wichtiger Schritt ist der Entzug von Nahrungsquellen

In Abwassersystemen finden Ratten weiterhin zu viel Nahrung (Symbolfoto).
www.imago-images.de- Weil am Rhein meldet mehr Rattensichtungen, die Stadt bittet Bürger um Mithilfe.
- Ursachen sind milde Winter, viel Nahrung und Verstecke – Gefahr für Hygiene und Infrastruktur.
- Wichtig: keine Essensreste ins Abwasser, Tonnen dicht halten und Säcke erst am Abholtag rausstellen.
- Futter im Freien begrenzen, heruntergefallenes Futter entfernen, Zugänge und Schächte abdichten.
- Bei Befall Kammerjäger rufen; Stadtwerke bekämpfen im Kanal mit Monitoring und über 100 Boxen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadtverwaltung Weil am Rhein verzeichnet vermehrt Meldungen aus der Bevölkerung, die das Sichten von Ratten zum Thema haben. Milde Winter, reichlich Nahrung und viele Verstecke lassen ihre Population wachsen. Damit wächst auch die Gefahr möglicher Krankheitsübertragungen, von Schäden an der Infrastruktur oder durch Beeinträchtigung der Hygiene.
Die Stadtverwaltung bittet die Bürger deshalb um Mithilfe. Ohne Gegenmaßnahmen kann das Rattenproblem sehr schnell zu einer Plage werden. Denn: Ein Pärchen kann über 1000 Nachkommen pro Jahr erzeugen. Prävention ist dabei genauso wichtig wie Bekämpfung. Die Rattenbekämpfung auf Privatgrundstücken liegt in der Verantwortung des Eigentümers, informiert die Verwaltung in einer Mitteilung.
Was können Bürger tun, um die Ausbreitung von Ratten effektiv zu verhindern? Ein wichtiger Schritt ist der konsequente Entzug von Nahrungsquellen und Lebensräumen.
Essensreste richtig entsorgen
Wirksame Maßnahmen sind, keine Essensreste oder andere Nahrung über die Toilette zu entsorgen. Gekochte Speisen, Fleischreste oder auch Backwaren dürfen nicht über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt werden. Das lockt Ratten direkt in die Kanalisation.
Bio- und Restmüll müssen richtig gelagert werden. Die Mülltonnen und Komposthaufen sollten stets fest verschlossen werden. Essensabfälle gehören in die Bio-Tonne oder in geschlossene Kompostbehälter.
Gelbe Säcke und Müllsäcke richtig lagern
Gelbe Säcke sollten möglichst spät zur Abholung bereitgestellt werden. Gelbe Säcke oder auch Müllsäcke sind demnach erst am Tag der Abholung und nicht bereits am Vorabend oder gar noch früher an den Straßenrand zu stellen. Diese Säcke sollten grundsätzlich auch nicht im Freien gelagert werden.
Füttern im Freien, aber nicht die Ratten
Vögel im Garten oder auf dem Balkon sollten nur in kleinen Mengen gefüttert werden. Heruntergefallenes Futter sollte täglich aufgewischt werden. Denn: Offenliegendes Futter zieht Ratten magisch an. Auch im Stadtgebiet sollten keine Vögel gefüttert werden. Das Füttern von Tauben ist auf öffentlichen Straßen sowie in Grün- und Erholungsanlagen ohnehin nicht erlaubt; genauso das Füttern von Wasservögeln bei den LGS-Wassergärten und am Rhein.
Wer Katzen mit Freigang besitzt oder sie als gänzliche Freigänger hält, der sollte diese nicht über dauerhaft zur Verfügung stehende Futterquellen versorgen. Feste Futterzeiten oder gar das Füttern in Haus oder Wohnung sind die bessere Alternative.
Gegenüber Ratten sind ebenso die Zugänge zum Haus zu sichern. Kellertüren sind geschlossen zu halten, Kellerschächte und Lichtgitter sollten mit engmaschigen Drahtgeweben abgedichtet werden. Achtung: In der Hausfassade sollten keine Löcher oder Spalten offenstehen.
Kein Schutz vor Witterung bieten
Schuppen, Garagen oder Gartenhäuser sollten regelmäßig kontrolliert werden. Sie bieten den Nagern optimalen Schutz vor Witterung und Feinden. Geachtet werden sollte bei der Inspektion auf spindelförmigen Kot (etwa ein bis zwei Zentimeter lang) oder frische Nagespuren an Holz, Kabeln und Plastikkanistern.
Kammerjäger beauftragen
Wenn ein aktiver Rattenbefall vorliegt, sollte umgehend ein zertifizierter Kammerjäger beauftragt werden, um eine unkontrollierte Vermehrung effektiv zu stoppen. Die Profis analysieren die Ursachen, nutzen sichere Köderboxen zum Schutz von Kindern und Haustieren und verschließen dauerhaft alle Zugangswege.
Bei Holzstapeln oder der Lagerung von Baumaterialien sollte auf etwas Abstand zum Boden geachtet werden. Unrat oder dichter Bewuchs sind ebenfalls zu entfernen, da sich Ratten dort gerne verstecken und Nester bauen. Heruntergefallenes Obst unter den Bäumen sollte ebenfalls regelmäßig entsorgt werden.
Stadtwerke bekämpfen Ratten
Wichtig zu wissen: Der Verantwortungsbereich der Stadtwerke begrenzt sich auf die Kanalisation – unterirdisch also. Alle Städte, Kommunen und Betreiber von abwassertechnischen Anlagen sind gesetzlich zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Die Gesamtkosten für die Rattenbekämpfung im Weiler Kanalnetz betragen rund 175.000 Euro im Jahr. Darin enthalten sind die Beschaffung der Boxen und der Giftköder, deren Betrieb und Unterhalt.
Die Stadtwerke nutzen dabei ein Monitoring-System, um die Problemzonen festzustellen. Mehr als 100 solcher Boxen sind im Stadtgebiet im Einsatz. Diese Boxen und die entsprechende Überwachung des Kanalnetzes sorgen für einen schonenderen Umgang mit Giftködern. So wird der Gifteinsatz reduziert, was sich im Hinblick auf den Gewässer- und Umweltschutz positiv auswirkt.
Werden Ratten auf dem Privatgrundstück gesichtet, gilt es, sich schnellstmöglich an den Eigentümer zu wenden. Das Melden von Ratten im öffentlichen Raum ist über den Schadensmelder der Stadt möglich.
