Waldfriedhof Schwenningen
: Stele erinnert an viele Schicksale

Auf dem Waldfriedhof Schwenningen steht seit Kurzem die Gedenkstele „Buch des Erinnerns“.
Von
Uwe Klausner
VS-Schwenningen
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Gedenkstelle Waldfriedhof Schwenningen

An der Gedenkstelle auf dem Waldfriedhof Schwenningen (von links): Wolfgang Heitner vom Verein Pro Stolpersteine, Student Marcin Stucke, Künstler Jochen Meyder, Vereinsvorsitzender Friedrich Engelke, Ulrike Salat,  Prorektorin für Zusammenarbeit und Gesellschaft der Hochschule Furtwangen (HFU), Edgar Seemann von der HFU und Bürgermeister Detlev Bührer.

Hochschule Furtwangen
  • Auf dem Waldfriedhof Schwenningen steht die Gedenkstele „Buch des Erinnerns“.
  • Sie würdigt über 600 NS-Opfer aus Villingen-Schwenningen – mit offenem, erweiterbarem Buch.
  • Standort ist im Gräberfeld C1 nahe Gräbern von Zwangsarbeitern, Kindern und weiteren Opfern.
  • Die HFU unterstützte Gestaltung und Digitales, eine Datenbank ist per QR-Codes erreichbar.
  • Interessierte können Biografien ergänzen und Dokumente beisteuern, so der Verein Pro Stolpersteine.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Rahmen einer feierlichen Einweihung hat der Verein Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen das Projekt vorgestellt. Die Hochschule Furtwangen (HFU) unterstützte das Vorhaben, insbesondere die digitale Aufbereitung sowie die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien.

Das Buch des Erinnerns ist ein aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus aus Villingen-Schwenningen. Es ist den mehr als 600 Menschen gewidmet, die während der NS-Gewaltherrschaft ihr Leben verloren, insbesondere jüdischen Bürgern,  Zwangsarbeitern, politisch und religiös Verfolgten und anderen Gruppen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Gedenkstele wurde vom Münsinger Künstler Jochen Meyder gestaltet. Sie befindet sich im Gräberfeld C1, nahe den Gräbern von Zwangsarbeitern, deren Kindern und Opfern von Euthanasie und Konzentrationslagern. In dem Gräberfeld steht außerdem eine Gedenkwand.

Es kann ergänzt werden

In seiner Rede betonte Bürgermeister Detlev Bührer, dass mit dem Buch des Erinnerns dem Ort, der bereits auf vielfältige Weise an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnert, eine weitere Ebene hinzugefügt wurde. Die Gedenkstele runde das Thema ab und lade zum Hinsehen, Nachlesen und Weitergeben von Wissen ein. „Das Besondere an dem Gedenkbuch ist, dass es sich als offen versteht. Neue Erkenntnisse sollen es fortlaufend ergänzen und weiter präzisieren“, so Bührer.

Demokratie als Versprechen Grundlage des Buches bilden die Informationen über verfolgte und deportierte Menschen aus dem Gebiet des heutigen Oberzentrums, die seit 2013 von dem Verein Pro Stolpersteine VS gesammelt wurden.

Persönlicher Bezug

Der Vereinsvorsitzende Friedrich Engelke war selbst über 30 Jahre lang an der HFU beschäftigt. Er berichtete in seiner Rede über seinen sehr persönlichen Bezug zum Thema und betonte, dass Demokratie kein Geschenk sei, das man einmal bekommt, sondern ein Versprechen. „Jede und jeder muss sich alltäglich dafür einsetzen“, sagte Engelke. Er forderte die Anwesenden auf, hinzusehen, den Mund aufzumachen und aktiv zu werden und schloss seinen Beitrag mit einer Schweigeminute.

Die Gedenkstele umfasst das ausliegende Buch, das von einer digitalen Datenbank mit zahlreichen Biografien ergänzt wird. Die Datenbank kann einfach über QR-Codes auf den Buchseiten erreicht werden. Für die Umsetzung waren Edgar Seemann, Professor an der Hochschule Furtwangen,  und Student Marcin Stucke verantwortlich.

Interessierte sind eingeladen, an der Fortschreibung des Gedenkbuchs mitzuwirken – etwa durch Hinweise auf weitere Schicksale oder das Einbringen von Dokumenten und Zeugnissen. Zur Datenbank „Buch des Erinnerns“: https://buch-des-erinnerns.villingen-schwenningen.de/bde/

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