Nachruf: Trauer um Alt-Maienwirtin Johanna Weniger aus Langenau

Johanna Weniger bei ihrer Verabschiedung als Maien-Wirtin im Jahr 2013.
MT-ArchivFür die meisten ihrer Gäste war sie einfach „d’Hanni“. „Als solche wurde sie geliebt, verehrt und geschätzt“, schrieb der Autor in einer Würdigung, die im Jahr 2013 anlässlich der Verabschiedung von Johanna Weniger aus dem Wirtinnen-Dasein erschien.
60 Jahre als Wirtin
Rund 60 Jahre lang hatte bis dahin das Gesicht des Gasthauses „Maien“, der traditionellen Gastwirtschaft an der Landstraße im Langenauer Oberdorf, unzählige Gäste bewirtet. Schon mit 16 Jahren musste sie im „Maien“ bei ihren Eltern, die auch noch Landwirtschaft betrieben, kräftig mit anpacken. Ab 1970 führte sie den Langenauer Gastbetrieb als alleinverantwortliche Wirtin in dritter Generation weiter. 2013 schließlich sah sich die damals 77-Jährige aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Pforten der alteingesessenen Beiz zu schließen, die bis dahin 145 Jahren lang fast ununterbrochen offengestanden hatten.
Ein Zuhause für die Dorfgemeinschaft
Vor allem die örtlichen Vereine vom Musik- über Gesang- bis zum Turnverein waren in der kleinen Gaststätte daheim, die eigentlich rund 40 Sitzplätze bot, im Ernstfall aber 60 bis 80 Gäste verkraftete. Auch der Ortschaftsrat traf sich nach seinen offiziellen Sitzungen regelmäßig zur Nachbesprechung in lockerer Runde in der Gaststätte, und natürlich waren auch alle anderen kleinen und großen Langenauer sowie Wanderer, Spaziergänger und Tourer von jenseits der Dorfgrenzen jederzeit willkommen. „Mir hets immer Spaß g’macht. Ich ha nur netti Lüt do g’ha“, hatte „Hanni“ bei ihrem Abschied aus dem Wirteleben mit Blick auf die zurückliegenden 60 Jahre festgehalten.
Ihre letzte Ruhestätte findet Johanna Weniger nach einer Beisetzung im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Langenau.