Merowinger-Funde bleiben im Boden
: Neue Feuerwache an der B3 in Müllheim kann kommen

Die Planung und das Bebauungsplanverfahren für die neue Feuerwache in Müllheim an der B3 gehen weiter. Die Merowinger-Funde bleiben dabei unberührt. Das erfuhr der Bauausschuss des Gemeinderats in einem Sachstandsbericht.
Von
Volker Münch
Müllheim
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Auf der Grünfläche zwischen Bundesstraße, Südtangente, Platanenallee und Wohnwuartier soll das neue Feuerwehrgebäude entstehen.

Auf der Grünfläche zwischen Bundesstraße, Südtangente, Platanenallee und Wohnquartier soll das neue Feuerwehrgebäude entstehen.

Volker Münch
  • Müllheim plant eine neue Feuerwache an der B3 – das Verfahren zum Bebauungsplan läuft weiter.
  • Merowinger-Funde bleiben unberührt, da alle Erdarbeiten oberhalb der Fundschicht stattfinden.
  • Keine Rettungsgrabung nötig, weil der Boden mit Kalk-Zement verbessert und flach gegründet wird.
  • Große Aufschüttungen sind geplant, die Kosten nennt die Verwaltung erst bei konkreter Planung.
  • Der Entwurf des Bebauungsplans soll in der Januar-Sitzung beraten und zur Offenlage gebracht werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Lange war es um die neue Feuerwache für die Müllheimer Feuerwehr an der Bundesstraße 3 ruhig geworden.

Währenddessen gingen die Planungen im Zuge der Leistungsphase zwei, in der das Projekt planerisch vorbereitet und untersucht wird, im Hintergrund weiter. Gleichzeitig wurde der Umgang mit möglichen Funden aus der Merowinger-Zeit mit dem Landesamt für Denkmalschutz geklärt.

Das wichtigste Thema in dieser Projektphase sei die Gründung des künftigen Feuerwehrgebäudes in einem „durchaus schwierigen Untergrund“, wie der städtische Projektsteuerer Joël Lacroix vom Baudezernat feststellte.

Schwierig nicht nur wegen der Bodenzusammensetzung und der notwendigen Gründung, sondern insbesondere wegen der zu erwartenden Funde aus der Merowinger-Zeit, die das Bauprojekt wegen einer möglichen Rettungsgrabung mit zusätzlichen Kosten und einer deutlichen Verzögerung belasten könnten.

Denkmalschutz vollzieht Kehrtwende

Jetzt erfolgte allerdings eine Kehrtwende, zumindest was den Umgang mit möglichen archäologischen Funden anbelangt. Lacroix: „Es wird keine Rettungsgrabung notwendig. Und damit wird auch der Umgang mit dem Baugrund anders lösbar.“ In Absprache mit dem Denkmalschutz bleibt die Erdschicht mit den Merowinger-Funden, die in einer Tiefe von zwei bis drei Metern liegen, unberührt. Sämtliche Erdbewegungen für den Bau werden oberhalb dieser Schicht stattfinden. Überdies wird noch zusätzliches Erdmaterial auf dem Grundstück eingebaut werden müssen, um das Straßenniveau zu erreichen.

Keine Rettungsgrabung notwendig

Anstatt den Gebäudeuntergrund wie bisher angedacht mit Rüttelstopfsäulen, einer Art Pfahlgründung, zu stabilisieren, wird der Boden oberhalb der Merowinger-Schicht mit einem Kalk-Zement-Gemisch, das in die Erde eingearbeitet wird, verbessert und stabilisiert. Dann wird das Gelände aufgeschüttet und die Bodenplatte des Gebäudes mit einer Flachgründung eingebaut. „Das sind gewaltige Erdbewegungen“, stellte Stadträtin Myriam Reichert für die von den Planern festgelegte Gebäudegrundfläche mit 40 mal 80 Metern fest. „Es sind 64.000 Kubikmeter Material“, rechnete Bürgermeister Martin Löffler vor. Wie sich das in der Kostenkalkulation niederschlagen wird, ließ die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt der Planung noch offen. „Wir sind mit Zahlen sehr vorsichtig geworden, solange keine konkrete Planung mit entsprechenden Kosten vorliegt“, erklärte der Bürgermeister.

Wieder aufgenommen wurde das Bebauungsplanverfahren, nachdem der Sachverhalt um die Merowinger-Funde mit dem Landesamt für Denkmalschutz nun geklärt sei, hieß es weiter. Der Bürgermeister hofft, dass der Bebauungsplanentwurf in der Januar-Sitzung des Gemeinderats eingebracht und die Offenlage beschlossen werden kann.

Planentwurf wird im Januar diskutiert

Im Zuge der Planung geht es auch darum, das Gebäude entweder mittig auf das Grundstück zu stellen oder etwas nach Norden zu rücken, um im Süden Platz zu gewinnen. Dies habe Auswirkungen auf den Aufwand der Zufahrt von der Platanenallee/Hauptstraße aufs Feuerwache-Areal kurz vor der Einmündung in die Südtangente. Auch das müsse in einer der kommenden Sitzungen noch entschieden werden, kündigte Lacroix an.