Villingen-Schwenningen: Erste Schule auf Amok-Alarm vorbereitet

Insgesamt 25 Schulen in VS sollen mit Anlagen für den Fall eines Amok-Alarms ausgestattet werden. (Symbolfoto)
Ilia Shcherbakov/Fotolia.comVillingen-Schwenningen - Zwei Jahre, nachdem der Gemeinderat die Umsetzung des Amok-Alarms an den Schulen in der Doppelstadt beschlossen hat, nimmt die erste Anlage ihren Betrieb auf. Doch die komplette Umsetzung wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen.
Es ist ein Millionen-Projekt, das sich über einige Jahre ziehen wird: die Ausstattung von insgesamt 25 Schulen in Villingen-Schwenningen mit den Anlagen für den Fall eines Amok-Alarms, dem so genannten Notfall- und Gefahrenreaktionssystem (NGRS). Inbegriffen sind hierbei nach Angaben der Stadtverwaltung unter anderem grüne Wandmelder in jedem Raum, in dem sich regelmäßig zu Unterrichtszeiten Personen aufhalten, eine zentrale Anzeige mit raumgenauer Auslöseanzeige und eine Steuereinheit zur automatischen Übergabe an die elektrische Lautsprecheranlage sowie an die Leitstelle. Das System müsse außerdem auch im Falle eines kurzfristigen Stromausfalls funktionsfähig sein.
Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde die Friedensschule in Schwenningen als erste schulische Einrichtung in Villingen-Schwenningen mit einem solchen System ausgestattet. Nach Angaben von Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt, ist dieses bereits "komplett installiert und vollumfänglich intern funktionsfähig". In wenigen Tagen – und zwar im Zuge der Wartung der Brandmeldeanlage – soll auch die Weiterleitung des Alarms an die Integrierte Leitstelle gewährleistet sein.
Doch das ist erst der Anfang. Denn in Abstimmung zwischen dem Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis) und dem Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) wird nach Angaben von Brunner die schrittweise Installation des Systems an weiteren Schulen der Stadt auf Grundlage der Beschlusslage des Gemeinderats erfolgen. "Eine Priorisierung, welche Schulen vorrangig mit NGRS ausgestattet werden sollen, ist dabei nicht zielführend", so die Sprecherin.
Millionen-Kosten
Der Grund: Die Stadt möchte die Umrüstung aus baurechtlichen und Brandschutzgründen im Zuge von umfassenden Sanierungsmaßnehmen umsetzen – nur so könne der ohnehin große Bau- und Kostenaufwand leistbar gehalten werden.
Der Zeitplan sieht derweil vor, dass neben der Friedensschule das Gymnasium am Deutenberg, die Klosterringschule, Karl-Brachat-Realschule, Bickebergschule, Steppachschule, Bertholdschule, Golden-Bühl-Schule, Gartenschule, Schule Weigheim und der Schulverbund am Deutenberg zeitnah mit den NGR-Systemen ausgestattet werden. Brunner: "In diesen Schulen werden im Zuge von Sanierungsmaßnahmen bereits Netzwerk-Verkabelungen für ein NGRS umgesetzt."
Unklar ist bislang aber, wann letztendlich alle Schulen mit dem System ausgestattet sein werden. Dies hänge wesentlich von den durch den Gemeinderat zu beschließenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen an Schulen in den nächsten Jahren ab. Aber zumindest eine grobe Einschätzung gibt die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang heraus. So werde die bauliche Sanierung und gegebenenfalls Erweiterung der 24 städtischen Schulen nach Einschätzung des GHO und JuBIS mindestens ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen.
Die Kosten sind nach Angaben der Stadtverwaltung abhängig vom jeweiligen Schulbau beziehungsweise der Größe der Schule und belaufen sich in Höhe von 40.000 Euro bei der Friedensschule und bis zu 180.000 Euro beim Gymnasium am Deutenberg. "Es wird also mehrere Millionen Euro bedürfen, um die Schulen der Stadt mit NGRS auszustatten.", erklärt die städtische Pressesprecherin.
Zu halten sei dieser Kostenrahmen allerdings nur, wenn die Ausstattung mit dem Notfall- und Gefahrenreaktionssystem im Rahmen von ohnedies vorzunehmenden Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten durchgeführt werden kann. Ansonsten müsse man mit noch höherem Aufwand rechnen.