Bei Trockenheit und Starkregen
: Weiher im Wald mit vielen Funktionen

So genannte Stillgewässer tragen im Stadtwald VS dazu bei, die Wasserversorgung zu sichern. Darüber informierte sich Minister Peter Hauk auf seiner Sommertour.
Von
Cornelia Hellweg
Oberndorf
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Eines der Stillgewässer im städtischen Wald. Für Spaziergänger soll noch eine Sitzbank aufgestellt werden.

Cornelia Hellweg

Der zweitgrößte Wald in kommunalem Besitz zeichnet die Stadt Villingen-Schwenningen aus. Und hier ist man in Sachen Wasserrückhalt im Wald weiter als viele andere in Baden-Württemberg.

Ein Grund mit für Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, im Rahmen seiner Sommertour sich vor Ort über die Umsetzung zu informieren. Mit dabei waren am Donnerstagnachmittag Oberbürgermeister Jürgen Roth, Tobias Kühn als Leiter des städtischen Forstamtes, die Landtagsabgeordnete Martina Braun sowie Heike Puhlmann und Simon Keller von der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) des Landes.

„Tobias Kühn ist ein Denker und ein Macher“, gab es großes Lob von Heike Puhlmann, die die Abteilung Boden und Umwelt bei der FVA leitet. Der Stadtwald umfasst eine Fläche von rund sechs Hektar und verfügt mittlerweile über elf sogenannte Stillgewässer. Weitere sollen laut Kühn hinzu kommen. „Wir versuchen ein strategisches Netzwerk zu machen“, erläuterte der Forstamtsleiter. Die Förderquote vom Land bezeichnete er als „ordentlich“. Beim Vor-Ort-Termin nahm man – bei mäßigem Regen – einen erst kürzlich angelegten Weiher in Augenschein: Kostenpunkt 4000 Euro. „Wenig Geld mit großer Wirkung“, merkte der Minister an. Dort soll noch eine Sitzbank installiert werden, und eine Krokodilfigur aus Holz wird im Gewässer platziert, kündigte Kühn an.

Wenig Geld, große Wirkung

Wichtig beim Anlegen ist das Gespür des Baggerfahrers. Denn die Tonschicht, die kein oder kaum Wasser durchlässt, darf nicht beschädigt werden. Der Weiher ist nicht nur ein schöner Anblick für Erholungsuchende im Wald sondern zielt vor allem auf den effektiven Wasserrückhalt im Wald ab. Denn dies wird angesichts von zunehmend auftretenden Hitzeperioden mit Trockenheit auf der einen und Starkregen auf der anderen Seite wichtiger.

„Der erfolgreiche Wasserrückhalt im Wald kann Extreme abmildern – von Dürre über Hochwasser bis Starkregen“, sage Heike Puhlmann. Die Landesregierung stelle umfangreiche Mittel zur Verfügung, damit in den kommenden zwei Jahren mit etwa 30 Gemeinden Maßnahmen umsetzen werden können. „Wir können ein Umdenken im Forst beobachten: Weg von ‚Wasser schnell raus aus dem Wald‘ und hin zu ‚Wasser als kostbares Gut so lange wie möglich im Wald zurückhalten’.“ Und dazu dienen zum einen die Weiher und zum anderen ein Umdenken beim Wegebau im Wald, damit Regenwasser langsamer abfließt. Mulden können beispielsweise dazu dienen, das Wasser zwischenzuspeichern.

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Darüber können Weiher bei Waldbränden als Wasserreservoir für die Feuerwehr dienen. Weiher müssen regelmäßig gewartet, Sedimente und Laub entfernt werden. Der Aufwand sei allerdings gering. Das Interesse an dem Thema ist laut Heike Puhlmann groß. Allerdings fehle das Wissen zur Umsetzung. Hier setzen die Schulungen an. Diese und das Informationsmaterial stünden auch Besitzern von Privatwald offen.

Minister Hauk wies daraufhin wies auf die halbe Million Euro Förderung für den Wegebau im Wald im Landeshaushalt, die vor allem von Privatwaldbesitzern genutzt werde. Wer das Geld will, müsse den nachhaltigen Wasserablauf berücksichtigen. Insgesamt bescheinigte Puhlmann dem Land mit Blick auf den Aktivitäten in anderen Bundesländern „Pioniercharakter“ beim Anpacken des Themas Wasserrückhalt im Wald.

Regen zur richtigen Zeit

Angesprochen auf den aktuellen Zustand des Stadtwaldes, sagte Tobias Kühn: „Vor drei Wochen wäre die Antwort mit Blick auf Borkenkäfer noch relativ unentspannt ausgefallen. Der Regen ist genau zur richtigen Zeit gekommen.“ Beim Thema Biber war man sich in der Runde einig: „Das Bibermanagement schließt das Töten der Tiere ein. Wir haben einen Zuwachs von 30 Prozent bei Bibern“, sagte Peter Hauk (CDU). Das Thema Biber wird allerdings im Grün geführten Umweltministerium entschieden und dort ist man gegen das Töten der Tieren, auch wenn sie Schaden anrichten.

Grünen-Landtagsgeordnete Martina Braun sieht das Thema wie der CDU-Minister, konnte sich damit aber bei der Umweltministerin bisher nicht durchsetzen.

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