Verkaufsoffener Sonntag in Villingen
: Nach dem Regen strömen die Besucher

Für die Natur war er ein Segen, für die Gestaltung eines verkaufsoffenen Sonntages mit Keltentag und Antikmarkt war der Regen dagegen eher suboptimal. Doch nur wenige ließen sich davon unterkriegen.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
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Pierre Stoll (links) und sein Azubi Jonathan Schubert zeigen in Villingen, wie die Kelten Waffen, Besteck und Schmuck schmiedeten.

Birgit Heinig

Tatsächlich füllte sich Villingen mit Öffnung der Ladengeschäfte um 13 Uhr mehr und mehr, denn der Regen ließ zeitgleich nach, es wurde zunehmend trocken, aber auch kalt.

Die Hälfte der etwa 50 Antikmarkt-Händler, die am Samstag vom noch bestem Wetter und großem Zulauf profitiert hatten, war jedoch zu Hause geblieben.

Der Antikmarkt

Für Marktveranstalter Wolfgang Koch, der seinen eigenen Stand mit alten Grafiken auch am Sonntag im Regen tapfer wieder aufbaute, kein Grund zur Freude, aber der Kampf mit der Witterung gehöre einfach zum Geschäft, sagte er. Trotzdem wechselten Granatbroschen, alte Stiche, Kasperlepuppen, Schilderuhren, geschliffene Gläser und antiker Schmuck auch am zweiten Tag des Antikmarktes ihre Besitzer.

Zufrieden war der Villinger Manfred Hildebrandt, der Teile seiner umfangreichen Sammlung anbot, darunter etliche Originale des Villinger Malers Richard Ackermann. Manfred Schneider aus Fürstenberg packte – zunächst zögerlich, doch dann immer zügiger – ein Garten-Tischspiel nach dem anderen aus seinem Anhänger und bereitete mit seiner wachsenden Spielelandschaft Groß und Klein wieder große Freude.

Im Museum

Im Franziskanermuseum wich zeitgleich die anfängliche Enttäuschung über umgewehte Zelte im Innenhof, was den Umzug der Living-History-Gruppe „Cranyx“ unter die Arkaden am Osianderplatz zur Folge hatte, der Zufriedenheit über eine erneut gut angenommene Präsentation keltischen Lebens.

Christel Bock und Achim Lehmkuhl gehören seit über zwölf Jahren zur Gruppe, die es sich seit Ende der 1990er-Jahre zur Aufgabe macht, die Bevölkerung authentisch über die Kelten zu informieren und das anschaulich – und ehrenamtlich. Gegessen wurde auf Holz oder Keramik, Getreide zwischen zwei Mühlsteinen gemahlen, bunte Borten von Hand gewebt und Münzen ohne Maschinen geprägt.

Pierre Stoll beherrscht von Berufs wegen die keltische Schmiedetechnik und zeigte am offenen Feuer, wie damals Waffen, Besteck und Schmuck entstand. An seiner Seite agierte Jonathan, Schubert, Auszubildender in Sachen Metallbau mit Fachrichtung Gestaltung – früher hieß der Beruf Kunstschmied. Der Nachbau von archäologischen Fundstücken für Museen oder Privatleute ernähre seinen Hersteller redlich, „wenn man nicht anspruchsvoll ist“, erzählte Pierre Stoll seinen wissbegierigen Zuschauern. Zuschauen und mitmachen hieß es auch bei der Herstellung von Glasperlen, Armreifen oder Kettenanhängern.

Der Handel

Der Einzelhandel bot derweil sein Sortiment drinnen und schließlich teilweise auch vor der Tür an, denn es blieb trocken. Die Menschen flanierten mit der ganzen Familie in Regenbekleidung durch die Straßen und Läden, die Schirme blieben glücklicherweise zu. Auch Oberbürgermeister Jürgen Roth machte sich vor Ort ein Bild. Ob er beim laut Wolfgang Koch „weltbesten Flammenkuchenstand“ mit Namen „Holzöfele“ aus Endingen Halt machte, ist der Redaktion allerdings nicht bekannt.

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