VHS in Villingen: Eine Fraktion sträubt sich gegen die Kosten für den neuen Standort

Die ehemalige französische Schule in der Dattenbergstraße in Villingen soll für 6,6 Millionen Euro umgebaut werden, um sie für die Volkshochschule fit zu machen.
EichVillingen-Schwenningen - Schon seit Jahren hofft die Volkshochschule (VHS) in Villingen auf neue Räume – fehlende Barrierefreiheit und gravierende Brandschutzmängel sind nur zwei der Punkte, die am Standort am Münsterplatz für Probleme sorgen. Mit der französischen Schule in der Dattenbergstraße in Villingen, welche die Stadt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft hatte, scheint man eine ideale und zukunftsfähige Lösung gefunden zu haben. Nun wurde die Planung im Technischen Ausschuss vorgestellt.
Grundlegende Ertüchtigung geplant
Nach den derzeitigen Planungen kann die Grundstruktur der beiden Gebäude erhalten bleiben, sie müssen jedoch grundlegend ertüchtigt und auch aus technischer sowie energetischer Sicht auf den neuesten Stand gebracht werden, zudem muss die Barrierefreiheit hergestellt werden. Das WC wird komplett entkernt. Neu ist darüber hinaus ein verbindendes Treppenhaus mit Aufzug.
Insgesamt sind laut des Amtes für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) sechs große Kursräume für bis zu 25 Teilnehmende, vier kleinere Kursräume für zehn bis zwölf Teilnehmer sowie im Untergeschoss drei Kreativräume für Malen, Zeichnen, Werken und Töpfern geplant. Im Seitenbau des Erdgeschosses ist ein großer Multifunktionsraum für Vorträge und Veranstaltungen mit bis zu 220 Personen sowie für Kurse im Bewegungsbereich – zum Beispiel Gymnastik oder Yoga – vorgesehen.
Baukosten in Höhe von 6,6 Millionen Euro
Die derzeitige Planung geht von Baukosten in Höhe von 6,6 Millionen Euro aus – insbesondere, weil auch die elektrischen und kommunikationstechnischen Anlagen eine stolze Summe verschlingen. Und genau der Kostenpunkt war jüngst Auslöser einer Diskussion im Technischen Ausschuss.
So stellte sich die CDU-Fraktion angesichts der enormen Summe quer. Stadtrat Dirk Sautter sprach davon, dass man nun "ein Problem mit dem Projekt" habe. Denn bislang fehle eine von der Verwaltung angesichts der klammen Kassen geforderte Prioritätenliste. Sautter: "Wir können die VHS als freiwillige Leistung nicht durchwinken." Die CDU enthielt sich deshalb bei der Abstimmung zum Projektbeschluss.
Viel Gegenwind für die CDU
Von den anderen Fraktionen gab es für die CDU aber deutlichen Gegenwind. Elif Cangür (Grüne) betont, man müsse jetzt handeln, "wir können jetzt kurz vor 12 nicht sagen, dass es nicht geht". Julia Decke (FDP) sah in der Abstimmung einen Grundsatzbeschluss darüber, ob man eine VHS haben möchte oder nicht – man stimmte deshalb zu. Bernd Lohmiller (SPD) machte auf die "untragbaren Zustände" im bestehenden Gebäude aufmerksam und sieht in der französischen Schule nun eine "adäquate Unterbringung", weswegen die Sozialdemokraten ebenfalls zustimmten.
GHO-Amtsleiter Dieter Kleinhans widersprach angesichts der Zustände der VHS am Münsterplatz zudem der Aussage der CDU hinsichtlich einer "freiwilligen Leistung". Kleinhans: "Beim Brandschutz hört die Freiwilligkeit auf." Der Technische Ausschuss empfahl deshalb, das Projekt in dieser Form zu beschließen. Das entscheidende Wort hat der Gemeinderat in der kommenden Woche.