Gruppe in Schliengen
: Wenn das Telefon an Weihnachten schweigt - Unterstützung für „verlassene Eltern“

Eine Gesprächsgruppe der evangelischen Kirche in Schliengen bietet „verlassenen Eltern“ einen geschützten Raum. Betroffene können über Verlust, Enttäuschung und Hoffnung sprechen.
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red/pm
Schliengen
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ILLUSTRATION - 03.05.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Auf einem Smartphone wird in der App eines Messengers das Feld "Mama blockieren" in den Kontakten angezeigt. (zu dpa: «Muttertag ohne Mutter - Wenn Kinder oder Eltern den Kontakt abbrechen») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kontaktabbrüche in Familien sind nicht selten. „In der Gruppe erfahren Betroffene, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind“, macht Pfarrerin Bettina von Kienle deutlich.

Bernd Weißbrod / dpa
  • Gesprächsgruppe in Schliengen unterstützt „verlassene Eltern“ nach Kontaktabbrüchen.
  • Sie bietet einen geschützten Raum für Austausch über Verlust, Enttäuschung und Hoffnung.
  • Häufige Tabuisierung führt zu Isolation – die Gruppe hilft, Sprachlosigkeit zu überwinden.
  • Leitung: Susanne Teichmanis, Isabell Roeser und Pfarrerin Bettina von Kienle.
  • Treffen am ersten Montag 16–17.30 Uhr im Gemeindehaus; Termine: 5. Okt., 2. Nov., 7. Dez.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn erwachsene Kinder den Kontakt abbrechen, ist das für Eltern oft nur schwer zu ertragen. Eine Gesprächsgruppe in Schliengen soll Betroffenen dabei helfen, besser mit der Situation umzugehen.

Viele betroffene Eltern erleben die Sprachlosigkeit und den Schmerz eines Kontaktabbruchs als tiefe Lebenskrise, heißt es in der Mitteilung der evangelischen Kirche. Wenn auf Geburtstagsgrüße keine Antwort mehr kommt, an Weihnachten das Telefon schweigt und selbst Briefe ungeöffnet zurückgesendet werden, stünden viele Eltern vor quälenden Fragen. Warum meldet sich das eigene Kind nicht mehr? Hätten wir etwas anders machen können? Was geschieht mit den Enkelkindern? Oft blieben diese Fragen unbeantwortet.

Häufig tabuisiert

Noch schwieriger werde die Situation dadurch, dass das Thema in der Gesellschaft häufig tabuisiert werde, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Freundeskreis oder in der Familie würden Betroffene nicht selten auf Unverständnis oder gut gemeinte Ratschläge stoßen. Die Folge: Viele Eltern ziehen sich zurück, vermeiden Gespräche über ihre Kinder und fühlen sich zunehmend isoliert.

Geschützter Raum

Hier will die Gesprächsgruppe für „verlassene Eltern“ ansetzen. Sie biete einen geschützten Raum, in dem über Verlust, Enttäuschung, Hoffnung und neue Perspektiven gesprochen werden könne. „In der Gruppe erfahren Betroffene, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind“, heißt es weiter. Denn Kontaktabbrüche zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern kommen deutlich häufiger vor, als viele vermuten, sagt Pfarrerin Bettina von Kienle.

Sprachlosigkeit überwinden

Ein wichtiges Ziel der Treffen sei, gemeinsam die eigene Sprachlosigkeit zu überwinden und neue Lebensfreude zu entdecken, erklären die Leiterinnen des Angebots. Neben dem Austausch über belastende Erfahrungen soll deshalb auch Platz sein für die Frage, was das Leben trotz allem weiterhin schön und lebenswert macht. Die Teilnahme ist derzeit kostenfrei, da das Angebot vom Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald und Markgräflerland mitfinanziert wird.

Geleitet wird die Gruppe von Susanne Teichmanis (Supervisorin), Isabell Roeser (Pastoralreferentin) und Pfarrerin Bettina von Kienle. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Pfarramt Auggen-Schliengen unter Telefon 07631/2589 oder per E-Mail an auggen@kbz.ekiba.de.

Gesprächsgruppe

Die Gruppe trifft sich in der Regel am ersten Montag des Monats von 16 bis 17.30 Uhr im Gemeindehaus der Prälat-Hebel-Kirche, Bellinger Straße 12, in Schliengen. Die Termine sind wie folgt: 5. Oktober, 2. November und 7. Dezember.