Unternehmer im Kreis: Experte packt aus: Hoffnung für 2025?

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez (links) begrüßt zum Unternehmerfrühstück. Mit-Veranstalter ist der GVO aus Villingen-Schwenningen, dessen Präsident Joachim Müller hier (Bildmitte, vorne) aufmerksam lauscht.
Cornelia SpitzDie IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Gewerbeverband Oberzentrum GVO aus Villingen-Schwenningen machten gemeinsame Sache: einen Unternehmerbrunch im Haus der Wirtschaft.
Es wurde groß aufgetischt – doch dabei blieb es längst nicht bei Kulinarischem, sondern ging es auch inhaltlich zur Sache. Als Speaker wurde der Professor für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik Tim Krieger von der Universität Freiburg gewonnen. Was er unter der Überschrift „Zölle, Kriege, Wahlen – welche Planungssicherheit der Mittelstand 2025 trotz allem hat“ zu sagen hatte, schmeckte längst nicht jedem.
Worauf der Redner hofft
Schon die Analyse der Ausgangssituation war – Frühstückstreff hin oder her – ernüchternd: zuletzt innenpolitische Turbulenzen, ein Ukrainekrieg, eine unstete Handelspolitik der neuen US-Regierung und dann noch die „Klassiker“ unter den Herausforderungen von Demographie über Klimawandel und Bürokratie bis hin zu Transformation und schließlich zu den Megatrends Digitalisierung und KI. Kurzum: Es ist schwierig.
Aber Krieger erwies sich nicht als Schwarzmaler. Im Gegenteil, er appellierte, Herausforderungen wie die Digitalisierung und die Forderung nach Künstlicher Intelligenz als Chancen zu ergreifen, ehe sie zum Problem werden. Und er analysierte messerscharf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, wo der Trend ganz vorsichtig wieder nach oben zeige, „ich hoffe, dass sich das verstetigt“.

Tim Krieger spricht über Zölle, Kriege und Wahlen - und was sie für den Mittelstand bedeuten.
Foto: Cornelia SpitzUnd bezüglich der US-Zollpolitik ging er davon aus, dass sich die Zollhöhe für Exporte in die USA aus Europa auf zehn Prozent einpendeln werde – das Dreifache des jetzigen, für Deutschland aber noch stemmbar, nach seiner Einschätzung. Spüren würden die Mittelständler der Region das trotzdem. Einigermaßen hoffnungsvoll blickt Krieger nach Berlin: „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Bundesregierung tatsächlich die Kurve kriegen wird“.
Angebot trifft den Nerv
Optimistisch klang auch der IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. Er freute sich über die „tolle Resonanz“, die die Industrie- und Handelskammer aktuell auf ihre Netzwerkveranstaltungen erfahre. In Zeiten, in denen man bei der morgendlichen Zeitungslektüre von Vorgängen lese, „die wir nie für möglich gehalten hätten“ und Werte der sozialen Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt würden, sei der Bedarf an Informationen und einem Austausch enorm.
Ähnliches konstatierte GVO-Präsident Joachim Müller. Es sei, brachte er es auf den Punkt, „keine einfache Zeit“, und dem Mittelstand bleibe nichts anderes übrig, als sich und seine Sicht auf die Dinge zu verändern – glasklar sei bei allem jedoch: „Ohne Optimismus brauche ich gar nicht erst anzufangen“. In diesem Sinne ließen sich auch die Unternehmer den Appetit nicht verderben – weder aufs servierte Frühstück, noch auf Wachstum oder neue Märkte.
