Villinger Verein Kinderträume: Hilfe für Nachwuchs aus Armenvierteln

Sie stehen benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Brasilien zu Seite (von links): Anna-Lisa Gianotti, Werner Reich, Lella, Cesare Gianotti, Schwester Lucia und Mohamed Kaviani.
Albert BantleNach zwei Jahren war es wieder soweit. Schwester Lucia Cantalupo und ihre Stellvertreterin Lella kamen nach Villingen, um ihre Freunde und Unterstützer aua der Doppelstadt zu besuchen. Cesare Gianotti hatte sein Eiscafé Zampolli sowie Kaffee und Kuchen für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.
Die zahlreichen Besucher waren natürlich gespannt, was sie Neues aus Sapé in Brasilien erfahren würden. In einer gelungenen Präsentation wurde von der vielfältigen Arbeit der Gemeinschaft neues Leben (ACNV) in der Stadt Sapé berichtet. 1987 gegründet, um den Ärmsten der Armen zu helfen, ist diese Gemeinschaft nötiger denn je.
1990 kam Suor Lucia aus Enna aus Sizilien dazu. Die Zustände, die sie in Sapé antraf, berührten sie derart, dass sie es als ihre Lebensaufgabe ansah, zu bleiben.
Aus einem Jahr Missionsarbeit wurden inzwischen über 30 Jahre, und immer noch steckt sie voller Eifer und Elan und will sich weiter für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Brasilien einsetzen.
Bildung im Blick
Um den Nachwuchs von der Straße zu holen, wurde eine Krippe für Ein- bis Sechsjährige geschaffen, danach ein Haus für die älteren Kinder und Jugendlichen von sieben bis 17 Jahren. Später kam ein Haus für Jungen und Mädchen aus den Favelas, den Armenvierteln, hinzu. Suor Lucia und ihre über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen über 300 Kinder und Jugendliche vor und nach der Schule oder dem Kindergarten.
Die Ziele und Visionen sind klar definiert. Unter anderem sollen Beziehungen in geschützter und würdiger Atmosphäre aufgebaut werden, die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder gefördert, Schulbildung, Ausbildungs- und Erziehungsangebote geschaffen, unterernährte Kinder unterstützt und ihnen Geborgenheit und Sicherheit gegeben und die Versorgung mit Medizin und Schulmaterial sichergestellt werden.
Seit vielen Jahren unterstützen Freunde und Bekannte aus Sizilien, der Schweiz und zahlreiche italienische und deutsche Familien auch aus Villingen-Schwenningen den ACNV und Suor Lucia mit Spenden. Der 2016 in Villingen gegründete Verein Kinderträume mit Cesare Gianotti als Vorsitzendem gibt ebenfalls durch Patenschaften und Spenden sein Bestes, um Schwester Lucia und den ACNV zu fördern.
Neue Mitstreiter gefunden
Viel Gutes wurde inzwischen erreicht: Neue Mitstreiter wurden gefunden, Gebäude wurden erworben und renoviert und vieles mehr. Und es gibt ständig etwas zu verbessern oder zu erneuern.
In ihrem Vortrag erwähnten Suor Lucia und Lella, was in den nächsten Jahren angestrebt ist. So soll durch die Spenden eine Dach-Solaranlage und ein IT /PC-Raum ermöglicht werden. Eine Zukunftswerkstatt zur Berufsvorbereitung soll jungen Erwachsenen die Möglichkeit geben, einen Minijob zu lernen. Auch an die Anschaffung eines elektrischen Rollstuhls für behinderte Kinder ist gedacht. Allen Paten und Spendern wurde noch einmal gedankt, dass in den vergangenen zwei Jahren alte Sanitäranlagen durch neue ersetzt werden konnten. Ein besonderer Höhepunkt war der neue Rasensportplatz, der dankbar angenommen wird.
Reise geht in die Schweiz
Mit einem riesigen und lange anhaltenden Beifall und einer ertragreichen Spendenkasse wurden die beiden Referentinnen von den dankbaren Zuhörern entlassen. Ihre Reise geht nun weiter in die Schweiz und dann in die Heimat von Suor Lucia, Enna in Sizilien, bis sie schließlich die Pflicht wieder nach Sapé in Brasilien führen wird.