Vom Garagenprojekt zum 1000-Quadratmeter-Markt: USM Haller – wie ein Design-Klassiker auch in VS zum Kult wurde

Kann mit einem guten Gefühl sein erfolgreich aufgebautes USM-Haller-Secondhandunternehmen in der Schwenninger Klippeneckstraße übergeben: Ender Türetken (rechts) und sein Nachfolger Vincencino Coppa, der den Vertrieb der beliebten Kult-Möbel (im Hintergrund) nicht nur für den Bereich Büro, sondern für den gesamten Wohnbereich erweitern hat.
Mareike Kratt- USM-Secondhand in VS-Schwenningen: Inhaberwechsel zu Vincencino Coppa, Standort Klippeneckstraße.
- Aus Garagenstart wuchs ein 1000-Quadratmeter-Markt – der Bedarf stieg kontinuierlich.
- Gründe für den Boom: modulare Bauweise, Nachhaltigkeit und hohe Neupreise.
- Fokuswechsel: nicht mehr nur Büro, sondern auch Wohnmöbel – Zielgruppe verlagert sich.
- Neuer Showroom mit Wohnnische und Küche, Eröffnung an Freitag, 30., sowie Samstag, 31. Oktober.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer kennt es nicht, das USM-Haller-Möbelbausystem aus verchromten Stahlrohren, farbigen Metallpaneelen und der ikonischen verchromten Verbindungskugel: Seit mehr als 60 Jahren ziert dieser Schweizer Designklassiker zahlreiche Büros, aber auch Privatwohnhäuser.
Auch in Villingen-Schwenningen ist der Name USM Haller in aller Munde, gibt es hier doch seit rund zwei Jahrzehnten einen Secondhand-Vertrieb, der Side- oder Lowboards, Regale oder Rollcontainer sowie Designerstücke anderer Unternehmen aufkauft, aufbereitet und im neuwertigen Zustand wieder an den Mann bringt.
Das Gebot des Unternehmens
„Ich prüfe jedes Möbelstück persönlich, bevor es unser Haus verlässt“, lautet das Credo vom neuen Geschäftsführer und Inhaber Vincencino Coppa, der das Unternehmen in der Schwenninger Klippeneckstraße vor Kurzem von seinem Vorgänger Ender Türetken übernommen hat.
Doch die Erfolgsgeschichte der Secondhand-Möbel geht noch viel länger in die Vergangenheit zurück und hat ganz klein begonnen: Vor mehr als 20 Jahren hat sich der Schwenninger Türetken, der vorher beim Villinger Büroausstatter Wiebelt im Verkauf beschäftigt war, sein Netzwerk mit Designer-Möbelmarken sowie den Boom auf dem Büromöbelmarkt zunutze gemacht.
Erstes USM-Secondhand-Vertriebsunternehmen
Zunächst hat er jegliche Möbel auf- und nach Instandsetzung wieder verkauft, sodass USM auf ihn aufmerksam geworden ist. Seither darf sich Türetken erster USM-Haller-Secondhand-Vertriebsunternehmer nennen. „Damals war ich ganz schön stolz drauf“, sagt er mit einem Lachen.
In einer Garage im alten SWR-Gebäude in Villingen hat sich der Unternehmer zunächst einen Platz geschaffen, in der er zwei Stunden am Tag an den Gebrauchtmöbeln schrauben konnte, ist dann auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten im ehemaligen Burger Spritzguss-Areal in Villingen fündig geworden. Doch auch diese ersten 200 Quadratmeter sollten bald nicht mehr ausreichen. „Der Bedarf ist gewachsen – wir wurden immer größer und größer“, erinnert sich Türetken.
In der Schwenninger Klippeneckstraße hat der USM Markt mit seiner Lagerfläche und seinem Showroom auf insgesamt 1000 Quadratmetern, auf denen mehrere Mitarbeiter beschäftigt sind, eine endgültige Heimat gefunden. Inzwischen gibt es allein in Deutschland über zehn USM-Secondhand-Partner.
