Heiße Sommer: Klimaatlas: Es wird wärmer in Maulburg

Eine Folge von heißen und trockenen Sommern ist ein sinkender Flusspegel, so wie hier bei der Wiese bei Maulburg.
Harald PflügerDie Temperaturen schienen in den vergangenen Tagen nur einen Weg zu kennen: nach oben. Im Gegenzug sinken die Flusspegel. Manche behaupten, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis man den Fluss Wiese problemlos durchwaten kann.
Klimawandel ist da
„Der Klimawandel ist längst in Baden-Württemberg angekommen“, schreibt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg auf ihrer Internetseite und untermauert dies mit dem Klimaatlas, der auch den Gemeinden Hilfestellung bei ihren Planungen geben soll.
Wie heiß und trocken die Sommer waren, wie mild die Winter. All dies lässt sich anhand der Zahlen herauslesen.
Kein Jahr ohne Hitzetag
Laut Klimaatlas gab es in den Jahren 1974 bis 2024 in Maulburg kein Jahr ohne Hitzetage. Von heißen Tagen spricht man, wenn die maximale Lufttemperatur mindestens 30 Grad Celsius erreicht hat.
Einen einzigen Hitzetag weist die Statistik für die Jahre 1977 und 1979 aus. Seither ist die Anzahl der Hitzetage deutlich gestiegen: In manchen Jahren waren es über 20, 2003 sogar 34.
Mittlere Temperatur
Die mittlere Jahrestemperatur lag in Maulburg im Kalenderjahr 1974 bei 9,22 Grad Celsius. Über zehn Grad stieg sie dann erstmals im Jahr 1994 mit 10,52 Grad Celsius. Seit 2022 bewegt sich die Temperatur auf die Zwölf-Grad-Marke zu. 2022 lag die Temperatur im Jahresmittel bei 11,25, 2023 bei 11,66 und 2024 bei 11,27 Grad Celsius.
Tropennächte
Eine gute Nachricht birgt die Statistik für jene, die unter Tropennächten leiden. Solche Nächte, in denen die niedrigste Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt, gelten aus medizinischer Sicht als besonders belastend, insbesondere für ältere und geschwächte Personen. In Maulburg gab es nur in den Jahren 2017 und 2019 je eine Tropennacht.
Trockenperioden
Lange und trockene Sommer sind in mehrerer Hinsicht eine Herausforderung. Die Flusspegel sinken, was nicht zuletzt Fischen zum Verhängnis werden und bei Wasserkraftwerken zu Einschränkungen führen kann. Ausbleibenden Regen treibt auch den Landwirte die Sorgenfalten auf die Stirn, die auf Wasser zur Bewässerung ihrer Anbauflächen angewiesen sind. Nicht zuletzt können weniger Niederschläge und veränderte Temperaturen Auswirkungen auf den Grundwasserpegel haben. Grundwasser ist in Baden-Württemberg die wichtigste Trinkwasserressource. Jahre ohne Trockenperiodentage gab es in Maulburg zwischen 1974 und 2024 keine. Allerdings waren die Perioden unterschiedlich lang: zwischen maximal zehn Tagen im Jahr 2000 und 32 Tagen 1976.
Starkregen
Starkniederschläge mit 20 mm Regenmenge gab es laut Klimaatlas in Maulburg in jedem Jahr zwischen 1974 und 2024. Wurden im Jahr 2003 drei solcher Starkregentage verzeichnet, waren es im Jahr 1999 derer 21.