Wunderland, Witz und Tiefgang in VS: Katzenmusikball 2026 ist fabelhaft

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Schwarzwälder BoteSchon die Idee für das Ballmotto war ein Knaller, hatte man doch in Alices – pardon Katers – Wunderland geladen.
Entsprechend fantastisch waren die Gäste kostümiert nach den Vorbildern aus dem Kinofilm und genauso skurril, bunt und schrill zeigten sich auch die Bühnenakteure
Suche nach dem Goascht
Unter der Regie von Niklas Klein und Manuel Schaaf erzählten sie in Wort und Tanz die Geschichte des Katers (Marvin Singer), der sich im Wunderland auf die Suche nach dem Fasnetgoascht (Niklas Klein), dem „Hüter der Fasnet“, macht und ihn mit Hilfe des Hutmachers (Benno Kilzer) und seinem Gefolge auch findet.
Der wiederum muss sich allerdings des Krakes (Manuel Schaaf) erwehren, einst „Rietvogel des Lichts“, inzwischen aber Herr über „Chaos, Völlerei, Party und Regeln ohne Seele“. Es kommt zum Kampf – und zum Frieden: „Das Dunkle ist verschwunden“, heißt es am glücklichen Ende. Zudem fordert die junge Fasnet, nicht nur die kalte Asche von Tradition und Erinnerung zu hüten, sondern vielmehr die Glut zu schüren.
Wünschenswert
Ein Ball also zum Nachdenken? Sicherlich, aber der Wunsch des Katers, in einer Welt zu leben, „in der man Hand in Hand an einem Strang zieht“ und in der nicht nur „g’rechnet, ’zählt und ’prüft wird“, verpackte das Ensemble mit so viel Witz und Nonchalance, dass es eine Freude war.
Das Kinderballett tanzte lolli-süß, die Girlies den Hexentanz einmal anders und die Damen als modifizierte Narros samt Rollen. Das Publikum zum Kochen brachten die tanzenden „Doppelzentner“, da sie als blutrünstige „Glonki-Krieger“ angriffen.
Nur Geld für eins
Heike und Michael Neininger sowie Carmen Heift zogen in ihrer mobilen Kneipe über die klamme Stadtverwaltung her, die „zwei Kinder hat, aber nur Geld für eins – und Schwenningen verkümmert dann halt“.
Den Erzählstrang behielten der Kater und der Hutmacher (ein genialer Benno Kilzer) mit seinen personifizierten Gefühlen Euphoria (Selina Köhl), Miss Gunst (Maike Fackler) und Jammeranze (Pia Mataija) in Händen.
Auf der Suche nach dem Fasnetgoascht begegnen sie dem singenden Druiden (Alexander Gambin), der fasnetverrückten Candy (Lenya Kornhaas) und ihrer von der Verwahrlosung der Fasnet deprimierten Schwester (Sophia Kornhaas).
Gassenhauer sind der Hit
Zum Höhepunkt des Abends wurde einmal mehr der Auftritt der Gassenhauer.
Auch Andreas Duffner, Dominik Schaaf und Thomas Streit fanden sich im Wunderland wieder und kamen – Lachtränen provozierend – als verzauberte Schweinchen: einer als „Schwudel“, die anderen als „Schwaf“ und „Schweinhorn“. Ihre neuen Hits drehten sich um Geld, um KI und um Oberbürgermeister Jürgen Roth, den sie auf die Bühne holten, um mit ihm gemeinsam dessen Wahlkampf für die nächste OB-Wahl zu starten – ein herrliches Spektakel.
Am Ende siegte, wie im Märchen allgemein üblich, mit einem gewaltigen Kampf zwischen Schwarz und Weiß und mit den ebensolchen Stimmen von Niklas Klein und Manuel Schaaf, das Gute. Und das liegt nach dem ersten Villinger Fasnetsball in diesem Jahr auf einer hohen Latte.