Waldbrandgefahr steigt: Wetterdienst hebt Warnstufe im Schwarzwald-Baar-Kreis an

Im Juli 2022 war dieses Waldstück entlang der Schwarzwaldbahn bei Triberg in Brand geraten. Und wie sieht aktuell die Waldbrandgefahr aus? Fachleute aus dem Landratsamt geben hierzu Auskunft. (Archivfoto)
Daniela Schneider- Warnstufe vier von fünf gilt ab Donnerstag, 2. Juli, im Schwarzwald-Baar-Kreis.
- Fachleute melden eine angespannte Lage – anhaltend warme Temperaturen erhöhen das Risiko.
- Seit dem Dürresommer 2018 treten Waldbrände regelmäßiger auf, doch aktuell kein starker Anstieg.
- Steilhänge erschweren Einsätze im Schwarzwald – Zugänglichkeit und Winde sind problematisch.
- Feuerwehren und Forst schulen, rüsten nach und kooperieren; Vorsicht an Grillstellen wird betont.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mitte Juni brannte der Wald bei Hubertshofen. Zum Glück war die Feuerwehr zur Stelle. War dieser Brand nun ein Hinweis auf aktuell vermehrte Waldbrandgefahr im Schwarzwald-Baar-Kreis? Welche Faktoren bestimmen aktuell die Lage?
„Aufgrund der anhaltenden warmen Temperaturen bleibt die Lage weiterhin angespannt“, sagen übereinstimmend Kreisbrandmeister Florian Vetter und Frieder Dinkelaker, der Leiter des Kreisforstamtes.
Für die nächsten Tage gibt der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes durchgehend die Warnstufe vier von fünf aus. Das ist nicht das erste Mal dieses Jahr. So gab es zum Beispiel auch schon im April diese Stufe.
„Wir beobachten die Entwicklungen“
Auf die Frage, ob Waldbrände in unserer Region inzwischen eine neue Realität sind, antworten sie so: „Tatsächlich kam es bis zum Dürresommer 2018 im Schwarzwald-Baar-Kreis zu fast keinen Waldbränden. Der Klimawandel und damit steigende Temperaturen und längere Trockenheits- und Hitzephasen führen seither dazu, dass wir auch im Kreisgebiet regelmäßig mit Waldbränden rechnen müssen. Forstleute und Feuerwehren werden deshalb auch mehr als in der Vergangenheit auf Waldbrände vorbereitet.“

Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt: Im Schwarzwald-Baar-Kreis herrscht Warnstufe vier von fünf.
Daniela SchneiderAktuell könne man für den Schwarzwald-Baar-Kreis keine gravierende Steigerung der Einsätze im Bereich der Vegetationsbrände verzeichnen, insbesondere im Vergleich zu vergangenen Hitzephasen. „Wir beobachten aber die Entwicklungen, um gegebenenfalls weiter gegensteuern zu können“, versichern die Fachleute.
Unterschiede zwischen Schwarzwald und Baar werden hier nicht wesentlich festgestellt.Die Ausgangslage sei vielmehr vergleichbar. Lediglich im Schwarzwald kämen vermehrt Steilhänge in den Waldgebieten vor. Und gerade die wiederum könnten weiter zu besonderen Herausforderung werden. Aufgrund von Sonnen- und Schattenlagen oder Auf- und Abwinden könne hier eine besondere Gefahr bestehen. Hinzu komme die teils schwierige Erreichbarkeit von Brandherden.
Und wie gut sind die Feuerwehren im Landkreis auf mögliche größere Waldbrände vorbereitet? Sie haben sich laut Kreisbrandmeister Vetter mit diesem Thema auseinandergesetzt. So seien unter anderem Schulungen an der Landesfeuerwehrschule besucht worden, und viele Feuerwehren hätten ihre Ausrüstung für die Einsatztaktik bei Vegetationsbränden ergänzt. Auch der Landkreis halte bei verschiedenen Feuerwehren im Kreisgebiet Ausstattung vor und habe beispielsweise auch eine Schulung in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Kanton Schaffhausen anberaumt.
Forst und Wehr kooperieren
Auch der Austausch zwischen dem Forst und der Feuerwehr sei weiter ausgebaut worden, um vom jeweiligen Fachwissen, gerade bei Waldbränden, zu profitieren. „Das wird auch in einem landesweiten Tandem-Konzept Feuerwehr-Forst umgesetzt“, so die Experten aus dem Landratsamt.
Grundsätzlich habe man das Glück, „dass in unseren Breitengraden nicht von Bränden wie in den USA, Griechenland oder der Türkei auszugehen ist. Bei uns wird es sich überwiegend um Bodenfeuer handeln.“ Diese könnten sich je nach Witterung – zum Beispiel bei Wind –, Bodenbeschaffenheit oder Topografie unterschiedlich in ihrem Brandverhalten darstellen.“
„Wir leben in der Lage“
Als Verhaltensregeln für Bürgerinnen und Bürger geben die Fachleute das hier aus: „Grundsätzlich sollten alle die Wälder und Grünflächen mit Vernunft nutzen. Der Umgang mit offenem Feuer und dem Rauchen sollte verantwortungsvoll sein. Hilfestellung bietet hier der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes. Vonseiten des Forstes ist angedacht, bei absehbar und anhaltender Trockenheit über einen längeren Zeitraum die Grillstellen im Wald zu sperren. Bereits bei einer Waldbrandgefahr der Stufen drei und vier sollten die Grillstellen mit erhöhter Vorsicht genutzt werden.“
Und welche Entwicklungen erwarten Florian Vetter und Frieder Dinkelaker für die kommenden Wochen und Monate? „Wir leben in der Lage und hoffen auf eine Abkühlung und ergiebigen Regen“, sagen sie.
Waldbrandgefahr auf einen Blick
Die aktuelle Lage lässt sich aus dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes ablesen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bewertet die aktuelle Waldbrandgefahr anhand eines fünfstufigen Index von eins (sehr geringe Gefahr) bis fünf (sehr hohe Gefahr). Die Einstufung ergibt sich unter anderem aus Temperatur, Niederschlag, Wind und Luftfeuchtigkeit. In der Region liegt der Waldbrandgefahrenindex aktuell bei Stufe vier von fünf.

