250 Kündigungen in Hausen: Wie die Autokabel-Mitarbeiter vermittelt werden

Die 250 Mitarbeiter, die bei Autokabel gekündigt wurden, müssen sich neue Stellen suchen.
Verena WehrleWeil Autokabel Hausen bis zum Ende des Jahres seine Produktion einstellt, ist die Zukunft der 250 betroffenen Mitarbeiter noch ungewiss. Werden sie direkt im Anschluss eine neue Anstellung finden? Viele Sorgen und Zukunftsängste sind damit verbunden. Viele von ihnen arbeiten bereits seit mehr als 25 Jahren für das Unternehmen, wie Betriebsratsvorsitzender Mario Wagner im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Der Schock über die Schließung saß tief.
Und wie geht es nun weiter?
Die Geschäftsführung habe bei der Suche nach neuen Arbeitsstellen etwas unterstützt, so Wagner.
Die Arbeitsagentur sei auch hier mit der „Arbeitsmarkt Drehscheibe“ aktiv, erklärt Pressesprecherin Melanie Payer auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wir streben einen nahtlosen Übergang in neue Stellen an“, sagt Payer zuversichtlich. Die Drehscheibe gebe es im gesamten Bundesland und unterstütze vor allem frühzeitig bei Arbeitgebern, die einen Personalabbau anstreben.
Infoveranstaltung mit Jobbörse
Mitte August gab es eine Infoveranstaltung bei Autokabel vor Ort, so habe man die allerwichtigsten Fragen der Mitarbeiter in der Gruppe klären können. „Wir konnten über unsere Angebote berichten und Ängste abbauen“, erzählt Payer. Einige der Mitarbeiter hätten auch schon Beratungsgespräche bei der Arbeitsagentur geführt. „Umso früher, umso besser“, so Payer. Doch man sei noch ganz am Anfang. Es hätten zwar alle 250 Mitarbeiter zu Ende Juli ihre Kündigungen erhalten, seien aber alle noch angestellt.
Gleichzeitig fand bei dem Termin im August auch eine kleine Jobbörse statt mit verschiedenen Arbeitgebern. Auch hier konnten die Mitarbeiter erste Kontakte knüpfen.
Die Chancen für die Autokabel-Mitarbeiter schnell neue Stellen zu finden, schätzt Payer als gut ein. Viele Firmen würden nach Fachkräften suchen.
Großes Netzwerk wird genutzt
Als wichtiger Netzwerkpartner für die Arbeitsagentur fungiert hier die Wirtschaftsregion Südwest. „Das ist wirklich großartig, das spricht für die Region“, freut sich Payer über das „spitzenmäßige Netzwerk“.
Die Wirtschaftsregion Südwest (WSW) wiederum ist selbst sehr gut vernetzt, etwa mit dem Netzwerk Südwest mit 30 Firmen, erzählt Geschäftsführer Alexander Maas. Dieses Netzwerk sei eben genau dafür da, um die Fachkräftegewinnung voranzutreiben. „Wir können die Mitarbeiter somit schnell und unkompliziert weitervermitteln“, sagt er. Autokabel habe der WSW mitgeteilt, in welchen Berufen Stellen gestrichen werden, und WSW konnte vermitteln. Auf diese Weise hätten bereits fünf Interessenten Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern geführt, freut sich Maas.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage
Bürgermeister Philipp Lotter hatte in einem Gespräch mit unserer Redaktion nicht nur seine Gemeinde, sondern die Region im Blick: Die wirtschaftliche Lage mache ihm Sorgen, hatte er gesagt. Auch Alexander Maas gab eine Einschätzung: „Die Lage ist noch nicht dramatisch.“ Eine Chance sehe er in den höheren Zöllen in der Schweiz, dass dies für einen Aufschwung in Deutschland sorgen könnte. Dieser Aufschwung müsse jetzt passieren, so Maß. „Es braucht ein Signal von der Regierung.“ Er betonte auch das Problem des Fachkräftemangels bei vielen Firmen in der Region.
Payer von der Arbeitsagentur drückt sich etwas vorsichtiger und auch optimistischer aus: „Wir stürzen zwar von einer Krise in die nächste.“ Und dennoch: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region ist im Vergleich zu anderen Regionen noch sehr gut.“
