Gewerbe Akademie Schopfheim
: Mit geballter Kraft gegen die drohende Schließung

In einer IG wollen sich Handwerk, Gewerbe und Schulen gemeinsam mit der Politik für die Gewerbe Akademie in Schopfheim einsetzen. Die Handwerkskammer stellt sie zur Disposition.
Von
Anja Bertsch
Schopfheim
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Die Zukunft der Schopfheimer Gewerbe Akademie ist weiter ungewiss.

Anja Bertsch

Gleich zwei Treffen zur Zukunft des Ausbildungsstandorts in Schopfheim fanden in dieser Woche statt: Bereits am Montag trafen sich Bürgermeister der umliegenden Kommunen und Landrätin Marion Dammann im Landratsamt zu einem Austausch, bei dem die Landrätin der Einrichtung ganz klar den Rücken gestärkt habe, berichtet Bürgermeister Dirk Harscher auf Anfrage unserer Zeitung.

Gemeinsame Schlagkraft

Um auch die Akteure jenseits der Polit-Schiene einzubeziehen, habe er im Nachgang für Donnerstag ein Treffen im Schopfheimer Rathaus einberufen, an dem neben den Bürgermeistern auch die in der Interessengemeinschaft „Erhalt der Gewerbe Akademie in Schopfheim“ (IG) organisierten Akteure aus Handwerk, Betrieben und Schulen beteiligte waren. Die IG hat sich vor kurzem gegründet, um gemeinsame Schlagkraft zu entwickeln.

„Im Zentrum aller Gespräche stand die dringende Notwendigkeit, den Verbleib der Gewerbe Akademie am heimischen Standort langfristig zu sichern – gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels und wachsender bürokratischer Hürden“, hält die Stadt Schopfheim im Nachgang zu den Treffen in einer Pressemitteilung fest.

Die Anwesenden hätten betonten, dass eine dezentral organisierte, wohnortnahe Ausbildungsstruktur unverzichtbar für die Region sei. Nur so lasse sich gewährleisten, dass junge Menschen auch im ländlichen Raum qualitativ hochwertige berufliche Qualifizierungen erhalten.

Zentralisierung stößt auf geschlossene Ablehnung

„Eine Verlagerung oder Zentralisierung der überbetrieblichen Ausbildung, wie sie von der Handwerkskammer Freiburg angestrebt wird, lehnen wir deshalb geschlossen und entschieden ab“, hinterlegt die Stadt in ihrer Mitteilung. Die Gewerbe Akademie sei ein zentraler Pfeiler für die Ausbildung und die Zukunft der Region. „Wir stehen geschlossen dafür ein, dass junge Menschen weiterhin hier vor Ort eine hochwertige Qualifizierung erhalten können. Eine Zentralisierung auf Kosten der Ausbildungschancen im ländlichen Raum ist eine Abwärtsspirale“, wird Stefan Pfeffer, als Sprecher der IG in der Pressemitteilung zitiert.

Gespräch im September

Die Handwerkskammer Freiburg habe angekündigt, im September zu einem Gesprächstermin einzuladen. Um diesen Termin fundiert vorzubereiten, werde die IG einen Fragenkatalog an die Kammer richten, so die Ankündigung. Ziel sei es, „konkrete Zahlen und Fakten zum Standort Schopfheim zu erhalten, um bestehende Informationsungleichgewichte zu beseitigen“, kündigt die Stadt an. „Einst als Leuchtturmprojekt ins Leben gerufen, soll die Akademie nun auf Basis sachlicher Daten und fundierter Analysen zukunftsfähig weiterentwickelt werden.“

Handwerkskammer soll Farbe bekennen

Die Beteiligten erneuern zudem ihre Aufforderung an die Handwerkskammer, „unverzüglich eine klärende Pressemitteilung zur aktuellen Situation, zu geplanten Terminen und nächsten Schritten zu veröffentlichen“. Damit solle der Verunsicherung entgegengewirkt werden, die in der Bevölkerung sowie bei den Ausbildungsbetrieben entstanden sei – etwa durch Verwechslungen mit der eigenständigen Gewerbeschule.

Eine solche Pressemitteilung kündigt die Handwerkskammer Freiburg auf Anfrage unserer Zeitung für kommende Woche an.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass die Gewerbe Akademie in Schopfheim nicht mehr den vollen Rückhalt der Handwerkskammer Freiburg als Trägerin hat. Als erstes hatte die Schopfheimer CDU Alarm geschlagen und davor gewarnt, dass die Gewerbe Akademie womöglich schon im September geschlossen wird.

Die Handwerkskammer Freiburg hatte daraufhin eingeräumt, dass die Zukunft der Einrichtung durchaus in Frage stehe, eine endgültige Entscheidung aber noch nicht gefallen sei. Zwingend notwendig sei etwa angesichts sinkender Ausbildungszahlen und in Fördergelder eine Neujustierung: „Ein Weiter-so ist nicht möglich“, so die Handwerkskammer damals.

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