Zentrale Angebote statt Böller: Weniger Müll, weniger Einsätze – Grüne plädieren für neue Silvesterregeln in VS

Die Hinterlassenschaften von Feuerwerk und Böllern – hier am Villinger Friedengrund – sorgen nach Neujahr für Entsorgungskosten bei der Stadt.
Marc EichEinen Vorstoß gegen die Böllerei an Silvester bringt die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Gemeinderat Villingen-Schwenningen ein. Sie fordern, über einen neuen Umgang mit Pyrotechnik zum Jahreswechsel zu diskutieren.
Vorstellbar seien zentrale Feuerwerke, aber auch Alternativen, heißt es in dem Antrag an Oberbürgermeister Jürgen Roth. Zudem gelte es, das Abfeuern von Pyrotechnik auf den 31. Dezember ab 22 Uhr bis zum 1. Januar um 2 Uhr zu begrenzen. Nicht nur in Großstädten sei der Verlauf der Silvesternächte zunehmend gefährlich, mit Verletzungen, Aggressionen und Gewalt auch gegen Einsatzkräfte. Viele Städte hätten bereits mit teils strengen Regeln oder auch zentralen Angeboten von Feuerwerken.
„Auch Villingen-Schwenningen sollte sich über eine neue Form des Feierns Gedanken machen“, fordert die Fraktionsvorsitzenden Ulrike Salat. Das Resümee des Polizeipräsidiums Konstanz für den Jahreswechsel falle gemischt aus: Viele Einsätze hätten die Beamten beschäftigt, aber es habe keine schwerwiegende Einsatzlage gegeben. Die Petition „Böllerverbot“ der Gewerkschaft der Polizei hätten bislang rund 2,8 Millionen Bürgern unterschrieben.
Ein weiterer Punkt sei die Entsorgung der abgefeuerten Böller. Vermehrt würde Raketen- und Böllermüll in den Straßen, auf Freiflächen und in Naturschutzgebieten liegengelassen. Dies erfordere einen erhöhten Einsatz für Entsorgung zu Lasten der Kommunen. Auch im Stadtgebiet von VS sei vermehrt Müll durch Pyrotechnik zu beobachten.
Weniger Kosten, weniger Stress und Gewalt
Auf eine schriftliche Anfrage der Fraktion B90/die Grünen im August 2025 zur Kostenaufstellung der Stadt VS bezüglich der Feuerwerke um den Jahreswechsel habe sich ergeben, dass beim Bürgeramt rund 4000 Euro und bei den Technischen Diensten TDVS hauptsächlich durch Reinigungsarbeiten rund 13 500 Euro anfallen.
Bei einem Verbot sei mit Ersparnissen der Stadt von 8000 Euro zu rechnen. Mensch, Tier und Umwelt würden geschont und Einsatzkräfte weniger Stress und Gewalt ausgesetzt. „Die gemeinsame Feier mit Feuerwerk oder Alternativen an ausgewiesenen Plätzen bewahrt die festliche Atmosphäre und macht den Jahreswechsel zu einem besonderen Erlebnis – sicher und verantwortungsvoll für alle Beteiligten“, ist sich Ulrike Salat sicher.