Workshop in Brigachtal: Medienkompetenz beginnt im Kita-Alltag

Während des Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden in Brigachtal mit der Frage, wie Kinder in der digitalen Welt sicher begleitet werden können.
Elke RaulsWie gehen Kinder richtig mit Medien um? Diese Frage wird in unserer digitalisierten Welt immer wichtiger. Fünf Kindertageseinrichtungen in Brigachtal beteiligen sich deshalb an einem Fortbildungsprojekt zum Thema „Medienschutzkonzepte in Kitas – vom Schutz zur Befähigung“.
Die entsprechenden Fortbildungen richten sich an pädagogische Fachkräfte. Sie werden laut Mitteilung von der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt und von der gemeinnützigen Organisation „Vertrauenssache“ durchgeführt.
Das Projekt legt den Schwerpunkt auf Prävention und die Befähigung im Umgang mit Medien im frühen Kindesalter. Ziel ist es, Kindertageseinrichtungen dabei zu unterstützen, Schutzperspektiven und Kompetenzerwerb in ihre pädagogische Arbeit zu integrieren und daraus Medienschutzkonzepte zu entwickeln.
Begleitet werden die Einrichtungen von Angela Donno, Geschäftsführerin von „Vertrauenssache“. Sie ist seit vielen Jahren Gewaltschutz-Implementorin und Supervisorin. In den Fortbildungsmodulen setzen sich die pädagogischen Fachkräfte mit verschiedenen Aspekten der Mediennutzung im Kita-Alter auseinander. Dazu gehören aktuelle Zahlen und Forschungsergebnisse zur Mediennutzung von Kindern, mögliche Symptome von Überforderung oder Belastung, sowie Fragen der pädagogischen Haltung und der Zusammenarbeit mit Eltern.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von konkreten Befähigungswerkzeugen für den pädagogischen Alltag. Die Fachkräfte erarbeiten gemeinsam Strategien, wie Kinder altersgerecht an Medien herangeführt werden können und gleichzeitig in ihrer Selbstwirksamkeit und Medienkompetenz gestärkt werden.
Reflektierter Umgang mit Medien
„Kinder brauchen nicht nur Schutz vor Risiken, sondern auch Räume, in denen sie Kompetenzen entwickeln können“, betont Angela Donno, „Kindertageseinrichtungen sind ein wichtiger Ort, um Kinder frühzeitig im reflektierten Umgang mit Medien zu begleiten.“
Die Leitungen der Kitas arbeiten bereits seit vielen Jahren mit „Vertrauenssache“ zusammen. So stellen sie sicher, dass Gewaltschutz und seine Herausforderungen immer wieder durch externe Schulungen, Supervisionen und Elternangebote aktualisiert wird. Aufgrund der Unterstützung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg können die Fortbildungsmodule nun laut Mitteilung in den Einrichtungen in Brigachtal umgesetzt werden.
Kinder sollen so gesünder aufwachsen
„Die Gesundheit unserer Kinder liegt uns besonders am Herzen – sowohl körperlich als auch mental. Durch das Erarbeiten eines individuellen Medienschutzkonzepts schaffen wir einen wichtigen Dialog zu einem Thema, das alle Beteiligten betrifft. So wollen wir dazu beitragen, dass Kinder gesünder aufwachsen können“, sagt Dirk Scherer, Präventionsexperte bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Das Projekt stärke laut Mitteilung damit pädagogische Teams in einem Themenfeld, das für Familien, Bildungseinrichtungen und Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Zahlen, Daten, Fakten
Mediennutzung
Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren verfügen über ein zunehmend breites Angebot digitaler Medien. In 98 Prozent der Haushalte gibt es WLAN und internetfähige Endgeräte. In 44 Prozent der Haushalte sind diese Endgeräte nicht geschützt. Ein Fünftel der Kinder unter sechs Jahren besitzt bereits ein eigenes Tablet, rund ein Drittel dieser Geräte sind eigentlich für Erwachsene vorgesehen. 8 Prozent der Kinder haben Zugang zu einem Sprachassistenten, viele davon ohne ausreichende Schutzmaßnahmen.10 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen besitzen eine eigene Spielkonsole. 27 Prozent der Kinder unter sechs Jahren sind mit jugendgefährdenden digitalen Inhalten konfrontiert worden.