Oldtimer in Schweigmatt
: Wenn die Handy-Fotofunktion auf Hochtouren läuft

Das letzte Old- und Youngtimer-Treffen der Saison in Schopfheim-Schweigmatt fand große Resonanz, die dem Höhenschwimmbad zugute kam.
Von
Ines Bode
Schopfheim
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Oldtimer-Besitzer unter sich: Das Treffen ist eine Plattform einer festen Gemeinschaft.

Ines Bode

Benzingespräche und Motorgeplauder: „Meine ist Sechzehn und meine ist Siebzehn“ – gemeint war das Alter der Harleys. Beim letzten „Old- und Youngtimer Treffen“ der Saison ging es am Schweigmatter Höhenschwimmbad erneut um den geliebten fahrbaren Untersatz. Der Erlös aus der Bewirtung durch Frank Uehlin, dem ehemaligen Waldhauschef und Organisator des Treffens, ging direkt in die Kasse des Fördervereins.

Auf dem Gelände beim Schweigmatter Höhenschwimmbad hatte der unüberhörbare Harley Davidson-Trupp als erstes für eine sauber geparkte Reihe gesorgt. Die Männer des Clubs „Alemannen Chapter Germany“ kommen aus Rheinfelden, Weil am Rhein, Haltingen oder Sulzburg. Auf einem Nummernschild stand gar HOR für Horb. Die etwa 17-jährigen Maschinen seien Newtimer, erklärt Member Mitsch. Sein Kollege Andreas, genannt „Vierzger“, witzelt, „der einzige Oldtimer bei uns ist der Karlheinz“. Der Erwähnte schmunzelt dazu. Eine Harley sei Kult, lässt Vierzger noch wissen.

Ungeniert parkte auch eine kleine Vespa in der Reihe. Mit der Aufschrift „Super Sport“ verkündete das rote Maschinchen der PS-Welt seinen Platz. Der Besitzer gehört zum Vespa Club Lörrach. Ein ganz anderes Kaliber hatte Oldtimerfan Oliver aus Schopfheim mitgebracht. Sein BMW-Gespann R 75, also mit Seitenwagen, stamme aus dem Jahr 1943. Das überschwere Modell in Sahara-Beige dürfte zu den ältesten Gästen des Treffens gehören. Erworben habe er es in Österreich. An der Seite hängt ein alter, aber gut erhaltener Lederkoffer, und da, wo der Tankdeckel sitzt, thront eine Art Helm. Es sei der Luftfilter, klärte der Besitzer auf. Das erste Mal in diesem Sommer sei er dabei. Und weil ein Gespann auch Platz für die Gattin und den Junior biete, wurde daraus ein Familienausflug.

Durchsage: Blitzer in Raitbach

Eine Durchsage ließ alle aufhorchen. Auch die Ordnungshüter waren bei diesem für die Schwimmbadretter wichtigen Termin dabei: In Raitbach warte ein Blitzer. Viele Zwei- und Vierräder bevölkerten zu dieser Stunde den Parkplatz. Der neue Vorsitzende des Fördervereins Alexander Simon und sein Vorgänger Thomas Jost suchten das Gespräch mit dem Publikum. Die Oldtimer sprachen für sich.

Am DeLorean kam keiner vorbei

An dem silbrigen „DeLorean DMC-12“ kam keiner vorbei. Das PS-Lexikon verrät, es sei in seiner Art einzigartig. Anfang der Achtziger gebaut, war er nur zwei Jahre erhältlich. Berühmtheit erlangte das Auto aus Nordirland durch die Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“. Im Film wurde er zur Zeitmaschine, in Schweigmatt stand er brav an seinem Platz. „Berühmt“, das passte auch zu weiteren Straßenkreuzern. Mit Namen, die jedes Kind kennt, etwa Porsche, Maserati und Alfa Romeo, war viel geboten. Die Handy-Fotofunktion der Besucher lief auf Hochtouren.

Ein mausgrauer Chevrolet hob sich ab, ebenso wie ein dunkelgrüner Panther Kallister. Der Besitzer heißt Peter. Es sei ein Zufall gewesen, beschrieb der Haltinger den Kauf. Das edle Stück wurde in der englischen Grafschaft Surrey von 1983 bis 1990 gebaut.

Das letzte Treffen der Saison war ein voller Erfolg.

Foto: Ines Bode

Noch etwas exquisiter wird es bei Oldtimerfan Hartmut aus Feldberg bei Müllheim. Das Heck seines signalroten Bugatti Replika ähnelt dem eines Rennwagens. Es sei sicher der teuerste Gast, meinte Simon. Auch Bugatti-Besitzer Hartmut wollte nur eine Spritztour machen, kam aber mit einem schicken Oldtimer heim. Waldshuter und Freiburger hatten den Weg ebenso gefunden wie Einheimische. „Heute ist es brutal“, meinte Simon zum Andrang. Aber es war eben das letzte Treffen in dieser Saison.