Mit 101 Jahren auf dem Buckel: Kanderner Rossmärt bleibt fest im Sattel

Der frühere Kanderner Bürgermeister Christian Renkert mit seinem Einspänner.
Jan Boller- Kanderner Rossmärt feierte die 101. Auflage bei sonnigem Wetter auf dem Sportplatz in der Au.
- Eckerlin moderierte mit Fachwissen, Bürgermeisterin Penner unterstützte und begrüßte das Publikum.
- Jury bewertete Exterieur, Schritt und Trab sowie Präsentation – Rubin de la Rose gewann.
- Gespanne von Renkert, Gräßlin und Spittler traten an, die gemeinsame Präsentation kam gut an.
- Penner dankte Organisatoren und zeigte sich zuversichtlich, den Rossmärt in die Zukunft zu führen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diesmal meinte es das Wetter gut mit dem Kanderner Rossmärt. Anders als im total verregneten Jubiläumsjahr 2025 verzogen sich an diesem Montagmorgen pünktlich zum Beginn die Wolken, und die Sonne kam durch.
Beste Bedingungen also für die zahlreichen Reiter, Züchter und viele andere Pferdefreunde, die auf den Sportplatz in der Au gekommen waren, um die nunmehr 101. Auflage „Chanderner Rossmärt“ zu feiern und die Präsentation und Prämierung von Pferden und Gespannen zu erleben. Das Wetter top, die Stimmung gut, der Applaus für die Pferde und Kutschen war zunächst zwar noch verhalten, wurde dann aber immer deutlicher.
Einer, der bei der Traditionsveranstaltung nicht fehlen darf, ist Karlheinz Eckerlin. Seit mehr als 30 Jahren ist er die „Stimme“ vom Rossmärt, seit mehreren Jahren bildet er mit Bürgermeisterin Simone Penner ein gut funktionierendes Duo am Mikrofon. Das liegt auch daran, dass Penner als selbst erklärte „Pferdenärrin“ ebenfalls über entsprechendes Fachwissen verfügt. Trotzdem überließ sie das Kommentieren größtenteils Eckerlin.

Gute Laune bei Kaiserwetter: Das Publikum genießt den Rossmärt in vollen Zügen.
Jan BollerDafür ließ sie sich von Melanie Gräßlins Sportkutsche durch die Arena führen, um das Publikum zu begrüßen und den vielen Organisatoren, darunter der Gemeindeverwaltung mit Marktmeisterin Anne Patolla, den Preisrichtern um Elke Zanon, dem Bauhof und der Stadtmusik Kandern, für ihren Einsatz zu danken. Der Rossmärt hat inzwischen 101 Jahre auf dem Buckel – Penner zeigte sich dennoch zuversichtlich, die Traditionsveranstaltung „gemeinsam gut in die Zukunft führen zu können“.

Rubin de la Rose, vorgeführt von Nicole Brenner, gewann den Einzelwettbewerb.
Jan BollerEckerlin führte gewohnt souverän durch die Veranstaltung und erklärte auch für Laien verständlich, was auf dem Platz zu sehen ist. Obendrein verfügt der ehemalige Vorsitzende des baden-württembergischen Pferdezuchtverbands über ein immenses Fachwissen und einen großen Erfahrungsschatz, den er bereitwillig mit seinem Publikum teilt. Da erfährt der Laie etwa, dass ein Schimmel nicht mit weißem Fell auf die Welt kommt, sondern erst mit den Jahren immer heller wird – „wie ein Mensch, der graue Haare bekommt“.
Auch erklärte er den Unterschied zwischen Warm- und Kaltblütern. Letztere seien früher vor allem als Arbeitstiere eingesetzt worden und aufgrund ihres kräftigeren Körperbaus in ihren Bewegungen weniger wendig und beweglich als Warmblüter. Trotzdem treten beim Rossmärt unterschiedliche Rassen im selben Wettbewerb an, was eine angemessene Bewertung mitunter schwierig macht.
Gut aufgestellt für die Zukunft
Die Richter bewerteten in Zweierteams, verteilt auf dem Platz, die äußere Erscheinung der Pferde, das Gangbild in Schritt und Trab sowie den geschlossenen Stand. Bei den Vorführern achteten sie auf die Handhabung des Pferdes und dessen Präsentation. Am Ende hatte die Jury einen klaren Favoriten: Rubin de la Rose, vorgeführt von Nicole Brenner, überzeugte unter anderem mit seiner „Top-Kondition“, seiner Bemuskelung sowie dem Gangbild im Schritt und im Trab.

Nochmal 49 Jahre älter als der Rossmärt: Die Stadtmusik Kandern sorgte für das leibliche Wohl.
Jan BollerAuch bei den Gespannen war die Bewertung nicht einfach. Sowohl Kanderns früherer Bürgermeister Christian Renkert als auch Melanie Gräßlin traten im Einspänner an, während Robert Spittler sich von zwei Haflingern ziehen ließ. Letztlich waren die Noten aber fast Nebensache. Die Entscheidung, alle drei Gespanne gemeinsam auf dem Platz zu zeigen und der Jury dabei Gelegenheit zu geben, sich ein genaues Bild zu machen, war goldrichtig: Das prachtvolle Zusammenspiel der Gespanne kam beim Publikum besonders gut an.