Jubiläum in Weil am Rhein
: Mit der Fingerkuppe darf nicht probiert werden

Der Wochenmarkt in Weil am Rhein besteht seit 100 Jahren. Die Geschichte birgt Interessantes: Von Mai bis September darf nur „völlig frischer Fisch“ angeboten werden.
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red/pm
Weil am Rhein
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Der Marktplatz in den 1950er-Jahren

Der Marktplatz in den 1950er-Jahren

Stadtarchiv Weil am Rhein
  • Der Wochenmarkt in Weil am Rhein besteht seit 100 Jahren und bleibt gut besucht.
  • Seit Dezember 1977 stehen die Stände auf dem Rathausplatz, mittwochs und samstags.
  • Marktordnung von 1925: keine Fingerproben bei Butter und Milch – frischer Fisch nur Mai bis September.
  • Bürgermeister Lorenz Wehrle lobt die Beschicker, Marktmeisterin Stephanie Droßelmeyer betont die Treue.
  • Angebot ist regional und vielfältig, auch donnerstags gibt es einen Markt am Berliner Platz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Es ist verboten, von Butter und Milch mit den Fingern Kostproben zu entnehmen.“: so steht es in der Wochenmarktordnung der Gemeinde Weil geschrieben, die im März 1925 verabschiedet wurde. Einige Monate später, im Januar 1926 nämlich, fand der erste Wochenmarkt auf dem Marktplatz in der Gartenstadt statt.

Heute, 100 Jahre später, ist der Wochenmarkt noch immer beliebt. Noch immer werden frische, regionale Produkte angeboten und noch immer sind die Marktbeschicker bei Wind und Wetter für ihre Kundschaft zur Stelle. Allerdings werden die Stände seit Dezember 1977 auf dem Rathausplatz aufgebaut – immer mittwochs und samstags. Zuvor war er seit Mai 1964 auf dem „Trocadero-Platz“ in der Hauptstraße zu Hause.

Besondere Marktregeln

„In der Zeit vom 1. Mai bis 30. September dürfen auf dem Wochenmarkt nur völlig frische Fische feilgehalten werden. Dieselben müssen in Gefäßen mit frischem Wasser aufbewahrt werden“, heißt es in Paragrafen 5 der Wochenmarktordnung von 1925. Und in Paragraf 6 heißt es: „Hat die Butter das richtige Gewicht nicht, so werden die einzelnen Butterstücke von dem kontrollierenden Beamten zerbrochen.“

„Der Wochenmarkt gehört seit nunmehr 100 Jahren fest zum Leben in Weil am Rhein“, sagt Bürgermeister Lorenz Wehrle und bedankt sich bei den Beschickern: „Mit ihrem Engagement, ihrer Verlässlichkeit und ihrer täglichen Arbeit tragen sie wesentlich dazu bei, dass unser Markt ein lebendiger Treffpunkt und ein wichtiger Bestandteil unserer Stadtgemeinschaft ist.“

Treue der Anbieter wird geschätzt

Marktmeisterin Stephanie Droßelmeyer schätzt vor allem die Treue der Anbieter und spricht von einer „sehr guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit“. Dasselbe gilt natürlich auch für den Markt am Donnerstag, wenn frische Waren in Eigenregie direkt neben dem Berliner Platz angeboten werden.

Die Weiler Wochenmärkte finden großen Zuspruch durch ihre Vielseitigkeit an regionalen und saisonalen Produkte. Ob Obst oder Gemüse, auch Bio-Produkte, Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Pilze, Oliven, Backwaren, Käse, Marmeladen, Honig oder Schnaps. „Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Angebot ist bunt, vielfältig und frisch“, freut sich Droßelmeyer.

Die Stadtverwaltung hatte das besondere Jubiläum zum Anlass genommen, den Beschickerinnen und Beschickern für ihren langjährigen Einsatz und Treue anlässlich eines Aperos im Rathaus zu danken (wir berichteten).