Helios Klinik Müllheim: Eine Weilerin gibt dem Mako-Roboter bei ihrer OP eine Chance

Auf dem Weg zur Genesung: Helga Klingele und Ghiath Rousan, Leitender Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie und Ärztlicher Leiter des Helios MVZ Müllheim – einen Tag nach der ersten robotergestützten Knieoperation am Oberrhein
Helios- Helios Klinik Müllheim führte erstmals robotergestützte Knie-OP am Oberrhein durch.
- Erste Patientin war Helga Klingele aus Weil am Rhein, 69 Jahre alt.
- Der Mako-Roboter plant per CT in 3D, der Arm führt den Schnitt millimetergenau.
- Studien zufolge berichten Patienten über weniger Schmerzen und schnellere Erholung.
- Klingele ging nach fünf statt sieben Tagen nach Hause und trainiert bereits selbstständig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Helga Klingele aus Weil am Rhein war die erste Patientin, die mit dem Mako-System operiert wurde. Jahrelang hat sie versucht, die Knieschmerzen mit Gymnastikstunden zu kompensieren - und vielleicht auch ein Stück weit verdrängt, heißt es in einer Mitteilung der Helios Klinik.
Immerhin ist Klingele erst 69 Jahre alt, sie liebt das Fahrradfahren und arbeitet trotz Rente noch zu 20 Prozent in einem Pflegeheim: „Ich möchte nicht nur sinnlos rumsitzen, sondern weiterhin Menschen helfen und meinen Hobbys nachgehen. Aber irgendwann ging es körperlich einfach nicht mehr“, sagt Klingele, die seit 45 Jahren in der Altenpflege tätig ist.
Also machte sie sich auf den Weg zum Hausarzt, der ihr mitteilte, das Kniegelenk sei irreparabel und konservative Maßnahmen ausgeschöpft. Da in ihrer Umgebung kein zeitnaher Termin frei war, wurde der Kontakt zum Helios MVZ Müllheim vermittelt. Das Team bestätigte den Befund im Vorgespräch: Zeit für eine Prothese. Vier Wochen später soll die Operation stattfinden. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: dass bei ihr erstmals der Mako-Roboter zum Einsatz kommen würde.
Als Ghiath Rousan, Leitender Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Müllheim und Ärztlicher Leiter des MVZ, seine Patientin anrief, dachte Klingele, es gehe um einen früheren Termin. „Ich habe eine Überraschung für Sie", sagte er. „Wir erhalten einen Roboter für die Kniechirurgie und möchten diesen bei Ihrer Operation einsetzen."

Das Operationsteam der Helios Klinik Müllheim nach der ersten robotergestützten Knieoperation am Oberrhein
HeliosKlingele war zunächst skeptisch: „Erst war ich nicht so begeistert, weil ich es nicht kannte. Aber man hat mir alles in Ruhe erklärt und dann dachte ich: Ein Roboter muss auch mal eine Chance bekommen." So fand am 11. Juni die erste robotergestützte Knieoperation an der Helios Klinik Müllheim statt.
Wie der Roboter-Einsatz funktioniert
Vor dem Eingriff erstellt das Team auf Basis eines CT-Bildes einen individuellen 3D-Plan, exakt auf die Anatomie des jeweiligen Patienten abgestimmt. Im OP führt ein Roboterarm den Chirurgen millimetergenau entlang dieses Plans und stoppt automatisch, sobald er die festgelegte Grenze erreicht. Gesundes Gewebe bleibt unberührt, unkontrollierte Bewegungen außerhalb des Zielbereichs sind nicht möglich, heißt es.
Klinische Studien zeigen: Patienten, die mit roboterassistierter Unterstützung operiert werden, haben nach dem Eingriff im Schnitt weniger Schmerzen, kommen mit weniger Schmerzmitteln aus, benötigen weniger Physiotherapie und können das Krankenhaus früher verlassen, heißt es in der Mitteilung. Auch die Beweglichkeit des neuen Gelenks fällt deutlich besser aus.
Das bestätigt auch Helga Klingele: „Die Schmerzen sind sehr erträglich.“ Die Operation sei gut gelaufen. Bereits nach fünf Tagen statt der üblichen sieben durfte sie nach Hause. Die physiotherapeutischen Übungen macht sie selbstständig: Kniebeugen mit Geräten und Treppensteigen klappt bereits, für das Laufen benötigt sie noch Unterarmgehstützen.
Den Roboter live erleben
Die Helios Klinik Müllheim öffnet am Mittwoch, 1. Juli, von 10 bis 18 Uhr ihre Türen und lädt die Öffentlichkeit, Patienten sowie niedergelassene Kollegen ein. Der Mako-Roboter kann live erlebt und ausprobiert werden, die Chirurgen stehen für Gespräche und Fragen bereit. Auch für die kleinen Gäste gibt es ein Programm: In der Teddyklinik können Kuscheltiere versorgt werden, und ein DRK-Rettungswagen ist am Haupteingang zu besichtigen. Die Cafeteria hat von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
