Wahl in Unterkirnach: Nur ein Bewerber für Bürgermeisteramt

Felix Kuentz ist der einzige Bewerber für das Bürgermeisteramt in Unterkirnach.
Hella SchimkatAm Dienstag, 26. Mai um 18.00 Uhr war klar, Felix Kuentz ist der einzige Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in Unterkirnach.
Drei Tage später bei dem Treffen von Kuentz und unserer Redaktion auf dem Mühlenplatz ist Kuentz immer noch etwas ratlos: „Es wundert mich, dass es keinen weiteren Bewerber um die Nachfolge von Andreas Braun gibt, ich hatte mit mindestens einem weiteren Bewerber gerechnet“, betont er. Er zählt auf, dass er sich schon mit dem FC, der Narrenzunft, dem Feuerwehrkommandanten, der Kita und vor allem Ehrenbürger Bernhard Kuberczyk zu ersten Gesprächen getroffen habe.
Auch in dem ehemaligen Areal der Firma Wahl habe er sich mit Fabio und Wolfgang Schmitz, Eigentümer der Firma Sogambo, und auch Eigentümer des Wahl-Areals, getroffen. Vater und Sohn Schmitz wollen einen Gewerbepark entstehen lassen, wozu er ihnen gratuliert und die Daumen drückt.
Kommen wir zu Kuentz und seiner Vorstellung, was ihm in Unterkirnach wichtig ist, sollte er zum Bürgermeister gewählt werden. „Sparsamkeit und der absolute Willen, einen soliden, ausgeglichenen Haushalt zu erreichen stehen bei mir an erster Stelle“, antwortet er.
Die Kindertagesstätten gehören zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde, bei der Schule das Gebäude, nicht das Innenleben samt Pädagogen, fährt er fort.
Vertrauen in Bähr
Dass John Mohr das Tourismusbüro verlässt und auch in Richtung Stuttgart mit Braun zieht, bedauert Kuentz, aber Nadine Bähr mit all ihrer Erfahrung im Tourismusbereich traut er schon zu, auch den vakanten Posten von Mohr auszufüllen.
Ein prüfendes Auge hat Kuentz auch auf den Talsee geworfen, dieser ist in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden, sprich: „Es hat sich immer mehr Schlamm angesammelt“. Er würde den Talsee gerne ausbaggern lassen und ihn wieder zu einem Anziehungspunkt, nicht nur für die Enten, sondern auch die Bürger und Touristen der Gemeinde machen. Auch hier werden zuerst die Kosten geprüft, so Kuentz. Über das brachliegende Aqualino möchte er nicht befragt werden, wird er aber doch: „Das Aqualino wird ganz bestimmt auf später verschoben und bleibt vorerst geschlossen“, erklärt er bestimmt, hier könne er nichts sagen, bevor der Haushalt nicht stimme, und das passiere nicht von heute auf morgen.
Kuentz bleibt parteilos
Die Schlossberghalle sei immer noch nicht barrierefrei, wie er sich zu dem Einbau eines Aufzugs stelle, fragt die Mitarbeiterin der Redaktion. „Eine barrierefreie Schlossberghalle wünsche er sich auch, aber auch hier müsse er sehen, was die Finanzen hergeben“, antwortet er. Kuentz hat sich als parteiloser Kandidat beworben und antwortet auf die Frage, ob er parteilos bleibe, wenn er gewählt wird: „Selbstverständlich, ich möchte für alle Bürger und Bürgerinnen da sein“.
Immer wenn er an Maria Tann, dem ehemaligen Klosterareal, vorbeifahre, sei er froh, dass es noch existiere und nicht zu einem Lost Place geworden sei, so Kuentz. Er würde sich gerne mit dem jetzigen Besitzer sowie dem vorherigen Besitzer Axel Kubsch und seiner Schwester Viola Thomes zu einem Gespräch treffen, wie man das Areal wieder Besuchern etwas zugänglicher machen könne. Führungen, kleine gemütliche Treffen, könne er sich gut vorstellen, zeigt er sich positiv.
Er und seine Lebensgefährtin Sarah Popp erholen sich gerne in Thermen und spazieren oft im Wald, in letzter Zeit rund um Unterkirnach.
Sarah Popp arbeitet als Erzieherin in der Kinderkrippe in Nußbach, beide möchten in seinem Elternhaus in Nußbach wohnen bleiben. „Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen“, betont er und beantwortet eine letzte Frage, wieso er in Unterkirnach Bürgermeister sein möchte:
Seine Motivation
„Mir gefällt der Zusammenhalt im Ort. Die Vereine unterstützen sich gegenseitig, mir gefällt die Herausforderung, eine finanziell angeschlagene Gemeinde durch die schwerste Haushaltskrise seit Gründung der Bundesrepublik führen zu dürfen. Mir gefallen die Leute, die mir allesamt positiv und aufgeschlossen gegenübertreten.“