Das sind die Gründe für den Secondhand-Hype
Die Idee, gebrauchten Kult-Design-Möbelstücken neues Leben zu schenken, „die wertige und langlebige Substanz immer wieder in den Kreislauf des Markts zurückzuführen“, kommt an – und zwar bei ganz unterschiedlichen Zielgruppen. Doch warum herrscht hierbei eigentlich ein regelrechter Hype?
Schon allein die modulare Bauweise fordere es, meint der neue Inhaber Vincencino Coppa, schließlich gebe es stets die Möglichkeit, Möbelteile auszutauschen beziehungsweise zu erweitern. Kunden hätten vor Ort eine konkrete Anlaufstelle, um sich jegliche Bestandteile anzuschauen und auszuwählen.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spiele eine immer wichtigere Rolle für die Zielgruppe. Doch es ist auch der hohe Verkaufspreis des Originals, der stetig steigt. „Durch Secondhand bringen wir eine andere Kundschaft an die Ware.“
Gründer gibt seine Firma ab
Seit einiger Zeit ist absehbar, dass Ender Türetken sein mit viel Herzblut aufgebautes und stets wachsendes Unternehmen verkaufen wird. Seine Wahl aus dem großen Bewerberfeld fiel auf Vincencino Coppa als Nachfolger, den Türetken seit 30 Jahren kennt. „Ich habe Vertrauen in ihn und weiß, dass er ein emsiger, fleißiger Mensch ist.“

Die großzügigen Räume, die Ender Türetken (rechts) vor einigen Jahren in der Klippeneckstraße bezogen hat, übernimmt ab sofort Vincento Coppa. Mit einer neuen Ausstattung möchte er für mehr Wohlfühlambiente sorgen.
Mareike KrattZudem ist Coppas Sohn vor einem halben Jahr, noch zu Zeiten Türetkens, ins Unternehmen eingestiegen. Soll er künftig zunächst als rechte Hand seines Vaters fungieren, werde er immer mehr Verantwortung bekommen und das Geschäft möglicherweise einmal übernehmen.
„Büro ist out“
Schließlich haben die Coppas viel vor mit dem USM Markt: Das Konzept sieht ab sofort nicht mehr nur den An- und Weiterverkauf von Büromöbeln, sondern auch von jeglicher Art von Wohnmöbeln vor. „Büro ist out“, bringt es der neue Geschäftsführer auf den Punkt – und nennt Homeoffice und KI als Hauptgründe. Zielgruppe sollen jetzt nicht mehr nur Anwaltskanzleien oder Steuerbüros sein, sondern vielmehr Privatkunden, die die Möbel für den eigenen Wohnbedarf nutzen.
Im neuen Showroom sind folglich neben den gewohnten Büroschränken auch Wohnnische oder sogar eine Küche zu bestaunen. Ein alter Cinquecento und eine Vespa sorgen für das nötige Wohn- und Wohlfühl-Ambiente und sollen vor allem eins deutlich machen: „USM ist mehr als eine Marke – und genau das macht die Möbel so wertvoll und beständig.“
Das ist das Prinzip des USM Markts
- Als zertifiziertes USM-Secondhand-Vertriebsunternehmen liquidiert der USM Markt mit Standort in der Schwenninger Klippeneckstraße USM Haller und andere Designerstücke von Firmenauflösungen, Standortwechseln oder Umzügen. Die Mitarbeiter bereiten die Möbelstücke wieder komplett auf: Schäden werden ausgebessert, Wartungen durchgeführt und individuelle Veränderungen vorgenommen. Neben dem Schweizer Möbelhersteller gibt es vor Ort gebrauchte Stühle der Firma Vitra mit ähnlichem Kult-Status oder Lampen der Firma Artemide.
- Zur offiziellen Neueröffnung lädt der neue Inhaber Vincencino Coppa zusammen mit seinem Team für Freitag, 30., sowie Samstag, 31. Oktober, in die umgebauten Räume ein. Weitere Infos, auch zu den Öffnungszeiten, gibt es unter usm-markt.de.

