Radweg Wiechs – Nordschwaben
: Welche Veloroute über den Dinkelberg?

Das Wiechser Dorfparlament hat zwei Alternativrouten zum Vorschlag des Landratsamtes vorgelegt.
Von
Christoph Schennen
Schopfheim
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Ein Radweg soll künftig von Wiechs aus nach Nordschwaben führen, Aber wo genau? (Symbolfoto)

Kristoff Meller

„Der Abschnitt Wiechs bis Nordschwaben ist eine Hauptverbindungsroute für den Radverkehr“, erklärte Alexandra Käfer, Radverkehrsplanerin im Lörracher Landratsamt Lörrach. „Er wurde ins Kreisstraßenprogramm von 2016 bis 2020 aufgenommen.“ Planungsbeginn war 2018, als untersucht wurde, ob man den Radweg östlich oder westlich der Kreisstraße baut.

Vorzugstrasse östlich der Kreisstraße

Geplant wurde eine Vorzugstrasse, die östlich der Kreisstraße verläuft. Sie tangiert FFH-Mähwiesen, die im Naturraum aber an gleicher Stelle 1:1 ersetzt werden.

2023 begann das Planfeststellungsverfahren. Zuständige Behörde ist das Regierungspräsidium (RP) Freiburg. In jenem Jahr fand auch die erste Anhörung von privat Betroffenen und Träger öffentlicher Belange statt. Derzeit werden die Unterlagen für die zweite Runde der Genehmigungsplanung fertiggestellt. Die Planungsunterlagen werden dann nochmals offengelegt. Wegen der Insolvenz des Planungsbüros habe sich das Planfeststellungsverfahren in die Länge gezogen.

Ortschaftsrat schlägt zwei Alternativrouten vor

Neben der Vorzugstrasse der Behörde hat die Ortsverwaltung zwei Alternativrouten zum Vorschlag des Landratsamts entworfen. Die eine Variante kommt aus dem Rebacker und führt entlang der Hohen Flum nach Nordschwaben. Die andere Variante führt von Wiechs durch den Wald nach Minseln.

Bei beiden Routen würden vorhandene landwirtschaftliche Wege genutzt. Um diese Wege zum Radweg auszubauen, müssten sie auf dreieinhalb Meter verbreitert werden. Hinzurechnen müsse man je Seite einen halben Meter Bankett und eventuell Ausweichbuchten mit 20 bis 40 Metern Länge.

Der Oberbau wäre hier deutlich teurer, so der Hinweis der Planer, da er für landwirtschaftliche Maschinen ausgelegt sei. Teuerer wäre auch der Unterhalt des Radwegs, da die Mitnutzung durch schwere Maschinen mehr Verschmutzung bedeute und die Abnutzung des Belags höher sei, hieß es weiter.

Eine der Ortsverwaltungsvarianten ende zudem „im Niemandsland“ an der Gemarkungsgrenze von Rheinfelden und es sei unklar, ob die Stadt Rheinfelden eine Verbindung zu diesem Radweg schaffe.

Stadt bevorzugt klar die vom Kreis erarbeitete Route

Vor dem Hintergrund dieser Gegenargumente zeigte Thomas Schmitz, Beigeordneter der Stadt Schopfheim, sein Unverständnis darüber, dass der Ortschaftsrat die vom Kreis vorgeschlagene Vorzugstrasse ablehne. „Der kreisstraßenbegleitende Radweg ist zu bevorzugen“, machte er seine Einschätzung deutlich. Diese sorge dafür, dass der Radverkehr von der Kreisstraße verschwinde und dadurch der Verkehrsfluss verbessert werde.

Man bekomme wohl auch Fördermittel für die Varianten der Ortsverwaltung. Die Vorzugstrasse der planenden Behörde stelle aber die beste Möglichkeit dar, um die Förderkriterien zu erfüllen. Förderung erwarten die Planer vom Land (50 Prozent) und vom Agglomerationsprogramm Basel (25 Prozent). Den Rest zahle der Kreis, weil die Trasse entlang der Kreisstraße führe.

Schmitz hielt fest, dass die Stadt Schopfheim sich nicht an der Finanzierung der Alternativrouten beteiligen werde. „Wir können die finanziellen Mittel dafür nicht aufbringen.“ Er erinnerte auch daran, dass Schopfheim Kreisumlage bezahle. Von diesem Geld sollten auch wieder Mittel in die Infrastruktur von Schopfheim zurückfließen.

Die Ortsverwaltung will nun eine Stellungnahme verfassen, in der sie begründet, warum sie ihre beiden Routen für den Radweg geeignet hält. „Grundsätzlich sind wir sehr davon angetan, dass der Radweg kommt“, betonte Ortsvorsteher Wiese.

Ortsverwaltung fordert ausführlichen Vergleich

Dennoch sehe er die Notwendig einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile aller Varianten unter Berücksichtigung unter anderem von Förderfähigkeit und Umweltverträglichkeit. Ortschaftsrat Arne Wagner kritisierte, dass der Ortschaftsrat nicht von Anfang an eingebunden wurde in die Planung des Radwegs. Er müsse den Bürgern schließlich den Verlauf des Radwegs vermitteln.