Mitmachprojekt im Stadtmuseum: Die Wiesentäler sind gefragt: Was bedeutet Heimat?

Das städtische Museum in Schopfheim setzt für die kommende Ausstellung auf die Bürger: Der Heimatbegriff soll gemeinsam belebt werden, in lockerer Anlehnung an den Heimatbegriff Johann Peter Hebels.
Martin Wundsam„Meine Heimat, mein Ort – Hebels Schopfheim 200 Jahre später“ lautet der Titel einer partizipativen Ausstellung, die der Förderverein Stadtmuseum Schopfheim (FÖSS) initiiert.
Mitmach-Ausstellung für Bürger aus dem Wiesental
Die Grundidee der Mitmach-Ausstellung: Bürger aus Schopfheims und aus den Nachbargemeinden Maulburg, Steinen, Kleines Wiesental und Hausen sind eingeladen, ihre Gedanken zum Thema „Heimat“ kreativ auszudrücken: Mit Fotos, Bildern, Gedichten oder Objekten. Diese werden vom 15. Mai (Vernissage) bis zum 2. August im Stadtmuseum Schopfheim zu sehen sein. „Die Ausstellung ist kein Wettbewerb, sondern ein gemeinsames Spiel mit Bildern und Ideen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiatoren von FÖSS. Das Thema sei locker angelehnt an den Heimatbegriff Johann Peter Hebels; den Kontext bildet der 200. Todestag des Dichters in diesem Jahr.
„Was bedeutet Heimat für mich?“
Die Ausstellung wendet sich an Alteingesessene ebenso wie an Menschen, die im Mittleren Wiesental eine neue Heimat gefunden haben. „Gemeinsam stellen wir uns die Frage „Was bedeutet Heimat für mich?““. Im folgenden entwerfen die Ausstellungs-Initiatoren ein ganze Panorama möglicher Bezüge, die der Heimatbegriff haben kann: „Ist es der engere Umkreis, die Nachbarschaft, die Stadt, die umgebende Natur? Sind es soziale Beziehungen – Familie, Freunde, Vereine, Kirchengemeinden? Suche ich Heimat im kulturellen Bereich? In der individuellen oder kollektiven Erinnerung? In der aktiven Gestaltung von Gegenwart und Zukunft – in gemeinsamen Projekten? Begegne ich Heimat eher kontemplativ oder eher praktisch? Wir leben im ländlichen Raum – welche Rolle spielt die Landwirtschaft für meinen Heimatbegriff?“
Der Dialekt als Ankerpunkt für den Heimatbegriff
Ein besonders prägendes Element von Heimat sei die Sprache, hält der Förderverein weiter fest: Das Alemannische als Element der Tradition, als Mittel der Identifikation und der gegenseitigen Bindung. „Was bedeutet Dialekt für mich?“
„Durch die unterschiedlichen Beiträge entsteht idealerweise ein vielfältiges und spannendes Kaleidoskop unserer Heimat im Mittleren Wiesental“, so die Vision der FÖSS-Akteure.
„Heimat“ entstauben, Klischees entsorgen
Zentral für die Idee der Ausstellung sei die Erkenntnis, dass sich unsere gesellschaftliche Realität rasant verändert, während das Image von Heimat aufgrund uralter Klischees in vieler Hinsicht negativ besetzt sei, erläutern die Initiatoren und verweisen auf völkisch geprägte Heimatklischees und verkitscht-glorifizierende Heimatbilder, aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Heimat als gemeinsame Klammer
Eben diese Klischees sollen in der Ausstellung entsorgt und durch den unmittelbaren, erlebten und erlebbaren Erfahrungsraum der Einheimischen ersetzt werden, denn: „Heimat hat nichts mit diesen Klischees“ zu tun. „Ihr kultureller Erfahrungsraum wird von allen geteilt, unsere Kultur, Erinnerung, Tradition sowie Dialekt fungieren als gemeinsame Klammer zwischen verschiedenen Bevölkerungs- und Altersgruppen.“ In diesem Sinne könne ein Heimatbegriff integrieren und einigen, gerade angesichts von Phänomenen wie gesellschaftlicher Spaltung, Einsamkeit, Abschottung und gegenseitigem Nicht-Verstehen. „Die Ausstellung kann hier wertvolle Impulse geben“, sind die Initiatoren überzeugt.
Auftaktveranstaltung gibt erste Impulse
Der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt fällt am Freitag, 27. März, im Stadtmuseum. Die Bürger sind eingeladen, sich über die Grundidee der Ausstellung zu informieren und sich Inspiration für ihre kreative Umsetzung des Begriffs „Heimat“ zu holen. Einen ersten Impuls gibt die Performance „HEIMATGefühl“ von Lena Drieschner, Theater- und Filmschauspielerin, bevor Birgit Althof vom FÖSS unterm Titel „Heimat: Neue Perspektiven“ an Thema und Idee der Ausstellung heranführt. „Was ist Heimat?“ fragt dann der alemannische Liedermacher Uli Führe in seinem Vortrag mit Musik. Abschließend bleibt Zeit für Gespräche bei Getränken, Fingerfood und Musik.
Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung per E-Mail an mail@foess.info gebeten.
Mitmachausstellung „Meine Heimat – mein Ort.“
Auftaktveranstaltung
mit Rahmenprogramm: Freitag, 27. März, Stadtmuseum Schopfheim.
Vernissage
und Ausstellungsbeginn am Freitag, 15. Mai.
Finissage
und Überleitung zur Hebel-Ausstellung des Stadtmuseums: Sonntag, 2. August.
Weitere Infos
auf der Homepage des Fördervereins Stadtmuseum Schopfheim